Mit dem Impulscafé zurück in den Alltag

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Das Blockflötenensemble der Martin-Luther Kirche gab den ersten musikalischen Impuls für das Impulscafe, die neue vierteljährlic
Das Blockflötenensemble der Martin-Luther Kirche gab den ersten musikalischen Impuls für das Impulscafe, die neue vierteljährliche Veranstaltungsreihe des Lebenshauses. (Foto: Rainer Bombardi)
Rainer Bombardi

Geglückte Premiere: Das Ziel des Trossinger Lebenshauses, Gäste und Bewohner bei einem sogenannten Impulscafé miteinander ins Gespräch zu bringen, ist am Wochenende ins Rollen gekommen. Auch die historische Lagerhalle am Bahnhof kam zur Sprache.

Bei der ersten Veranstaltung spielte das Blockflötenensemble unter der Leitung von Professorin Barbara Husenbeth und gab den Anstoß zu einer geselligen und kurzweiligen Unterhaltung zwischen Hausbewohnern und Gästen. Jörg Eich von der Kernfamilie erinnerte an die Anfänge und Entwicklung des Projektes Lebenshaus, dessen Motto „Freiheit in Geborgenheit“ lautet. Menschen in Krisensituationen erhalten die Möglichkeit, sich im Umfeld einer familienähnlichen Gemeinschaft wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Das Lebenshaus zählt sieben Bewohner, die mit der sogenannten Kernfamilie (Hauseltern) Annette Geibel, Christa und Jörg Eich unter einem Dach leben und wohnen. Das Impulscafe soll jetzt zur Integration beitragen, durch Kommunikation über aktuelle Themen und gemeinsame Interessen zwischen Gästen und Hausbewohnern.

Ebenfalls Thema bei der Veranstaltung: Die historische Stückguthalle am Bahnhof: Vereinsvorsitzende Ingrid Dapp bezeichnete den geplanten Kauf der ehemaligen Stückguthalle, deren Zukunft monatelang zur Diskussion stand, als eine einzigartige Chance für das Nudelhaus, den vereinseigenen Wirtschaftsbetrieb. „Wir können damit unsere Position festigen. Langsam wird es eng in den Produktionsräumen und hinsichtlich der Lagerkapazitäten“.

Die Finanzierung erfolgt über Darlehen und Spenden, auch sind jederzeit neue Interessenten im Verein „Lebenshaus“, der aktuell 52 Mitglieder zählt, willkommen. Geplant ist, einen Teil der Räumlichkeiten des heutigen Verwaltungsgebäudes als Büroräume zu vermieten und die anderen Räume selbst zu nutzen. „Nach der Umgestaltung zur Lager- und Produktionshalle bleibt in Richtung Busbahnhof noch ein kleiner Teil frei, der gut als Kiosk oder kleines Cafe genutzt werden könnte.“

Jörg Eich blickte in seinen Impulsvortrag auf das Jahr 1985 zurück, als eine Gruppe engagierter Menschen den gemeinnützigen Verein „Lebenshaus, ökumenische Gemeinschaft für soziale Integration“ gründete, ein ehemaliges Kontorgebäude erwarb, umbaute und eine Form des Zusammenlebens aufbaute, die damals einzigartig war.

Vor 17 Jahren kaufte der Verein dann ein weiteres Gebäude, in dem heute die regional bekannte Feinkostmanufaktur „Nudelhaus“ integriert ist. Ursprünglich sollte es Menschen, die es auf dem ersten Arbeitsmarkt schwer haben, eine Chance zum Arbeiten zu bieten, inzwischen hat sich der Betrieb mit seinen 28 Angestellten längst etabliert.

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