„Gleiche unter Gleichen“ üben im PopCamp

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Jens Eckhoff von Wir sind Helden hilft den Nachwuchsmusikern auf dem langen Weg zu Ruhm und Geld. (Foto: Cornelia Addicks)
Schwäbische Zeitung
Cornelia Addicks

PopCamp, die achte: Bereits seit 2005 ist die Trossinger Bundesakademie eine Woche lang eine Art Trainingslager für Nachwuchsbands aus ganz Deutschland. In diesem Jahr werden 20 Musiker und Sänger von zehn Fachleuten intensiv beraten.

Einer der Dozenten ist Jens Eckhoff, Gitarrist und Keyboarder von Wir sind Helden. Ende April war er zum ersten Mal einer der Juroren, die in Celle im Auftrag des deutschen Musikrats die fünf Teilnehmer des Meisterkurses bestimmten. Allerdings war da schon eine strenge Vorauswahl der von 170 Experten der Musikbranche vorgeschlagenen Gruppen getroffen worden: „Unsere Aufgabe war es, drei der acht Kandidaten abzuwählen“, erinnert sich Eckhoff. Das Projekt PopCamp gefiel ihm und er bewarb sich um eine der einwöchigen Dozentenstellen - mit Erfolg. In dieser Woche berät Eckhoff, selbst auch Komponist und Produzent, die fünf Bands in den Bereichen „Arrangement, Songwriting und Producing“.

Schon am Sonntagabend hatte Prof. Udo Dahmen, Kurator und Supervisor des PopCamps, die zwanzig Teilnehmer in Trossingen begrüßt. Der Montag war dann mit Team-Building-Aktivitäten und der Vorbereitung des Auftritts am Abend im Tuttlinger Rittergarten gewidmet gewesen. Seit Dienstag läuft das eigentliche Training, So bietet Sandra Kloska Hilfestellung im Bereich „Kommunikation und Medien“, Bettina Habekost berät zu „Bühnenpräsenz, Choreographie und Performance“. Tipps zur Tontechnik erhalten die Teilnehmer von Timo Krämer und mit dem gerade höchst aktuellen Thema „Musik- und Medienrecht“ beschäftigen sich Oliver Heinz und Michael von Rothkirch, beides Fachanwälte im Bereich Urheberrecht. Die Themen „GEMA, GLV und KSK“ bereitet Lothar Scholz auf, der Autor eines Standardwerks zu diesem Bereich.

„Stimme, Sprache und Gesang“ ist das Fachgebiet von Annette Marquard von der Mannheimer Popakademie. Auch Oliver Rüger, Kai Thomsen, Tobias Siefert und der Lichtdesigner Jojo Tillmann stehen den Bands mit ihrer jeweiligen beruflichen Erfahrung beiseite. Künstlerischer Leiter des PopCamps ist Henning Rümenapp von den Guano Apes.

Die weiteste Anreise nach Trossingen hatten die vier Hamburger Musiker von U3000, gefolgt von dem Duo Anne Haight aus Berlin. Aus Geseke bei Münster kommen die vier Hip Hopper von Aufbau West, aus der Gegend um Ulm und Schwäbisch-Hall sind Fugitive Dancers, die schon beim Southside-Festival viele Fans hatten.

Stuttgart ist die Heimat der vier Deutschrocker von Heisskalt, mit die jüngsten Teilnehmer in diesem Jahr. „Voll schön“ sei es in der Bundesakademie mit „Wald und Wiese“, sagte Heisskalt-Sänger Philipp Koch beim Konzert im Rittergarten.

Die Stimmung während der gesamten Arbeitsphase wird getragen von der Begeisterung der Teilnehmer und Dozenten. Sie alle verstehen sich als Team - Ziel ist es, einen möglichst großen Mitnahmeeffekt für die Band zu schaffen, um ihnen das Rüstzeug auf dem oft langen Weg zum Erfolg zu geben. Ihr Talent wurde ihnen durch die Einladung ins Camp schließlich schon bescheinigt.

Das PopCamp ist kein Wettbewerb, wie Leiter Michael Teilkemeier betont. Die Bands können sich nicht selbst bewerben und die fünf Teilnehmen sind „Gleiche unter Gleichen“".

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