Mit Star Wars und Radetzky-Marsch ins neue Jahr

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 Klarinettensolistin Celine Schwenk faszinierte das Publikum.
Klarinettensolistin Celine Schwenk faszinierte das Publikum. (Foto: Cornelia Addicks)

Viel Applaus für erstklassigen Nachwuchs: Das Sinfonische Jugendblasorchester Baden-Württemberg (SJBO), dirigiert von Felix Neuwirth, hat am Sonntagnachmittag beim Trossinger Neujahrskonzert im sehr gut besuchten Konzerthaus das Ergebnis der intensiven Arbeitswoche an der Bundesakademie gezeigt.

In kleiner Besetzung und noch etwas zögerlich erklang der Auftakt: Ein Investiturmarsch, den Richard Strauss vor 110 Jahren Prinz Eitel Friedrich von Preußen gewidmet hatte. Doch schon beim zweiten Programmpunkt sprang der Funke über: Den nunmehr 43 Musikern im Alter zwischen 14 und 23 Jahren gelang es, mit Camille Saint-Saëns Opus 25, dem Grand Marche aus dem Jahr 1869, östliche und westliche Musikeinflüsse umzusetzen. Bei „Orient et Occident“ einem Werk mit höchstem Schwierigkeitsgrad, faszinierte besonders der Kanon der Register.

Restlos begeistert zeigte sich das Publikum dann bei Carl Maria von Webers „Concertino“ op. 26. Celine Schwenk aus Achern (Ortenaukreis), 19 Jahre alt und seit 12 Jahren passionierte Klarinettistin, spielte die Soli der drei Sätze überaus konzentriert – und meist mit geschlossenen Augen. Das Orchester, dessen Konzertmeisterin Celine ist, begleitete sie bei den sehnsuchtsvollen Variationen genauso zuverlässig wie bei den optimistischen. Das einsätzige Werk hatte schon bei der Uraufführung 1811 dem ersten Bayernkönig, Maximilian I. Joseph, sehr gut gefallen. Für von Weber verband die Klarinette „französische Prägnanz und Beweglichkeit“ mit „deutscher Tonfülle“.

Geforderte Schlagzeuger

In das 20. Jahrhundert und in die USA führten die drei anderen Stücke, die Felix Neuwirth für dieses Neujahrkonzert ausgewählt hatte. Zwar wurde Karel Husa in Prag geboren, zur Zeit der Komposition des lebhaften „Divertimento for Brass Ensemble and Percussion“, 1958, lehrte er jedoch schon an der Cornell University. Besonders die sechs Schlagzeuger waren bei den vier Sätzen stark gefordert.

Gebürtiger New Yorker war der Komponist Elliot A. del Borgo. Er hat 1978 das Dylan Thomas-Gedicht „Do not go gentle in that good night” vertont. Die Polytonalität macht das fast martialisch anmutende Stück zu einem „substantiellen und dramatischen Werk für reife Ensembles”, wie ein Musikwissenschaftler es formulierte.

Lautmalerisch setzte das SJBO dann fünf ganz unterschiedliche Filmmelodien aus John Williams „Star Wars Trilogy“ um. Dafür gab es Zwischenapplaus und laute Bravo-Rufe aus den Rängen.

Als Zugabe erklang der Radetzky-Marsch und die Zuhörer klatschten akkurat den Takt, auch ohne dass der Dirigent sie dazu aufgefordert hätte.

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