Kadertiefe bei Handballfrauen der HSG Baar ist begrenzt

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 Fühlen sich für die Landesliga gewappnet: die Handballerinnen der HSG Baar.
Fühlen sich für die Landesliga gewappnet: die Handballerinnen der HSG Baar. (Foto: hsg baar)
Rouven Spindler

Beim Aufsteiger HSG Baar schnuppern viele Handballerinnen das erste Mal Landesliga-Luft. HSG-Trainer Oliver Ulrich, der in seine dritte Saison geht, erwartet einige Veränderungen. „Es ist zum einen ein anderes Tempo, aber auch das Bestrafen von ausgelassenen Chancen wird ganz anders sein als in der Bezirksliga. Die Spiele werden zum Schluss oder in wenigen Minuten entschieden“, so Ulrich.

Auch auf eine andere Härte in der Landesliga werden sich vor allem die jungen Spielerinnen einstellen müssen. Aufgestiegen ist die HSG Baar mit einer überragenden Bilanz von 38:2-Punkten. Die Vorbereitung verlief „soweit ganz gut“, so Ulrich, aber: „Wir brauchen noch ein paar Wochen, um dort hinzukommen, wo ich die Mannschaft sehe. Fit ist sie auf jeden Fall durch das wöchentliche Athletiktraining.“ Lisa Frankenstein, Fitnesstrainerin, nehme Ulrich damit einen großen Part ab. Sie habe maßgeblich Anteil an dem guten Fitnesszustand.

In der Vorbereitung testete die HSG Baar unter anderem auch gegen einen Oberligisten. Ein wenig Sorgen bereitet dem Trainer die Kadertiefe: „Die ist begrenzt. Wir haben unsere ersten sechs, acht Spielerinnen, aber dann wird es schwer zu kompensieren.“ Torhüterin Sabrina Riemer wird nach einer Schulter-Operation erst zur Rückrunde zurückerwartet. Ansonsten stehen fünf Abgängen vier Neuzugänge gegenüber, darunter mit Kristin Eberl auch die neue Torhüterin. Ulrich: „Mit ihr haben wir die wohl beste Torhüterin der Liga. Was sie in den Spielen bisher gehalten hat, war sehr gut.“ Zusammen mit Schwester Sabrina, die im Abwehrzentrum eingeplant ist, wechselt sie von der TG Schwenningen zur HSG Baar. Aus der eigenen A-Jugend rückt Alicia Erdrich auf. Die linke Rückraumspielerin sammelte in der A-Jugend bereits Württembergliga-Erfahrung. Andrea Hobaj wurde reaktiviert. Wie stark sich der Abgang der fünf Spielerinnen auswirkt, wird sich im Laufe der Saison herausstellen.

Mit der Grundlage eines guten Starts und einer verletzungsfreien Runde will der Aufsteiger die Liga halten. „Mit Teams wie der HSG NTW, der HSG Albstadt, der HSG Hossingen-Meßstetten oder dem Topteam SpVgg Mössingen wird es eine interessante Liga. Unser Auftaktprogramm ist anspruchsvoll“, so Ulrich, dessen Mannschaft an diesem Wochenende noch spielfrei sein wird.

Zur Vorbereitung auf den Start am 21. September legte er den Fokus auf das Tempospiel, die Integration der Neuzugänge und die Flexibilität in der Abwehr. „Das Tempospiel macht bei mir immer etwa 30 Prozent in jedem Training aus. In der Abwehr haben wir neben der 5:1-Abwehr eine zweite Variante trainiert. Es ist noch ein weiter Weg, bis wir von der Konzeption her sagen können: ‚So können wir spielen‘“, so der HSG-Coach. Die Landesliga-Rückkehr beginnt für den Aufsteiger mit dem schweren Auswärtsspiel in Mössingen.

Zugänge: Sabrina Eberl, Kristin Eberl (beide TG Schwenningen), Andrea Hobaj (reaktiviert), Alicia Erdrich (eigene A-Jugend).

Abgänge: Celine Biesinger (HSG Albstadt), Corinna Marquardt, Dajana Petrovic (beide TV Weilstetten), Amelie Siegel (Studium), Carina Schmitz (tritt kürzer/vierte Mannschaft).

Trainer: Oliver Ulrich (3. Saison).

Athletikbereich: Lisa Frankenstein.

Saisonziel: Mit einem guten Start den Klassenerhalt schaffen.

Meisterschaftsfavoriten: Spvgg Mössingen, HSG Böblingen/Sindelfingen.

Kader: Tor: Kristin Eberl, Noelle Mentzel, Sabrina Riemer. Feld: Simone Laufer, Aline Spehar, Larissa Schuler, Nicole Hess, Luisa Köller, Alicia Erdrich, Marleen Marquardt, Annkatrin Irion, Marilena Kratt, Katharina Klein, Nicole Walter, Stefanie Schabert, Andrea Hobaj, Sabrina Eberl.

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