„Lernen ist wie Rudern gegen den Strom“

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Wolf Dieter Bojus

Der Chor hat alle eingestimmt: „So schön war die Zeit…“ . Für 84 Jugendliche ist sie jetzt vorbei: Sie erhielten bei der Abschlussfeier der Realschule Trossingen ihre Zeugnisse der Mittleren Reife.

Eine kleine Flotte von vier Schiffen hat 2013 in der Realschule begonnen, so war die Metapher von Rektor Udo Kohler. Mit Matrosen und Offizieren ist sie nach großer Fahrt in der Mittleren Reife angekommen. Die Heuer, also das Zeugnis, ist da.

Manch einer der Schüler werde in zehn Jahren einen Beruf ergreifen, den man heute noch gar nicht kenne, prophezeite Kohler. Als er selbst seinen ersten Computer, einen Commodore 64, hatte, hätte er sich nicht träumen lassen, dass er einmal mit einem Smartphone binnen Minuten den Studenplan einer ganzen Schule erstellen könne.

Die Schüler hätten auch gelernt zu lernen – und das brauchten sie ihr Leben lang. „Lernen ist wie Rudern gegen den Strom – wenn man aufhört, treibt man zurück“, gab der Rektor den Absolventen mit auf den Weg.

„Die Zeiten sind nicht so schlecht für Sie“, sagte Bürgermeister Dr. Clemens Maier den Schülerinnen und Schülern. „Sie sind ein besonderer Jahrgang“, spielte er auf das 50-jätige Bestehen der Schule an. Er zeichnete Patrick Bast für sein besonderes Engagement für die Schule mit dem Sozialpreis der Stadt Trossingen aus.

Mit dem Preis für herausragende Leistungen im Fach evangelische Religion wurde Maren Löbner von Rektor Kohler ausgezeichnet, den Preis für herausragende Leistungen im Fach Naturwissenschaften teilten sich Yannis Vosseler und Henry Ly.

Kein trockenes Grußwort kam von der Elternbeiratsvorsitzenden Heike Rochira und dem Schülervertreter Yannis Vosseler – die beiden saßen am Gartentisch, bastelten an einer Rede und glossierten dabei einige Begebenheiten in der Schule. So wollte eine Klasse einer Lehrerin zum Geburtstag ein Ständchen bringen – stürmten aber prompt ins falsche Klassenzimmer. Für den humorvollen und kurzweiligen Beitrag der beiden gab’s Riesenbeifall.

Ebenso für die musikalischen Beiträge der Mitwirkenden. Bastian Gölz an der E-Gitarre mit etwas Playback bekam ein Lob vom Bürgermeister: „Schon beeindruckend, wie schnell die Finger sind.“ Alexander Fisahn rappte „Go away“, und in der Band harmonierten Schüler und Lehrer bestens miteinander. Die Band entließ Schüler und Publikum auch mit „Wind of change“, der Wind der Veränderung, den die Absolventen nun spüren werden.

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