Hilfsprojekt sucht Grundstück in Katutura

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Seit einigen Jahren engagiert sich die Trossingerin Elke Reinauer in Namibia. Ihr Hilfsprojekt NGO Creabuntu ist seitdem gewachsen: Jetzt sucht sie ein Grundstück in der Stadt Windhoek-Katutura, um dort bauen zu können.

„Ubuntu - ich bin, weil du bist“: Dieses südafrikanische Lebensprinzip lernte Elke Reinauer bei ihrem ersten Namibiaaufenthalt 2015 kennen. Land und Leute berührten sie so sehr, dass sie Creabuntu gründete, eine Wortschöpfung aus Create und Ubuntu. Das Projekt bietet Kindern Kunst- und Kreativitätsworkshops. Die ausgebildete Schauspielerin und Autorin fing zunächst an, Theaterworkshops in Katutura zu geben, einem armen Viertel der Stadt Windhoek. Später kamen Schreibworkshops hinzu.

Sie knüpfte Kontakte und half in der Suppenküche von Samuel Kapepo in Ombili. Dieser zeigte sich sehr interessiert an ihrem Projekt. All dies führte dazu, dass Reinauer die NGO Creabuntu in Namibia eintragen ließ. Nun ist diese NGO zu einer Kooperation zwischen der Suppenküche in Ombili, Elke Reinauers kreativen Workshops für Kinder und Sebastian Umbach vom Verein für Kultur, Bildung und Freizeit, der die Suppenküche schon seit Jahren unterstützt, geworden.

Inzwischen sind die Helfer auf der Suche nach einem Grundstück, um in Katutura ein Gebäude zu bauen, in dem die Kunstschule und Suppenküche ein Zuhause finden sollen. Bisher kocht das Team um Samuel Kapepo zwei Mal in der Woche im Gemeindezentrum in Ombili.

Die Grundstücksuche gestalte sich als Herausforderung, so Reinauer. Seit einem Jahr sucht die NGO bereits nach einem freien Stück Land in Katutura, bevorzugt Ombili. Für ein städtisches Grundstück hatte sie sich bereits im Januar beworben, „doch die Mühlen der Stadtverwaltung mahlen langsam“, sagt sie. Ein Makler sei nun eingeschaltet, und die NGO hofft, bald ein Grundstück zu finden. „Sponsoren und Gelder sind vorhanden, sobald Land gefunden ist, können wir loslegen. Wir scharren sozusagen schon mit den Hufen“, sagt Elke Reinauer. Sie wird im Dezember wieder vor Ort sein, um Kunstworkshops für Kinder durchzuführen. Und die Grundstückssuche weiter zu verfolgen. Ihr Mann vor Ort, Samuel Kapepo, hält derweil die Stellung in Ombili.

Viele Spenden seien auch aus Trossingen gekommen, darüber habe sich Reinauer sehr gefreut.

Sie reist jedes Jahr nach Namibia, um mit lokalen Künstlern in Katutura Workshops für Kinder zu geben. Durch Theater, Zeichnen, Malen, und Gestalten sollen Kinder ihre Kreativität entdecken und lernen, sich auszudrücken, um später einmal starke Persönlichkeiten zu werden, die ihr Leben selbst gestalten können.

Reinauer besuchte als Kind Theaterkurse und weiß aus Erfahrung, wie sehr Kunst helfen kann, selbstbewusst zu werden. „Ich war ein sehr schüchternes Kind, erst durch Theater lernte ich, aus mir herauszugehen. Das Gleiche möchte ich nun Kindern im Township geben.“

Zusammen mit lokalen Schauspieldozenten und bildenden Künstlern führte Reinauer in den vergangenen vier Jahren Workshops für Kinder im Township durch. Diese endeten mit einer Theateraufführung vor Publikum und kamen gut an. „Die Workshops finden bisher immer an verschiedenen Orten in Katutura statt“, sagt Reinauer. Auch in diesem Jahr im Dezember und Januar wird sie wieder an verschiedenen Orten, darunter ein Waisenhaus, Kindern mit Workshops beschäftigen. Doch mit einem Gebäude könne man das ganze Jahr über diese anbieten, sagt Reinauer. Sie hoffe, bis nächstes Jahr ein Grundstück zu finden.

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