Elektromobilität für jeden

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Landrat Stefan Bär, Christian Klaiber von der Initiative Zukunftsmobilität, Minister Alexander Bonde, Bürgermeister-Stellvertret
Landrat Stefan Bär, Christian Klaiber von der Initiative Zukunftsmobilität, Minister Alexander Bonde, Bürgermeister-Stellvertret (Foto: Fotos: Frank Czilwa:)
Frank Czilwa

Die Stadtwerke Trossingen und die Initiative Zukunftsmobilität haben am Donnerstagvormittag ihr E-Carsharing-Projekt offiziell in Betrieb genommen. Der baden-württembergische Minister für den ländlichen Raum, Alexander Bonde, nahm dies zum Anlass, bei seiner elektromobilen Sommertour auch in Trossingen vorbeizuschauen.

Zum Ministerbesuch und der Einweihung waren an diesem sonnigen Vormittag außerdem fast der gesamte Gemeinderat und Hans Messner als Stellvertreter des sich im Urlaub befindenden Bürgermeisters gekommen. Und die Bäckerei Link hatte eigens E-Plätzchen in Form kleiner Steckdosen gebacken.

Am Trossinger Stadtbahnhof steht nun ein Elektrofahrzeug bereit, dass über die Car-Sharing-App der Deutschen Bahn gebucht und genutzt werden kann. So ist es für den angemeldeten Nutzer möglich, gleich im Anschluss an den Ringzug ins Elektroauto zu steigen. (Siehe auch den Infokasten.)

Mehr Mobilität auch im ländlichen Raum

„Wir wollen mit dem Carsharing-Projekt ein Zeichen setzen“, sagte Stadtwerke-Chef Hans Bauer am Donnerstag bei der Einweihung, „und zeigen, dass wir umweltbewusst agieren und neuen Technologien gegenüber aufgeschlossen sind“. Zwar sei er zunächst skeptisch gewesen, gab Bauer zu, ob das Car-sharing-Projekt in Trossingen funktionieren wird. Doch habe er sich schließlich von dem Projekt überzeugen lassen, das mehr Mobilität im ländlichen Raum verspreche, einen Impuls für die Elektromobilität gebe und nicht zuletzt einen Werbeeffekt für die Stadtwerke habe.

Die Stadtwerke treten als Anbieter des Fahrzeuges auf, während die im Trossinger Hohner-Areal ansässige Initiative Zukunftsmobilität gemeinsam mit dem Imdahl Institut aus Rottweil das „e-go“ genannte System entwickelt hat und zur Verfügung stellt. Es umfasst das Fahrzeug, die Ladestation, die Zugangskarten, die Kennzeichnung der Parkplätze sowie die Abrechnung für den verbrauchten Strom.

Christian Klaiber, Initiator und Leiter der Initiative Zukunftsmobilität, die sich die Förderung der Mobilität im ländlichen Raum auf die Fahnen geschrieben hat, hofft etwa auf Unternehmen, die mit dem öffentlichen Personennahverkehr nur schwer zu erreichen sind, als potentielle Kunden für das Angebot, aber auch auf Musikstudenten ohne eigenes Auto.

E-go wird inzwischen auch von verschiedenen Unternehmen in Rottweil und Langenschiltach und demnächst auch in St. Georgen genutzt.

Auch mit den Landkreis Tuttlingen, so Klaiber, sei er derzeit im Gespräch, über weitere Carsharing-Angebote in Anbindung an den Öffentlichen Personen-Nahverkehr. Zwar sei mit derzeit 50 Elektrofahrzeugen im Kreis die Zulassungszahl noch „steigerungsfähig“, gab Landrat Stefan Bär zu. Auch das Landratsamt selbst wolle sich ein weiteres Elektrofahrzeug anschaffen.Das Projekt wird vom Ideenwettbewerb „Elektromobilität im ländlichen Raum“, der in Alexander Bondes Ministerium angesiedelt ist, finanziell gefördert. „Wir wollen Elektromobilität nicht nur als Chance für städtische Räume begreifen“, betonte der Minister.

Das Thema Elektromobilität sei dabei aber nicht allein aus Gründen der Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit von Interesse, so der Minister, sondern gerade für Baden-Württemberg auch wirtschaftspolitisch: Als Land der Automobil-Hersteller und -Zulieferer sei es wichtig, „dass wir den Anschluss nicht verpassen“.

Nach der Eröffnung setzte sich Alexander Bonde selbst ans Steuer eines Elektroautos der Landesregierung und fuhr mit seinen Mitarbeitern zu den nächsten Stationen seiner Sommertour, die ihn über Rottweil und Pfalzgrafenweiler nach Calw führte, wo er unter anderem die Zwischenergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Erreichbarkeitssicherung im ländlichen Raum“ vorstellte.

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