Klarinetten-Legende tritt im Konzerthaus auf

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 Das Giora Feidman Trio.
Das Giora Feidman Trio. (Foto: Stephan Haeger)
Schwäbische Zeitung

Nach dem Erfolg mit Frank Dupree und den Stuttgarter Philharmonikern geht es im Trossinger Konzerthaus weiter mit „Cross over“: Klarinetten-Star Giora Feidman will am Samstag, 27. April, um 20 Uhr im Dr.-Ernst-Hohner-Konzerthaus mit seinem Ensemble ein Feuerwerk aus Klassik, Jazz und Klezmer präsentieren. Die Musiker sind zu Gast im städtischen Kulturprogramm, das seit acht Jahren immer in der Woche nach Ostern mit dem Trossinger Festival „Akkordeon grenzenlos“ kooperiert und in der „EnTroTainment-Reihe“ von den Stadtwerken Trossingen unterstützt wird.

Die Attribute überschlagen sich, mit denen Fachpresse und Kollegen diesen Ausnahme-Musiker laut Pressemitteilung feiern: „Lang lebe Giora, seine Klarinette und seine Musik,“ schreibt der Dirigent und Komponist der „West Side Story“, Leonard Bernstein. „Er schlägt Brücken zwischen Generationen, Kulturen und Schichten, und er tut es mit vollendeter Kunst“. „Musik, die aus der Seele kommt“, bescheinigt ihm ein Kritiker, die FAZ schreibt: „Mit dem Zittern seiner Lippen drückt er die schönsten Melodien durch das Holz. Mit einem einzigen Atemzug lässt er unzählige Melodien erklingen.“

Laut Mitteilung ist es „kaum beschreibbar, was Feidman mit seiner Klarinette auf der Bühne anstellt: wie sie lacht und weint und erzählt, die Zuhörer packt und immer wieder aufs Neue verblüfft. Feidmans Anspruch auf Vielseitigkeit, seine eigenen innovativen Interpretationen des Tango, Jazz, der Klassik und des Klezmer fügen sich zu einem großartigen Gesamtwerk zusammen“.

1936 als Sohn jüdischer Einwanderer in Argentinien geboren, wird seine Jugend durch die spezifisch jüdische Musiktradition des Klezmer geprägt. Nach einer klassischen Musikausbildung wird Giora Feidman mit 18 Jahren in das Symphonie- und Opernorchester des Teatro Colon in Buenos Aires aufgenommen. Zwei Jahre später folgt die Berufung als jüngster Klarinettist in das Israel Philharmonic Orchestra. Er arbeitet mit allen bedeutenden Dirigenten seiner Zeit und entwickelt in dieser Zeit sein Verständnis von Musik als die „Sprache der innersten Seele“, als ein Mittel der Verständigung, das alle Grenzen überwindet.

Von New York aus, wo er als „King of Klezmer“ gefeiert wird, ebnet er dem „Jewish Soul“ den Weg auf die klassische Konzertbühne und rückgreifend auf seine argentinischen Wurzeln ist der Tango ein wesentliches Element seiner Musik. Internationale Filmprojekte erweitern den musikalischen Wirkungskreis. Anfang der 90er spielt Giora Feidman auf Einladung Steven Spielbergs mit Itzhak Perlman die Oscar-gekrönte Musik von „Schindlers Liste“ ein. Enrique Ugarte am Akkordeon, Guido Jäger am Bass und Murat Coskun am Schlagzeug bestechen laut Mitteilung „als gefühlvolle Begleiter und als großartige Solisten“.

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