Kampfrichter-Obmann Ginsel hört Ende des Jahres auf

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Bezirksobmann Michael Ginsel (links) und WRV-Kampfrichterreferent Manuel Senn (rechts) heißen Ersel Cetinkaya (Zweiter von link
Bezirksobmann Michael Ginsel (links) und WRV-Kampfrichterreferent Manuel Senn (rechts) heißen Ersel Cetinkaya (Zweiter von links) und Jan Müller nach erfolgreicher Prüfung im Team der Kampfrichter willkommen. (Foto: lh)

In der Arbeitsgemeinschaft Schwarzwald-Alb-Bodensee (ARGE-SAB) gibt es bei den Kampfrichtern einen Lichtblick. Die Personalsituation bleibt aber weiterhin angespannt.

Kampfrichter-Obmann Michael Ginsel (ASV Nendingen) berichtete beim ARGE-Staffeltag in Trossingen, dass mit Jan Müller (AB Aichhalden) und Ersel Cetinkaya (KSV Winzeln) zwei Jungkampfrichter bei den Stuttgart Open in Ehningen erfolgreich die Lizenz zum Pfeifen erworben haben. Sie hätten auf der Matte und in der Theorie gute Ergebnisse abgeliefert. Nach einer Auszeit ist Werner Dornfeld (KG Baienfurt) wieder dabei und für die am 8. September beginnende neue Wettkampfsaison könne auch wieder mit Waleri Hettinger (AB Wurmlingen) gerechnet werden, freute sich der Obmann.

Ginsel: In der Bilanz überwiegt das Negative

Die ARGE verfügt gerade über 24 lizenzierte Kampfleiter, 14 im Bezirk 4 Württemberg und zehn im Bezirk 1 Südbaden. Da ein Großteil in den Ligen der beiden Verbände und auf Bundesebene zum Einsatz kommt, bleibt die Situation in den Bezirken angespannt. Für ihn sei zum Ende des Jahres Schluss, sagte Ginsel. Er verspüre keine große Lust mehr auf das Pfeifen und das Ringen allgemein. Den Aufwand, den er seit 15 Jahren betreibe, werde ihm zu viel. Hinzu komme seine berufliche Dreischicht-Arbeit. In der Bilanz überwiege das Negative gegenüber dem Positiven, weshalb er sich so entschieden habe, bat Ginsel um Verständnis.

In der vergangenen Mannschaftsrunde hätten 180 Männer- und 160 Schülerkämpfe mit Kampfleitern eingeteilt werden müssen. Dabei sei er von Hettinger und Claudio Bibbo (KSK Furtwangen) gut unterstützt worden. Mangels Personal seien acht Begegnungen in der Bezirksklasse und 37 Paarungen bei den Schülern unbesetzt geblieben und mussten durch Trainer oder Betreuer der gastgebenden Mannschaft geleitet werden. Dies sei der höchste Stand seit er dabei sei, klagte der Obmann.

„Kümmert euch um Kampfrichter, sonst gehen die Lichter aus“

Längst sei die Situation eingetreten, die er und sein Amtskollege Bibbo seit vielen Jahren predigten: „Vereine sorgt für Kampfleiter, sonst geht irgendwann das Licht aus“. Künftig werde bei der Einteilung der Kämpfe darauf geachtet, dass zuerst die Vereine mit Mattenleitern berücksichtigt werden, die über einen lizenzierten Schiedsrichter verfügten, verriet Ginsel, der auf vereinzelte Trainer und Betreuer in der Pausenecke nicht gut zu sprechen war.

Nicht selten sitze dort jemand mit Straßenschuhen und Jeanshose. Die müssten rigoros weggeschickt werden. Bei den Stuttgart Open am vergangenen Wochenende habe er sich darüber geärgert, dass wenn Kämpfe auf der Matte eskalierten, die falschen Leute auf dem Betreuerstuhl säßen. Anstatt den eigenen Ringer zu beruhigen, werde der Kampfleiter, in diesem Fall noch Anwärter, aufs Übelste beleidigt. Ein Problem könnte auf die Ausrichter von Turnieren und Mannschaftskämpfe zukommen, wenn Flüchtlinge gegeneinander rängen. Da würden sich Gruppen bilden, die sich massiv angingen und schlechte Stimmung verbreiteten. Der gastgebende Verein müsse frühzeitig reagieren, forderte der Kampfrichter-Bezirkschef.

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