Gewerbegebiet Neuen wächst

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 Trossingen hat in den kommenden zwölf Monaten einiges vor.
Trossingen hat in den kommenden zwölf Monaten einiges vor. (Foto: Archiv: Kahnert)
Sabine Felker

Bei seiner Neujahrsansprache hat Trossingens Bürgermeister Clemens Maier über die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und das Thema Integration gesprochen (wir haben ausführlich berichtet). Fast nebenbei hat er aber auch ein paar neue Projekte vorgestellt.

Im Bereich Wirtschaftsförderung stellte Maier klar, dass das Interkommunale Gewerbegebiet Neuen, welches Trossingen gemeinsam mit Durchhausen betreibt, erweitert werden soll. „Unser Ziel ist es, hier Unternehmen anzusiedeln, weitere Arbeitsplätze zu schaffen und so zum Wohlstand unserer Stadt und ihrer Bürgern beizutragen.“ Die Erweiterung des Gewerbegebiets sei notwendig, weil „in Trossingen selbst so gut wie keine Flächen mehr für Gewerbe frei sind“, so Maier weiter. Neuen bei Schura sei fast vollstänig verkauft, innerhalb der nächsten Jahre wolle sich dort die Firma MS Ultrasonic ansiedeln. „Für die letzte Restfläche von 4000 Quadratmetern liegt eine konkrete Anfrage vor.“ Deshalb soll nun zunächst die Hälfte des insgesamt 22 Hektar großen neuen Gewerbegebiets erschlossen werden. „Das wird sicherlich wieder für einige Zeit genügen. Ein nächster Erweiterungsschritt um zusätzlich mehr als zehn Hektar ist aber bereits angedacht und im Anschluss vorgesehen“, so der Bürgermeister.

Auch der Einzelhandel liege der Stadt am Herzen und deshalb soll das Einzelhandelsgutachten, welches vergangenes Jahr von der Stadt in Auftrag gegeben worden war, dazu beitragen, die Bebauungspläne für die Innenstadt zu überarbeiten, um den Einzelhandel zu stärken.

Vorurteile und Fakten

Maier sprach Vorurteile gegen Rumänen, die ihm in Gesprächen immer wieder vorgebracht würden, an. „Natürlich müssten wir keine neuen Kindergärten bauen, wenn die rumänischen Kinder nicht hier wären“, sagte er. 17 Prozent der Kinder in den Trossinger Kindergärten und Schulen kommen aus Rumänen. Doch seien deren Eltern nicht nur dringend benötigte Arbeitskräfte, sondern die Kinder selbst später mal Steuerzahler, die helfen würden, die Renten ein Stück weit zu sichern. So wie heute die damaligen Spätaussiedler „feste Mitglieder und Träger unserer Gesellschaft sind, so sollen diese Chance auch die rumänischen Kinder bekommen“.

Und auch die Natur soll eine Chance bekommen, denn Trossingen wolle sich in den kommenden zwölf Monaten mit dem Thema Artenvielfalt beschäftigen. Auch wenn es „bei weitem nicht in unserer Macht steht, hier spürbare Veränderungen zu bewirken“, so sei es doch wichtig, dass jeder sein Mögliches tue. Deshalb hat der Gemeinderat bereits im vergangenen Jahr Experten für Artenvielfalt gehört (wir haben berichtet) und möchte nun in konkrete Überlegungen und mögliche Planungen einsteigen.

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