Hilfsfonds unterstützt auch Simbabwe

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Fabian Flender und Klaus Kopp von der Kernen-Maswingo-Gesellschaft befüllen den Rettungswagen, den sie demnächst nach Simbabwe b (Foto: Frank Czilwa)

Der Deutsch-Namibische Hilfsfonds Quandt e.V. hilft nicht nur in Namibia, sondern unterstützt, wenn sich eine Gelegenheit bietet, auch andere Hilfsprojekte in Afrika. So kommt jetzt eine Ladung Hilfsgüter – unter anderem Operationsbesteck und selbstgestrickte Decken – einem Krankenhaus in Simbabwe zugute.

Vor der Volksbank Trossingen steht ein Rettungswagen. Nicht etwa, weil ein Kunde einen Kreislaufzusammenbruch erlitten hätte. Vielmehr sind Steuerberater Klaus Kopp und Student Fabian Flender dabei, mit Hilfe von Ex-Volksbank-Vorstand Georg Quandt das Gefährt mit Kisten und Decken zu füllen, die zusammen mit dem Rettungswagen selbst nach Afrika verschifft werden.

Dank großzügiger Spender und der rührigen Frauenkooperative um die Geschwister Welte in Böttingen sind die Lager des Deutsch-Namibischen Hilfsfonds in Trossingen wieder voll. Doch unter anderem wegen Zollproblemen wird es schwierig, alles in Namibia an den Mann zu bringen, so Georg Quandt, Gründer des nach ihm benannten Hilfsfonds. Da aber Operationsbestecke und weitere Hilfsgüter an anderen Orten in Afrika genauso dringend gebraucht werden, geht diese Ladung nun nach Simbabwe, einem Nachbarland von Namibia. „Hauptsache, das kriegen Kinder, die bedürftig sind“, so Quandt. Und bei der Kernen-Masvingo-Gesellschaft (siehe auch den Info-Kasten rechts) weiß Quandt, dass dies zu hundert Prozent der Fall ist.

Kompletter Rettungswagen geht nach Afrika

Die Gesellschaft schickt demnächst den kompletten Rettungswagen per Container in eine Klinik nach Simbabwe. Und der Wagen wird voll sein mit Decken, Ärztekitteln, von Tuttlinger Medizintechnik-Unternehmen gespendeten OP-Bestecken und anderen Hilfsgütern. Die Frauenkooperative um die Geschwister Welte aus Böttingen hat wieder rund 300 Schlafdecken gestrickt. Auch Hunderte von Solar-Taschenlampen sind mit dabei, mit denen sich die Kinder nachts ihren Weg erleuchten können, wenn sie zwei Stunden zu Fuß unterwegs sind, um die Bondolfi-Schule der Schwestern vom Heiligen Kreuz besuchen zu können.

„Ich weiß, die Spenden sind damit in guten Händen“, sagt Georg Quandt. Denn wie der Deutsch-Namibischen Hilfsfonds schickt auch die Kernen-Masvingo-Gesellschaft (KMG) nicht einfach nur die Sachen nach Afrika, sondern schaut auch vor Ort, dass sie dort sachgerecht verwendet werden.

„Im Moment ist die Situation in Simbabwe friedlich“, berichtet Klaus Kopp. Der Steuerberater mit Praxis in Waiblingen hat sich einst durch einen Vortrag von Georg Quandt für das Thema Afrika begeistert und seitdem seine Liebe zu dem Kontinent entdeckt. Inzwischen ist er Beisitzer im Vorstand der KMG und war selbst bereits sechs Mal im südlichen Afrika. Demnächst wird er mit seiner Familie und einer weiteren Familie wieder dorthin reisen und den Weg der Hilfsgüter begleiten. „Die Simbabwer sind unglaublich liebevolle Menschen“, sagt er, „sehr, sehr freundlich“. Trotz 90 Prozent Arbeitslosigkeit im Land und der umstrittenen Herrschaft von Präsident Robert Mugabe, der inzwischen allerdings auch schon 89 Jahre alt ist.

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