„Im 4 Eck“ ist nicht nur Kunst im Rahmen

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Bis 8. Dezember ist die Ausstellung zu sehen.
Bis 8. Dezember ist die Ausstellung zu sehen. (Foto: siegrid bruch)
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Großes Interesse bei der Eröffnung der Jahresausstellung des Kunstvereins Trossingen am Donnerstagabend: 29 Künstler zeigen im Konzertsaal der Bundesakademie ihre Werke zum Thema „Im 4 Eck“.

Dieses Jahr werde bei der 14. Jahresausstellung des Kunstvereins die Form stärker betont, aber auch begrenzt, mit Farbe gefüllt und strukturiert. Gleichzeitig erfahre die Form eine konkrete Begrenzung durch vier Ecken, betonte der Vorsitzende des Kunstvereins Gerhard Messner zur Begrüßung der Gäste der Vernissage.

„Sie werden überrascht sein, was alles in diesem unschuldigen Titel steckt“, betont die Kunsthistorikerin Elvira Mienert aus Tübingen zu Beginn ihrer Einführung. „Im 4 Eck“ meint mehr als nur Kunst im Rahmen zu sein, sie fällt oft aus demselben oder verzichtet auf ihn. 4-eckig scheint nicht unbedingt „ein nur Rechteck“ zu meinen, oft wird der Begriff auch mit Quadrat gleichgesetzt, erklärt die Kunsthistorikerin, die sich in ihrem Vortrag jedem einzelnen der ausstellenden Künstlerinnen und Künstler widmete. So finden sich auch in der weit überwiegenden Zahl der Werke Quadrate. Sie sind entweder gleich zu erkennen, indem ein quadratisches Format gewählt wurde, oder es ergeben viele Quadrate wieder ein Rechteck. Sie begegnen dem Betrachter flächig oder als Rahmen, aufgeklebt oder gar als Kubus. Natürlich spiele der Titel auch auf das diesjährige Bauhausjubiläum an. Elvira Mienert ging auf die von Bauhauslehrer Johannes Itten entwickelte Theorie der Farbkontraste ein, so auch den Hell-Dunkel-Kontrast, den Kalt-Warm-Kontrast, den Qualitätskontrast, den Quantitätskontrast, den Simultankontrast und erläuterte sie an den verschiedenen ausgestellten Kunstwerken.

Die Vernissage wurde hervorragend umrahmt von einem Quartett der Dozenten der Bundesakademie mit Julia Hülsmann am Flügel, Susanne Paul am Violoncello, Tobias Reisige an der Blockflöte und Tilmann Dehnhard an der Jazzflöte.

Die Ausstellung in der Bundesakademie ist bis einschließlich 8. Dezember im Konzertsaal zu sehen. Am Mittwoch, 27. November, findet um 19 Uhr ein Künstlergespräch mit Musik und Bewegung statt. Die Finissage ist am Sonntag, 8. Dezember, um 11 Uhr mit Günther Thamm am Klavier.

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