Der Schuraer Ortschaftsrat schaute am Dienstagabend beim Foto-, Film- und Videoclub rein.
Der Schuraer Ortschaftsrat schaute am Dienstagabend beim Foto-, Film- und Videoclub rein. (Foto: Larissa Schütz)

An Leidenschaft für das gemeinsame Hobby fehlt es dem Foto-, Film- und Videoclub nicht, an Nachwuchs allerdings schon. Das wurde jüngst beim Besuch des Ortschaftsrats Schuradeutlich.

Hintergrund des Besuchs: „2017 haben wir uns die Räume des Schachvereins angeschaut“, erläuterte Ortsvorsteher Dieter Kohler, „deshalb wollten wir auch den Foto-, Film- und Videoclub kennenlernen.“ Beide Vereine sind im Schuraer Rathaus eingemietet, der Foto-, Film- und Videoclub seit Anfang der 90er-Jahre, wie Vorsitzender Michael Korb berichtete – übrigens in der alten Lehrerwohnung.

Zufällig fand sich neben den Ortschaftsräten auch gleich ein filminteressierter Trossinger ein: Willy Walter schaute vorbei, weil ihn „das Thema Bilder und Film schon immer begeistert“ habe. „Es ist sozusagen eine Familientradition“, sagte Walter. Er habe inzwischen schon viele alte Filme digitalisieren lassen, darunter Aufnahmen von Trossinger Kinderfesten in den 50er-Jahren. Er scheitere aber gelegentlich an bestimmten Filmschnitt-Programmen und würde sich freuen, seine Erfahrungen mit dem Verein auszutauschen.

Deutlich schwieriger sei es dagegen, Jugendliche für das Hobby zu gewinnen, sagte Vorsitzender Michael Korb. „Der Club überaltert langsam. Wir wissen nicht genau, woran das liegt.“ Die Mitglieder haben mehrere Erklärungen: Filmen sei ein sehr aufwendiges Hobby, so Jochen Dorrhauer, und dafür hätten die Jugendlichen keine Zeit.

Thomas Orsag glaubt, dass es auch daran liegt, dass das Equipment teuer ist – und der Verein Jugendlichen keine Technik zur Verfügung stellen kann, mit der sie arbeiten könnten. Karl-Heinz Rieger sieht den Grund zudem bei den heutigen Smartphones: „Die Jugend filmt damit“, sage er. Und: „Es ist unglaublich, was diese kleinen Geräte leisten.“

Er hofft, dass ein 17-jähriger Bekannter von ihm, ein „Film-Crack“, dem Verein neue Erkenntnisse in der Hinsicht liefern kann: Der Jugendliche habe sich bereiterklärt, einen Abend für die Mitglieder zu gestalten, so Rieger: „Er wird uns von Handy über Drohne bis zu Laptop alles vorführen, womit er arbeitet.“

Einmalige Zusammenarbeit

Deutlich durchmischter sind die Altersklassen dagegen beim Publikum des Kommunalen Kinos, für das der Verein die Technik bereitstellt. Ein großes Lob sprach der Ortschaftsrat dem Foto-, Film- und Videoclub hinsichtlich der Kooperation mit dem KoKi aus. „Die Zusammenarbeit der beiden Vereine ist einmalig“, freute sich Wolfgang Schoch. Um dem Publikum die bestmögliche Bild- und Tonqualität präsentieren zu können, wie Korb sagte, schaffte der Foto-, Film- und Videoclub eine zweite Anlage und bessere Geräte an. „Das Kino ist etwas besonderes“, stellte Korb fest. „Die Leute genießen Bild und Ton.“

Für Karl-Heinz Rieger, auf dessen Initiative die Gründung des Vereins 1975 zurückgeht, kam der Besuch der Ortschaftsräte gelegen: So hatte er die Gelegenheit, anzusprechen, dass er viele Trossinger Gemeinderäte bereits darauf angesprochen habe, dass die Filme, die der Verein der Stadt Trossingen in der Vergangenheit geschenkt hat, dringend digitalisiert werden müssten. „Alle wollten sich des Themas annehmen, aber bisher ist nichts dergleichen passiert und das tut schon weh“, berichtete Rieger enttäuscht.

„In diesen Filmen steckt viel Arbeit und Herzblut. Wir haben Umzüge gefilmt, Feste der Städtepartnerschaft – ab 1977 gibt es Aufnahmen. Die Stadt kann sich glücklich schätzen, solche Filme im Archiv zu haben.“

Digitalisierung drängt

Kohler konnte die Vereinsmitglieder in dieser Hinsicht ein wenig beruhigen: „Wir haben bereits eine stattliche Anzahl der Bänder digitalisiert“, berichtete er. Er werde Stadtarchivar Martin Häffner aber nochmals auf das Thema ansprechen.

Einen der alten Filme - gedreht anlässlich der 1150-Jahr-Feier in Schura 2001 - führte der Verein seinen Besuchern zum Abschluss vor.

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