Hauptstraße wird zur Fest- und Museumsmeile

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Tzu-Hsuan Chuang

Gen Himmel abheben, in die Vergangenheit reisen oder einfach nur hemmungslos einkaufen: Das Stadtfest Trops hatte mit verkaufsoffenem Samstag und zahlreichen Attraktionen in diesem Jahr Altbewährtes und ganz Neues zu bieten. Allerdings hielt die Hitze bis zum Spätnachmittag potenzielle Gäste vom Besuch ab.

Aus der Hauptstraße und einem Teil des Schwabenparks haben Gewerbeverein, Trossingenactiv und das Auberlehaus in diesem Jahr das „vermutlich längste Museum der Welt“ gezaubert und präsentierten einen Vergleich von damals und heute. Der Vorsitzende des Museums, Volker Neipp, führte die Gäste in historischer Tracht durch das Straßenmuseum. Mit insgesamt drei Kilometern Länge ist es „wahrscheinlich das längste Museum der Welt“, sagte er. „Dazu haben wir acht Zeitrahmen geschaffen, um zu zeigen, wie sich eine Stadt verändert“, erzählte Volker Neipp in seiner Führung. Im ersten Zeitrahmen konnten die Anwesenden den früheren Stadtbahnhof Trossingen betrachten. Die heutige belebte Hauptstraße war früher die Vorstadtstraße.

Aber nicht nur die Bilderrahmen waren von Bedeutung, auch in den Geschäften waren Museumsstücke aus dem Auberlehaus ausgestellt. Die bekannte Sonntagstracht, die 1979 getragen wurde, stand am Schaufenster des Modehaus Messners. „Allein an Kleidung ohne die Trossinger Tracht gibt es rund 3000 Stück im Auberlehaus. Von der Trossinger Tracht haben wir 15 000“, berichtete Neipp.

Weiter ging es mit den damaligen Essgewohnheiten: „Man ist, was man isst.“, sagte Neipp beim Nudelhaus angekommen, wo ein weiteres Museumsstück ausgestellt wurde: „Nur Spätzle und Kraut. Viel mehr gab es damals nicht.“

Beim Schuhhaus Dufner angekommen, erzählte Neipp über die Stramin-Schuhe, ein grobes Gewebe aus Baumwolle, die die Menschen bis 1880 getragen haben. Im Schaufenster standen die alten chinesischen Schuhe, in denen die Menschen früher ihre Füße ganz eingebunden hatten.

An der Türe der Musikhochschule blieb Neipp stehen. „Hier wurde Europa manifestiert“, sagte er und forderte die Besucher auf, einen Blick auf die Türe zu werfen: Dort prangten die umgeschriebenen Noten der Europahymne von Beethoven. „Sie sind verdeckt, nur der, der es sehen will, sieht es“, verriet Neipp.

Einen Blick in die Vergangenheit erlaubte auch die Oldtimer-Traktorparade. Vereine, Schulen und die örtliche Gastronomie sorgten für die Bewirtung, während verschiedene Gruppen sich auf den Bühnen am Markt- und Bärenplatz um musikalische Unterhaltung kümmerten: die Hip-Hop-Gruppe der Musikschule, die Musikgruppe Klasse 3 der Friedensschule, die Trachtengruppe, die Bläserbuben, das Jugendorchester des Orchesters Hohnerklang, das Schulorchester der Musikschule, das Saxophon-Ensemble der Musikschule, die Mundharmonikagruppe der Rosenschule und die Hip-Hop-Tanzgruppe des Gymnasiums.

Gewinner heben ab

Kostenlose Pendelzüge brachten die Gäste in den Schwabenpark und zur Firma Haas Schleifmaschinen, die ihren Tag der offenen Tür veranstaltete. Unternehmensrundgänge gab es im Zehn-Minuten-Takt, während die rund 30 Azubis ihre jeweiligen Ausbildungsberufe präsentierten. Als Publikumsmagnet entpuppte sich das Live-Schleifen - so wurde zum Beispiel die Herstellung eines Knies demonstriert. Die rund 600 Gäste unternahmen zudem viele Probefahrten bei den E-Bike-Partnern der Firma Haas.

Den ganzen Tag über konnten die Besucher an einer Verlosung rund um das Straßenmuseum teilnehmen - und die Gewinner hoben noch am selben Tag direkt auf dem Maschke-Platz mit dem Heißluftballon ab. Stefan Kern, Vorstandsmitglied der Volksbank, verkündete Thea Haigis und Markus Gieringer als Gewinner. Sonne und blauen Himmel gab es zwar im Übermaß, aufgrund der Hitze und der entstandenen Thermik durch Erwärmung des Bodens, wodurch der Bodenwind zunahm, musste die Ballonfahrt allerdings um zwei Stunden verschoben werden - dann aber startete der Heißluftballon erfolgreich in die Höhe.

Ebenfalls in den frühen Abendstunden fand wieder das beliebte Beachvolleyball-Turnier statt. Mit insgesamt 16 Mannschaften begann das Turnier unter der Leitung der Volleyball- Abteilung der TG Trossingen.

Der Sand war aber nicht nur für die Volleyballer gedacht: Mit der anschließenden Beach-Party unter musikalischer Begleitung der „Pop-Soul-Band“ der Musikhochschule klang das Trops in der Nacht aus.

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