Mit Akkordeon und Kolumnen für das Nudelhaus

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 Lebenshaus-Vorsitzende Ingrid Dapp freute sich, dass Vorleserin Fatima Majsoub und Musiker Gérard Deleye (von links) zugunsten
Lebenshaus-Vorsitzende Ingrid Dapp freute sich, dass Vorleserin Fatima Majsoub und Musiker Gérard Deleye (von links) zugunsten des Nudelhauses auftraten. (Foto: Helga Haller)

Mit Texten und Akkordeonmusik haben Fatima Majsoub und Gérard Deleye am Samstagabend dem Trossinger Nudelhaus unter die Arme gegriffen: Rund 100 Besucher kamen zur musikalischen Benefizlesung in den Würfelsaal und spendeten knapp 1500 Euro für den Umbau.

„Ich war überrascht, dass es so viele waren“, freute sich die bekannte Vorleserin. Fatima Majsoub las aus einer Sammlung von Kolumnen Meike Winnemuth. Die 58-jährige Journalistin wurde berühmt als sie 2010 eine halbe Millionen Euro bei „Wer wird Millionär?“ gewann, über ihre anschließende Weltreise schrieb sie ein Buch, das zum Bestseller wurde. „Um es kurz zu machen“ ist eine Sammlung von Kolumnen, die sie im Stern, Süddeutsche Zeitung Magazin, Geo Saison, Myself und Cosmopolitan veröffentlicht hatte. Die Texte, die Majsoub für ihre Lesung gewählt hatte, behandelten thematisch die Frage, warum Geld glücklich macht, den High-Tech-Wahn in der Fitnessindustrie, Kochen und Freunde einladen, und einen 95-Jahres-Plan für seine Zukunft. Sie las außerdem eine Kolumne darüber, dass man nie verzweifeln sollte, weil es immer Auswege gibt.

Die Lesung begleitete Gérard Deleye mit seinem Akkordeon. Die beiden sind ein eingespieltes Team, das bereits für eine musikalische Lesung im Harmonikamuseum zusammengearbeitet hat. Deleye hatte sechs Titel ausgewählt, mit denen er die Texte untermalte, hervorhob und bereicherte. Er begann den Abend mit „La Mer“. Ruhiger ging es bei „La Le Lu“ von Heinz Rühmann und „Que sera“ von José Feliciano zu, während Deleye mit einem Medley bekannter Lieder aus der Augsburger Puppenkiste für Schwung sorgte. Passend zu Majsoubs Text über Geld spielte er „Wenn ich einmal reich wär“. Die Walzermelodie der Walz-Musette „Valse Musette“ ist in Frankreich ein bekannter Volkstanz.

„Besonders amüsant war die Glosse über aussterbende Wörter“, sagte Hannelore Specht. „So wurde aus dem Gabelfrühstück der Brunch, aus Backfisch der Teenager. Wer weiß heutzutage noch mit den begriffen Muckefuck, Bandsalat oder Persilschein etwas anzufangen?“

„Sehr gut gefallen“ hat auch Michael Weisser, Vorstandsvorsitzender der Volksbank, die Veranstaltung: „Frau Majsoub hatte tolle Geschichten ausgesucht. Sie waren aus dem Leben gegriffen und unterhaltsam vorgetragen.“ Die Volksbank hatte den Würfelsaal für die Benefizlesung kostenlos zur Verfügung gestellt.

Besonders gefallen hat Antje Spehn das Zusammenspiel von Musik und Literatur. „Beides war gut aufeinander abgestimmt.“ Und auch die Textauswahl zum Thema Lebenshaus lobte sie: „Es waren lebensfrohe Texte, die immer eine Prise Humor und einen positiven Ausblick hatten.“ Und auch Fatima Majsoubs Entscheidung, ohne Mikrofon vorzutragen, sei genau richtig gewesen. So hätten sich die Zuschauer konzentrieren müssen. „Die Wortspiele, zu denen Meike Winnemuth ja neigt, hat man so hervorragend mitbekommen.“

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