Gitarrist Phileas Baun will seine Vielseitigkeit zeigen

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 Phileas Baun.
Phileas Baun. (Foto: Musikhochschule)
Schwäbische Zeitung

Vor wenigen Tagen erst hat der diesjährige Träger des Iris Marquardt Preises der Trossinger Hochschule für Musik, der Gitarrist Phileas Baun, auch den 25. Lions Musikpreis auf nationaler Ebene gewonnen und wird Deutschland und seine Heimathochschule demnächst auf dem Lions-Europaforum in Tallinn (Estland) vertreten. Doch zuvor steht der 21-jährige Gitarrist aus der Klasse Prof. Raman Hampel am Donnerstag, 13. Juni, 19.30 Uhr beim Iris Marquardt-Preisträgerkonzert auf der Bühne des Konzertsaals der Musikhochschule, wie diese mitteilt.

Die künstlerische Vielseitigkeit des jungen Preisträgers reicht in seinem Konzertprogramm von der Bach-Interpretation über Piazzollas „Cafe 1930“ und moderner Sololiteratur bis hin zur experimentellen Ensemble-Performance mit den Open Source Guitars und dem neuen Open Source Ensemble des Landeszentrums Musik-Design-Performance. Phileas Baun reihe sich nun ein in eine bald 25-jährige Tradition dieses Nachwuchs-Preises, der einst zur Erinnerung an die Mitbegründerin des Fördervereins der Hochschule ins Leben gerufen worden war. Der Eintritt ist frei.

Die in der Gitarrenszene viel beachtete Ensemblekultur der von Prof. Hampel begründeten Trossinger Open Source Guitars hat auch die künstlerische Persönlichkeit Bauns maßgeblich beeinflusst. Insofern ist es laut Mitteilung nur folgerichtig, dass er sich nicht nur mit Solowerken von Bach und Hans Werner Henze sowie dem Duo „Café 1930“ aus Piazzollas „Histoire di Tango“ mit der Cellistin Linda Evelina Heiberga, sondern auch im Ensemble vorstellt. Eine Premiere unter der künstlerischen Leitung der neuen Landeszentrums-Professorin Sonja Lena Schmid ist der Auftritt des Open Source Ensembles mit Larry Polanskys Komposition „Ensemble of Notes“ für Gitarre, Akkordeon und Kontrabass. Die Laudatio auf den Preisträger wird der neue Rektor Prof. Christian Fischer halten, während der Vorstand der Iris Marquardt Stiftung den Preis überreichen wird. Förderverein und Stiftung haben erstmals Musik auch für den anschließenden Sektempfang bestellt: Die Jazzer der Musikhochschule sorgen für klingende Akzente für den geselligen Teil des Abends.

Seit seinem 15. Lebensjahr studiert Baun Gitarre in der Klasse von Prof. Hampel in Trossingen, 2017/18 als Erasmus-Stipendiat am Royal Conservatory Den Haag. Er ist Gründungsmitglied des Ensembles „Open Source Guitars“, mit dem er Konzertreisen nach Brasilien und Mexiko, Paris, Berlin und Salzburg unternahm. Seine experimentelle Stummfilmvertonung „Nosferatu“ zeigte das Ensemble in wichtigen deutschen Kinosälen, darunter das Deutsche Filmmuseum Frankfurt, die F.W. Murnau Stiftung Wiesbaden und das Filmmuseum Potsdam/Studio Babelsberg. Jüngste Projekte waren Uraufführungen im Rahmen der Donaueschinger Musiktage 2018 als Kooperation mit dem IRCAM Paris. Gemeinsam mit ehemaligen Trossinger Gitarristen gründete Baun in diesem Jahr das Ensemble „The Interstring Project“ mit ersten Konzertengagements in Österreich und Frankreich für 2019/2020.

Der Iris Marquardt Preis, der seit 1997 jährlich vergeben wird, geht zurück auf das große kulturelle und soziale Engagement der Rietheim-Weilheimer Unternehmergattin Iris Marquardt, gebürtige Trossingerin und Mitbegründerin des Fördervereins der Hochschule. Anlässlich ihres Todes 1996 wurde der Iris-Marquardt-Fonds begründet und der nach ihr benannte Preis ins Leben gerufen. 2007, nach dem Tod ihres Gatten, des Unternehmers und Mäzens Jakob Marquardt, gründeten die Familie Marquardt und der Verein der Freunde und Förderer die Stiftung im Gedenken an Iris und Jakob Marquardt.

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