Hilfsorganisationen üben gemeinsam

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Silvia Müller

Eine Massenkarambolage auf der Autobahn, an der 14 Fahrzeuge beteiligt sind. 22 Verletzte, sechs davon schwer, fünf mittel und elf leicht verletzte Personen. Das ist das gedachte Szenario einer gemeinsamen Übung von Feuerwehr, THW und DRK am Samstagnachmittag auf dem Gelände der Firma Remondis gewesen.

Fünf Fahrzeuge der Feuerwehr Trossingen, drei aus Deißlingen, zwei Fahrzeuge des THW Trossingen und eines aus Villingen, zwölf Rettungsfahrzeuge des Rettungsdienstes Tuttlingen, aus dem Ortsverband (OV) Trossingen zwei Fahrzeuge, aus dem OV Tuttlingen waren es drei, der OV Spaichingen war mit zwei Fahrzeugen dabei, der OV Wehingen kam mit zwei Fahrzeugen und die integrierte Leitstelle war mit sechs Personen an der Übung beteiligt. Insgesamt haben 170 Helfer an der Übung teilgenommen.

„Der Ursprung zu dieser Übung liegt im November letzten Jahres, als wir die Planung für 2019 besprachen. Eine kleine gemeinsame Übung zu machen, war unser Grundgedanke“, erläuterte Ralf Sorg, Mitglied des Planungsteams der Feuerwehr. Aus den Reihen des DRK sei dann der Vorschlag gekommen, den Rettungsdienst Tuttlingen sowie die integrierte Leitstelle mit einzubeziehen. Weitere Ortsverbände der Hilfsorganisationen bekundeten ebenfalls ihr Interesse an einer Teilnahme. Für die realistische Darstellung der Verletzten wurde die Beteiligung eines „Mimtrupps“ notwendig. „So wurde die Übung groß und wir bildeten ein Planungsteam“, sagte Ralf Sorg.

Von der Feuerwehr waren Ralf Sorg, Till Held und Jonathan Brodbeck im Planungsteam. Das THW war mit Philipp Barho vertreten, für das DRK sprach Claudia Weiss. Von der Tuttlinger DRK-Leitstelle war Ercan Köse im Planungsteam, für den Mimtrupp kam Ricarda Stannecker. Die Mitarbeiter der Firma Remondis hatten auf dem weitläufigen Gelände genügend Platz geschaffen, das Szenario realistisch aufzubauen. „Dafür sind wir zu Dank verpflichtet. Ebenso dafür, dass wir mit Kaffee und Getränken versorgt wurden und die sanitären Anlagen nutzen durften“, so Sorg. „In solch einer Situation ist die größte Herausforderung, sich einen Überblick zu verschaffen“, sagte Kreisbrandmeister Andreas Narr, der die Übung mit beobachtete. Die Ausgangslage sei immer chaotisch.

In der Realität gelte es, eine gemeinsame Führungsebene zu etablieren, auf Augenhöhe zu arbeiten, klar zu kommunizieren und eine Struktur herzustellen, so Narr. Es sei wichtig, Einsatzabschnitte zu bilden und Aufgaben zuzuordnen. Nur so könne jeder Mitarbeiter seinen Dienst gut ausführen. Die Mitarbeiter der integrierten Leitstelle nutzten die Übung, um das gedachte Geschehen bis zum Ende durchzuspielen. Ihre Aufgabe ist es, die Patientenversorgung, beziehungsweise deren Zuweisung in eine Klinik, ob im Rettungswagen, oder per Hubschrauber, zu organisieren. „Alle Helfer nehmen wertvolle Erkenntnisse aus der engagierten Zusammenarbeit der an der Übung beteiligten Einheiten mit“, waren sich Andreas Narr und Ralf Sorg als erstes Fazit einig. „Wir vom Planungsteam sind froh, dass die Übung so gut gelaufen ist. Von den Helfern haben wir bereits die Rückmeldung bekommen, dass sie es gut fanden, in der Form gefordert zu werden“, fügte Sorg hinzu.

Die umfangreiche Dokumentation der Übung bildete die Grundlage für die Nachbesprechung, die im Anschluss stattfand. Sie wird im Zukunft auch immer wieder Basis von Schulungseinheiten. Diese Nachbesprechung fand im Rahmen eines Essens statt, das von einem Küchenteam des THW zubereitet wurde. „Auch das ist Teil der Übung, denn in der realen Situation müsste das Technische Hilfswerk die Helfer auch versorgen“, so Ralf Sorg.

Die Vorarbeit für diese Übung begann für die Mitglieder der Feuerwehr bereits im Januar: 14 Fahrzeuge galt es zu beschaffen, die mussten „trockengelegt“ werden, die Stoffe mussten getrennt gesammelt und fachgerechter Entsorgung zugeführt werden. „An dieser Stelle danken wir dem Unternehmen, das uns bei der Beschaffung der Fahrzeuge geholfen hat“, sagte Ralf Sorg abschließend.

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