Kinder lernen das Recherchieren

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In Büchern nachlesen, im Internet recherchieren, ein Experiment durchführen, all dies hatte die Teilnehmer beim Bibliotheks-Lern
In Büchern nachlesen, im Internet recherchieren, ein Experiment durchführen, all dies hatte die Teilnehmer beim Bibliotheks-Lern (Foto: Ingrid Kohler)

„Pitschnass“ ist das Thema des Kinderferienprogramms am Montagmorgen in der Stadtbücherei Trossingen gewesen. Treffender hätte der Titel nicht sein können – es goss in Strömen. Doch in der trockenen Bibliothek forschten die Teilnehmer in Büchern und im Internet rund ums Element Wasser.

Vielleicht war das Wetter für einige der 23 angemeldeten Teilnehmer ein Grund, nicht schon „pitschnass“ in die Bücherei zu kommen. So waren nur 15 Buben und Mädchen gefordert beim Bibliotheks-Lernspiel. „An insgesamt 20 Stationen könnt ihr euch mit dem Thema Wasser befassen“, erklärte Büchereileiterin Ingrid Bauser „ihr könnt an kniffligen Fragestellungen knobeln, in Büchern lesen, Musik hören am CD-Player, im Internet recherchieren oder gar ein Experiment durchführen – auf alle Fälle bringt euch dies viel für die Schule, denn wisst ihr schon, dass in jedem Buch eine Inhaltsangabe und ein Register ist, um sich leichter durchzufinden?“

Gut eine Stunde hatten die Teilnehmer, die in Zweier- und Dreier-Gruppen eingeteilt waren, Zeit, die Stationen zu durchlaufen. Antje Hermann (11 Jahre) und Ann-Sophie Hohner (10) überlegten gerade, welches der beiden Gedicht von Johann-Wolfgang von Goethe, die schon mehr als 300 Jahre alt sind, sie abschreiben sollen. „Wir nehmen Meeres Stille“, entschied Antje „das ist kürzer“.

Während Ann-Sophie das ihr diktierte Gedicht auf das Lösungsblatt schrieb, erklangen wenige Meter weiter aus der Stille zarte Töne aus der Experimentierecke: Nico Klink (11) und Florian Popp (9) hatten nach ersten „Ladehemmungen“ die „Glasharfe“ – vier mit unterschiedlich viel Wasser gefüllte Weingläser - zum Klingen gebracht. „Wir haben es probiert und keine Töne kamen, dann haben wir erst gelesen, dass man den Finger nass machen muss“. Ein Beweis für die Jungen, dass man immer zuerst die „Gebrauchsanweisung“ lesen sollte.

Bettina Flaig, Clara Messner und Michelle Böttcher sind auf der Suche nach Spartipps rund um den Wasserverbrauch. Die drei Neunjährigen bewegen sich dabei sehr sicher im Internet, gehen auf die vorgegebene Seite der Stadtwerke Villingen-Schwenningen und finden mehrere Tipps, die sie notieren. So sollte ein tropfender Wasserhahn schnellstens repariert werden, denn „wenn der Wasserhahn alle zwei Sekunden tropft, gehen in einem Jahr 800 Liter Wasser verloren“.

So war es in der Tat ein sehr lehrreicher „pitschnasser“ Montagmorgen, bei dem die Teilnehmer, nachdem alle Fragen noch gemeinsam durchgesprochen wurden, von Ingrid Bauser mit Urkunden und einem zum Thema passenden Preis, den das Reisebüro Hutter für jeden gestiftet hatte, nämlich einem Wasserball belohnt wurde.

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