Heimisches Publikum motiviert

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Das fachkundige Publikum zeigte sich begeistert vom Auftritt des Hohner-Akkordeonorchesters unter Leitung von Johannes Baumann
Das fachkundige Publikum zeigte sich begeistert vom Auftritt des Hohner-Akkordeonorchesters unter Leitung von Johannes Baumann und mit Solist Matthias Mutzke. (Foto: Siliva Müller)
Silvia Müller

„Wenn wir vor heimischem Publikum spielen, sind wir immer besonders aufgeregt“, sagte Matthias Keller, der Vorsitzende des Hohner-Akkordeonorchestesr noch vor einer Woche. „Und wenn wir dann feststellen, dass der Vorverkauf gut läuft ist das Motivation und Druck zugleich“. Das Interesse an dem Konzert war so groß, dass das Konzerthaus beinahe bis auf den letzten Platz besetzt war.

Das lag wohl auch an der Zusammensetzung des Programms. Das Hohner-Akkordeonorchester unter der Leitung von Johannes Baumann gab sein Jahreskonzert und hatte Matthias Matzke eingeladen, einen Solo-Part zu spielen.

Die Gastgeber eröffneten den Abend majestätisch mit der „Festive Ouverture“. Mit der „Werziade IV“ zeigten die Musiker, wie die Gefühle, Schmerz, Abschied und Wandlung, per Akkordeon ausgedrückt werden können. „Die Komödianten“, lädt die Zuhörer ein, ihre Augen zu schließen und sich einen Marktplatz vorzustellen, auf dem Gaukler und Schauspieler auftreten. Galopp, Walzer, Pantomime und Gavotte, ein lebendiges Treiben.

Das Lieblingsstück jedes Akkordeonisten

„La Campanella“ gaben das Orchester und Matthias Matzke gemeinsam zum Besten. In seiner Ansage sagte Matthias Keller: „Das ist das Lieblingsstück eines jeden Akkordeonisten, solange er es nicht spielen muss.“ Die Aufführung klappte hervorragend und das Publikum war schon zur Pause begeistert.

Das Soloprogramm von Matthias Matzke begann mit „Pokemon“ von Junichi Masuda, das der Musiker selbst arrangiert hat. Zu Beginn der Woche hatte eine Grippe Matzke noch fest im Griff. Daher bat er um Verständnis, dass er das sehr lange und anstrengende Stück „Schattensprünge“ nicht spielen könne. Er tröstete sein Publikum mit einer Eigenkomposition, die er erst am Donnerstag geschrieben habe, so erklärte er.

Dabei nutzte Matthias Matzke die Gelegenheit, sich bei all denen zu bedanken, die ihn auf seinem Weg bisher immer unterstützt haben. „Ich bin dankbar dafür, dass meine Familie und meine Freunde immer hinter mir stehen“, sagte er. Musikalisch kam der Dank mit „Walz vor Anita“ zum Ausdruck.

Den „Tango pour Claude“ und „The Secret Place“ spielte der junge Musiker mit dem Digitalakkordeon. Einem Instrument, das sich wie ein Akkordeon spielt und das alle digitalen Möglichkeiten bietet. Jubel, Pfiffe und langer Applaus waren sein Lohn. So erklatsche sich das Publikum eine Zugabe.

Das Hohner Akkordeonorchester spielte danach noch „Ruslan und Ludmilla“, einen Klassiker der Orchestermusik und mit „Conga del Fuego“ kubanisch temperamentvolle Rhythmen.

Von etwas Gutem möchte der Mensch gerne immer noch etwas mehr und so hörten mehrere hundert Menschen nicht auf zu klatschen bis die Zugabe kam. Und dann noch die zweite, „Ma-Na-Ma-Na“, Text ganz einfach, Melodie weltbekannt und plötzlich ging die Türe auf und Matthias Matzke kam dazu. Stehender Beifall war die Reaktion und das Orchester musste noch eine dritte Zugabe geben. Ein restlos begeistertes Publikum verweilte zum Teil noch bei Gesprächen im Foyer des Konzerthauses.

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