Experten stellen Instrumente aus mehreren Jahrzehnten vor

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 Mit einem bunten Programm hat das Harmonikamuseum Saisoneröffnung gefeiert.
Mit einem bunten Programm hat das Harmonikamuseum Saisoneröffnung gefeiert. (Foto: Museum)
Schwäbische Zeitung

Wie wichtig ehrenamtliches Engagement für das Harmonikamuseum ist, ist beim am Eröffnungstag der Museumssaison 2019 zu spüren gewesen. Ehrenamtliche Mitarbeiter und Musikergäste stellten ein sehenswertes Programm auf die Beine, und viele fleißige Helfer bewirteten mit Getränken und und Akkordeontalern der Bäckerei Link.

Nach der Begrüßung durch Museumsleiter Martin Häffner wurden die zahlreichen Besucher von einer weit gereisten Musikgruppe überrascht: Walter Buchinger aus Vorarlberg und Thorsten Schubert aus Sachsen hatten einen Wochenendkurs für „Chordomonicas“ im Hohnerkonservatorium für das inzwischen nicht mehr gebaute Instrument durchgeführt und sich bereit erklärt, ein kurzes Konzert zu geben.

Die Vielfalt der Harmonikainstrumente stellte der ehrenamtliche Mitarbeiter des Museums, Alfred Dörfler, am Beispiel von Instrumenten vor, die das Museum in den vergangenen drei Jahren neu erwerben konnte. Im ersten Teil konnten 20 Instrumente von verschiedenen Herstellern aus Europa bestaunt werden. Sie stammen alle aus der „Sammlung Robert Soder“, die dem Museum im Dezember überlassen wurde. Ein Teil der Schenkung wird im Schaudepot des Museums ausgestellt.

Der zweite Teil der Instrumentenvorführung war den „Clubinstrumenten“ gewidmet. Dank Akkordeonfachmann Pedro Gomes wurde mit wenigen Handgriffen ein solches Instrument geöffnet, so dass Mechanik und Vielzahl der Stimmstöcke sichtbar wurden.

Um das Klangspektrum dieser Handzuginstrumentengruppe kennenzulernen, musizierten Klaus Butschle und Alfred Dörfler auf zwei „diatonischen Clubmodellen“ aus den 1930er Jahren instrumententypische Kompositionen von Hermann Schittenhelm und Emil Wild. Als besonderes Unikat konnte ein „Morino Clubinstrument“ gezeigt werden, das von Schittenhelm gespielt wurde.

In den 1980er Jahren wurden in Trossingen die ersten „Midi-Akkordeons“ mit Elektronikeinheiten gefertigt, die über einen Verstärker hörbar gemacht werden konnten. Dörfler spielte ein Instrument an, das von Wolfgang Edenharder, dem Begründer des Naabtal Duos, benutzt wurde, um seinen Hit „Patrona Bavariae“ bekannt zu machen. Das dem Museum übergebene Instrument war defekt. Doch dank des ehrenamtlichen Mitarbeiters Hermann Niklewski und der Hilfe von Klaus Steuer konnte es wieder spielbar gemacht werden.

Die Vorführung einer „Clubmorino S“ aus Italien von 1993 mit einem wundervollen fünfchörigen Sound, einer „Morino I“ von 1939, eines neuen Hohner-Kinderakkordeons und der neuen „Hohner Mattia IV“ rundeten die Instrumentenpräsentation ab.

Vor, zwischen und nach den Instrumentenvorstellungen unterhielten die Brüder Franz und Hans Samson die Gäste.

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