Ensembles wetteifern um den Sieg

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Cornelia Addicks

Spannung hat am Donnerstagabend im vollbesetzten Kesselhaus geherrscht: Sieben Ensembles wetteiferten um Punkte der Jury bei zwei der neun Kategorien beim „2. International Open Accordion Contest“ im Rahmen von „Akkordeon grenzenlos“.

„Mindestens ein Akkordeon” lautete die Vorgabe für die offenen Kategorien, dazu ein bis fünf weitere Instrumente. Bei dem öffentlichen Wettbewerb gab der Altersdurchschnitt vor, ob die Gruppe zu 5A oder 5 B zählte: zwischen 14 und 18 oder aber „erwachsen“.

Als erstes stellte sich ein Duo aus Karlsruhe der Jury, die nicht in der ersten Reihe sondern an der rückwärtigen Wand des Saals saß. Die 16-jährige Akkordeonistin Cora Jergler und ihre Klavierpartnerin Jiayi Liu bezauberten das meist sachkundige Publikum mit dem mystischen Lament aus Arthur Carrs „Celtic Prelude“. Ganz anders, spröde und streitbar, klang die Pigini beim „Misterioso con brio“ aus Heikki Valpolas „Marilina“ aus dem Jahr 1986.

Sechs Akkordeons im Einsatz

Gleich sechs Akkordeons waren bei den Beiträgen des Ensembles der Musikschule Glock aus Mühlacker zu hören, die von Bach über „Carneval“ bis zum Säbeltanz reichten. Ein Bach-Werk hatte auch das Quartett der Musikschule Trossingen für den Wettbewerb vorbereitet. Arthur und Erik Schall, Daniel Anselm und Nehemia Brotzmann spielten außerdem „le Jazz“ und „Libertango“. Die beiden Schall-Brüder nahmen auch als Duo teil, mit Werken von Buxtehude und Ganzer.

In Kategorie 5A traten zwei Duos und ein Quintett an: Die „Kons“-Absolventen Tobias Escher (Akkordeon) und Li Tian Ling (Mundharmonika) waren erst nur als Pausenmusiker engagiert gewesen, entschlossen sich dann aber doch zur Teilnahme, unter anderem mit zwei Eigenkompositionen Lis, einem Klezmer-Medley und einem Blues. Akkordeonist Felix Fritschi, ein weiterer Absolvent des Hohner-Konservatoriums, und sein hervorragender Duo-Partner Joe Kenny (Vibrafon) überzeugten mit Eigenkompositionen wie Fritschis „In Plüschgewittern“ und van Heusens „Polka Dots and Moonbeams“. Als letzte Teilnehmer der Open-Class heizten „Forró de KA“ dem Publikum mit sieben Titeln gehörig ein. Das Quintett um den Akkordeonisten Alex Almeida – alle mit Wurzeln in Lateinamerika – hatte Forrós und Frevos, also brasilianische Tänze, aber auch ein Liebeslied und ein „Lamento“ im Gepäck.

Jury berät lange

Nach welchen Kriterien die Juroren Ladislav Horák, Roman Bazhilin, Hans-Günther Kölz, Matthias Anton, Wolfgang Russ und ihre Kollegin Marie-Andrée Joerger die so unterschiedlichen Beiträge bewerteten und die maximal 25 Punkte vergaben, blieb ein Geheimnis. Russ meinte auf die Frage „Es geht um die Musik, nur um die Musik“.

Erst nach langer Beratung wurden die Urkunden sowie die Sach- und Geldpreise überreicht.

Zweisprachig und charmant moderiert wurde der Wettbewerb von Peter Klotz und Katharina Bühler.

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