Georg Quandt weitet Unterstützung aus

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Auch im Armenviertel Katutura im namibischen Windhoek engagiert sich der Hilfsfonds.
Auch im Armenviertel Katutura im namibischen Windhoek engagiert sich der Hilfsfonds. (Foto: Privat)

Der Deutsch-Namibische Hilfsfonds Quandt hat sein Engagement ausgeweitet: Der Schwerpunkt des Vereins liegt in Namibia in der Schulausbildung der Kinder, zusätzlich unterstützt der Hilfsfonds jetzt auch die Bondolfi-Mission in Simbabwe.

In Kontakt mit der Missionsstation ist Georg Quandt seit dem vergangenen Jahr. Da erreichte ihn ein Anruf, dass der Bondolfi-Mission, eine 100 Jahre alte Station mit Kirche, Schule und Krankenhaus bei Masvingo in Simbabwe, Wolldecken fehlen würden . In Masvingos deutscher Partnerstadt Kernen im Remstal gebe es nämlich kaum noch Leute, die stricken oder häkeln würden.

„Aber ich habe ja meine Böttinger Welte-Frauen“, sagt Quandt mit Blick auf die 16 Frauen, die seit Jahren Kleider für Kinder in Namibia nähen und stricken. 200 Decken haben sie inzwischen für die Kinder in Simbabwe angefertigt. „Sie sind hauptsächlich für Vollwaisen gedacht, die kein Zuhause haben und im Freien schlafen. Nachts wird es in der Wüste sehr kalt“, erläutert der Honorarkonsul. Von den Schwestern der Station erhielt Quandt prompt dankbare Rückmeldung: „Dieses Jahr ist es bei uns sehr trocken und es wird keine Ernte geben“, schrieben sie, „Somit haben viele Leute kein Einkommen und ganz sicher kein Geld, um im kommenden Winter Decken zu kaufen.“

Osterfest für 1800 Kinder

Vereinsschwerpunkt bleiben allerdings die Schulkinder in Namibia - und auch hier tut sich eine Menge. Um die vielen Jungen und Mädchen an der Hanganeni Primary School in Swakopmund zu versorgen, hatte der Hilfsfond im vergangenen Jahr eine Suppenküche gebaut. Ursprünglich war sie für 200 Kinder konzipiert, jetzt versorgt sie annähernd 2000 Schüler. sZu Ostern wurde sie genutzt, um 1800 Kindern eine Feier zu bescheren, darunter zahlreiche, die nicht auf die Hanganeni Primary School gehen.

Die Suppenküche beliefere inzwischen auch andere Schulen in der Umgebung, berichtete Quandt. „Sie ist zu einem richtigen Zentrum geworden.“ Jetzt sollen noch Bänke und Tische aufgebaut werden, damit die Kinder beim Essen nicht auf dem Boden sitzen müssen.

Spielgeräte stehen bereits auf dem Schulgelände - bewacht von einem Nachtwächter, so Quandt, da die Balken sonst von Menschen aus der Umgebung zum Feuermachen genutzt würden. „Ich sehe das aber nicht als Diebstahl an oder verdamme es“, stellt Quandt fest. „Die Not dort ist wahnsinnig groß und Holz ist knapp in der Wüste.“

Ohne Schulbildung hätten die Kinder keine Chance auf ein besseres Leben. Lesen, Schreiben und Rechnen seien essentielle Fähigkeiten. „Die Lehrer wünschen sich an der Hanganeni Primary School auch Deutschunterricht“, so der Trossinger. Denn in der ehemaligen deutschen Kolonie Namibia kommt der Großteil der Touristen aus Deutschland. „Wenn die Kinder deutsch sprechen, finden sie später leichter Arbeit in Hotels oder Lokalen - überall dort, wo Touristen sind.“

Spenden nehmen Umwege

Georg Quandt organisiert seit 1972 privat Hilfe für Namibia, 1996 wurde der Hilfsfonds ins Leben gerufen, der seinen Namen trägt. Über die Jahre habe sich ein großes Netzwerk um den deutsch-namibischen Hilfsfonds aufgebaut, erzählt der Gründer - und das zahlt sich jetzt aus. Denn es werde zunehmend schwieriger, Hilfsgüter in Namibia einzuführen, sagt er.

Viele Spenden kommen inzwischen auf Umwegen ans Ziel - auch die 250 Brillen, die Gustav Betzler gesammelt hat und die Gitarren der Firma Hohner. Fünf davon gehen nach Simbabwe und sind als Begleitinstrumente für Chöre gedacht, drei erhielt der Friedrichshafener Verein Namibiakids, der Kinder in Namibia unterstützt und fördert. Zwei Gitarren holte der ghanaische König Bansah, der in Ludwigsburg eine KFZ-Werkstatt betreibt, höchstpersönlich ab, um sie in sein Heimatland zu senden.

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