Anika Neipp und Thomas Förster
Anika Neipp und Thomas Förster (Foto: ls)

Als „Mister Camel“ sei Rainer Michaelis in den 70er- und 80er-Jahren aufgrund seiner Arbeit in der Tabakbranche bekannt gewesen, erzählte Hans-Peter Bensch. Im auffälligen gelb-blauen Jeep düste er zu Veranstaltungen und Messen. 1994 geriet er „so in Rage über die Mehrheitsfraktion im Nendinger Ortschaftsrat wegen für ihn nicht nachvollziehbaren Grundstücksarrondierungen in der Nachbarschaft“, dass er am 14. April in die FDP eintrat. Fortan engagierte er sich in jedem Wahlkampf - im Winter blieben sogar manchmal die Hände beim Plakatieren an den eisigen Lichtmasten kleben. Er kandidierte bei zahlreichen Gemeinderats- und Kreistagswahlen. ist Mitglied im Vorstand des Tuttlinger FDP-Stadtverbands.

Der Trossinger Notar Karl Haller wurde 1994 von Burgbacher und Pfister angesprochen, ob er bei den Kommunalwahlen für die FDP kandidieren würde. „Gute Gemeinschaft, politische Gespräche und die Ziele der Liberalen“ motivierten ihn laut eigener Aussage am 11. April 1994 zum Eintritt in die FDP. Fortan sammelte er als „Vielzweckkandidat“ auch Stimmen auf dem Heuberg, in Tuttlingen oder im Donautal. Er ist Mitglied des FDP-Kreisvorstands und Delegierter des Kreisverbands zum Bezirks- und Landesparteitag.

Als „jungdemokratische Zöglinge von FDP-Bundesminister Hans Lenz“, verriet Bensch, ließen sich Ernst Pfister und Ernst Burgbacher gerne von dessen Chauffeur durch Trossingens Hauptstraße fahren, „um erstaunten Kameraden am Straßenrand zuzuwinken.“ Damals hätten beide sich geschworen, später auch Dienstwagen und Chauffeur haben zu wollen: „Der Rest der Geschichte ist allen bekannt.“

Ernst Pfister, mittelständisch geprägt durch sein Elterhaus, die Bäckerei Pfister, trat am 20. Dezember 1969 der FDP bei. Nach langjährigem Engagement auf Kommunalebene zog er 1980 im zweiten Anlauf in den Landtag ein und wurde 2004 baden-württembergischer Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident. Er setzte sich über Jahre für die Trossinger Musikhochschule und den Tuttlinger Hochschulcampus ein. Heute ist er unter anderem Ehrenpräsident des Deutschen Harmonika-Verbands.

Ernst Burgbacher, ehemaliger Trossinger Mundharmonika-Stadtmeister und begeisterter Handballspieler, trat am 18. Mai 1969 den Freien Demokraten bei. 1998 wurde er erstmals in den Deutschen Bundestag gewählt, wo er bis 2009 als tourismuspolitischer Sprecher der FDP fungierte - dass die touristischen Hinweistafeln entlang der Autobahnen in geringeren Abständen zueinander aufgestellt werden dürfen, ist mit sein Verdienst. Von 2002 bis 2009 war er Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion. Später setzte er sich als Präsident der Bundesvereinigung deutscher Orchesterverbände und Vizepräsident für Finanzen des Deutschen Leichtathletik-Verbands für seine Leidenschaften Musik und Sport ein.

95 Jahre alt wird Manfred Letters in knapp vier Wochen. Er „trat neun Jahre nach Kriegsende und acht Jahre nach Gründung der FDP in Kreis und Stadt am 1. Mai 1954“ in die Partei ein, erzählte Bensch. In Letters Gasthaus, dem Trossinger „Bären“, hätten „große Liberale wie Theodor Heuss“ gewohnt, im Hohnerstüble fanden Parteitagungen und Empfänge der Firma Hohner für Stargäste statt. Zwar hatte Letters nie ein Wahlamt oder eine Parteifunktion angestrebt, doch zur FDP bekannte er sich über die gesamten 65 Jahre, blieb „über alle Hochs und Tiefs“ ein treues Mitglied, wie Bensch sagte. Da er sich für die Feier hatte entschuldigen lassen, wird die Ehrung persönlich nachgeholt. (ls)

Parteigröße, unermüdlicher Wahlkampfhelfer oder stiller Unterstützer durch alle Widrigkeiten: Der FDP-Kreisverband hat am Mittwochabend in der Kulturfabrik Kesselhaus fünf langjährige Mitglieder...

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Als „Mister Camel“ sei Rainer Michaelis in den 70er- und 80er-Jahren aufgrund seiner Arbeit in der Tabakbranche bekannt gewesen, erzählte Hans-Peter Bensch. Im auffälligen gelb-blauen Jeep düste er zu Veranstaltungen und Messen. 1994 geriet er „so in Rage über die Mehrheitsfraktion im Nendinger Ortschaftsrat wegen für ihn nicht nachvollziehbaren Grundstücksarrondierungen in der Nachbarschaft“, dass er am 14. April in die FDP eintrat. Fortan engagierte er sich in jedem Wahlkampf - im Winter blieben sogar manchmal die Hände beim Plakatieren an den eisigen Lichtmasten kleben. Er kandidierte bei zahlreichen Gemeinderats- und Kreistagswahlen. ist Mitglied im Vorstand des Tuttlinger FDP-Stadtverbands.

Der Trossinger Notar Karl Haller wurde 1994 von Burgbacher und Pfister angesprochen, ob er bei den Kommunalwahlen für die FDP kandidieren würde. „Gute Gemeinschaft, politische Gespräche und die Ziele der Liberalen“ motivierten ihn laut eigener Aussage am 11. April 1994 zum Eintritt in die FDP. Fortan sammelte er als „Vielzweckkandidat“ auch Stimmen auf dem Heuberg, in Tuttlingen oder im Donautal. Er ist Mitglied des FDP-Kreisvorstands und Delegierter des Kreisverbands zum Bezirks- und Landesparteitag.

Als „jungdemokratische Zöglinge von FDP-Bundesminister Hans Lenz“, verriet Bensch, ließen sich Ernst Pfister und Ernst Burgbacher gerne von dessen Chauffeur durch Trossingens Hauptstraße fahren, „um erstaunten Kameraden am Straßenrand zuzuwinken.“ Damals hätten beide sich geschworen, später auch Dienstwagen und Chauffeur haben zu wollen: „Der Rest der Geschichte ist allen bekannt.“

Ernst Pfister, mittelständisch geprägt durch sein Elterhaus, die Bäckerei Pfister, trat am 20. Dezember 1969 der FDP bei. Nach langjährigem Engagement auf Kommunalebene zog er 1980 im zweiten Anlauf in den Landtag ein und wurde 2004 baden-württembergischer Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident. Er setzte sich über Jahre für die Trossinger Musikhochschule und den Tuttlinger Hochschulcampus ein. Heute ist er unter anderem Ehrenpräsident des Deutschen Harmonika-Verbands.

Ernst Burgbacher, ehemaliger Trossinger Mundharmonika-Stadtmeister und begeisterter Handballspieler, trat am 18. Mai 1969 den Freien Demokraten bei. 1998 wurde er erstmals in den Deutschen Bundestag gewählt, wo er bis 2009 als tourismuspolitischer Sprecher der FDP fungierte - dass die touristischen Hinweistafeln entlang der Autobahnen in geringeren Abständen zueinander aufgestellt werden dürfen, ist mit sein Verdienst. Von 2002 bis 2009 war er Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion. Später setzte er sich als Präsident der Bundesvereinigung deutscher Orchesterverbände und Vizepräsident für Finanzen des Deutschen Leichtathletik-Verbands für seine Leidenschaften Musik und Sport ein.

95 Jahre alt wird Manfred Letters in knapp vier Wochen. Er „trat neun Jahre nach Kriegsende und acht Jahre nach Gründung der FDP in Kreis und Stadt am 1. Mai 1954“ in die Partei ein, erzählte Bensch. In Letters Gasthaus, dem Trossinger „Bären“, hätten „große Liberale wie Theodor Heuss“ gewohnt, im Hohnerstüble fanden Parteitagungen und Empfänge der Firma Hohner für Stargäste statt. Zwar hatte Letters nie ein Wahlamt oder eine Parteifunktion angestrebt, doch zur FDP bekannte er sich über die gesamten 65 Jahre, blieb „über alle Hochs und Tiefs“ ein treues Mitglied, wie Bensch sagte. Da er sich für die Feier hatte entschuldigen lassen, wird die Ehrung persönlich nachgeholt. (ls)

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