Michael Jackson rockt das Konzerthaus

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Schwäbische Zeitung

Michael Jackson in Trossingen: Für viele Fans des „King of Pop“ ging am Dienstag im Trossinger Dr.-Ernst-Hohner-Konzerthaus ein Traum in Erfüllung. Sie erlebten ihr Idol leibhaftig. So konnte man es auf jeden Fall glauben, denn die Illusion war perfekt. Csaba Horvát als Michael Jackson war sofort präsent und begeisterte. Mimik, Gestik, Tanzstil und Gesang – alles passte hervorragend zusammen und war bei aller Kopie doch sehr authentisch.

Gleich zu Beginn ein Knaller: zu „They don’t care about us“ marschierten die Tänzer in wilden Fantasieuniformen im Stechschritt über die Bühne, Flammen loderten auf, rasante Lichteffekte wirbelten über die Band und das Bühnenbild. Horvát war für zweieinhalb Stunden Michael Jackson. Publikum und Akteure mussten nicht miteinander warm werden - hier ging der Rock von Anfang an ab, viele Fans beherrschten die Songtexte perfekt, klatschten, schnippten und rockten mit.

Stimme füllt ohne Verstärkung das Konzerthaus

Auf der Bühne berauschte ein Showeffekt nach dem anderen. Ob akrobatische Tanzeinlagen, ägyptisches Flair bei „Remember“ oder die ständig wechselnden typischen Michael-Jackson-Kostüme, die Mischung war atemberaubend.

Zwischen den Auftritten von Michael Jackson begeisterten die Backround-Sänger Maren Reimann, Kristina Szabo und Jimi Carrow als Solisten mit verschiedenen Jackson-Songs. Als stimmgewaltige Rockröhre präsentierte sich Maren Reinmann in „I‘ll be there“. Probleme mit der Tontechnik meisterte Jimi Carrow souverän. Nachdem sein Mikro ausfiel, spielte die Band ganz verhalten, und er bewies, dass er wirklich singen kann. Mit „She is out of my life“ füllte seine Stimme ohne Verstärkung das Konzerthaus. Das Publikum jubelte.

Nach der Pause wurde die Stimmung immer enthusiastischer. Als Jacksons legendärer Moonwalk die Bühne eroberte und genauso wie in der Originalkarriere zum ersten Mal bei „Billy Jean“ gezeigt wurde, Horvát mit verschiedenen Glitzerhandschuhen tanzte und sang, war das Publikum aus dem Häuschen und feierten Csaba Horvát als leibhaftigen Michael Jackson. Die Liveband hatte mit starken Intros und wilden Gitarrenriffs zwischendrin etliche mitreißende Solopassagen. Grandios die zehnköpfige Tänzergruppe, die mit Artistik und perfekter Körperbeherrschung in jedem Tanzstil überzeugte.

Plötzlich steht der ganze Saal auf den Beinen

Gänsehaut gab es dann bei „Man in the Mirror“, als auf der Leinwand originale Videoeinspielungen zum Song gezeigt wurden.

Nach dem offiziellen Ende forderte Maren Reimann das Publikum nochmal heraus. „Wollt Ihr eine Zugabe? Also bis jetzt feuert uns Eure Reaktion noch nicht an“.

Das konnte die Zuhörer natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Plötzlich stand der ganze Saal, in den Gängen wurde beim Medley mit „Can you feel it“, „Blame is on a Boogy“ und „Shake your Body“ gerockt und die Stimmung mochte früher, bei einem Live-Konzert des „King of Pop“, wohl kaum begeisterter gewesen sein.

Höhepunkt war die Zugabe „Thriller“ mit stilecht tanzenden Zombies. Beim Publikum bedankte sich Michael Jackson, alias Csaba Horvát mit „Black or White“. Man mag Michael Jackson und seine Musik mögen oder nicht, die Show im Trossinger Konzerthaus war perfekt.

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