Eisenbahn bekommt Besuch aus Holland

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 Marina, Maikel und Adriaan Rensen sind große Eisenbahnfans.
Marina, Maikel und Adriaan Rensen sind große Eisenbahnfans. (Foto: möss)
Robin Möss

Die Leute kommen zum Teil von weit her, um sie zu bestaunen: die Trossinger Eisenbahn mit den ältesten, elektrischen Triebzügen der Welt. Am Sonntag kam - nachdem auch schon einmal japanische Gäste dort waren - eine holländische Familie vorbei, und zwar mit einer Eisenbahnbegeisterung, die ansteckend ist.

Die dreiköpfige Familie kommt seit 20 Jahren nach Deutschland, immer in den Schwarzwald. „Die Berge und die Landschaft sind wunderschön", ist Sohn Maikel Rensen beeindruckt. Nicht nur deshalb hat die Familie schon ein zweites Mal ein Hotel in Haslach mit Blick auf die Berge gebucht, sondern auch weil sie die Schwarzwaldbahn von dort aus beobachten können.

Über diese sind sie auch angereist, nachdem sie mit dem ICE von Amsterdam direkt nach Offenburg gefahren waren. „Wir reisen immer mit dem Zug in den Urlaub – das Auto hat Urlaub und das ist besser für die Umwelt", sagt Vater Adriaan Rensen. Auf den Museumstag in Trossingen sind sie durchs Internet aufmerksam geworden.

Moritz Scherzinger chauffierte die Gäste im Bahnhofsbereich hin und her. Im Gleis 3 ging es immer vom Bahnsteig bis zum Prellbock und zurück. Für die holländischen Gäste mit Premium-Platz: sie dürfen vorne beim Lokführer mitfahren und ließen sich den Führerstand erklären. „Es ist faszinierend, dass solch alte Züge noch fahren“, sind alle begeistert und erstaunt – auch Mutter Marina Rensen, die, genau wie der Rest der Familie, voll im Eisenbahnfieber ist. Die Familie kann zahlreiche Museen und andere Attraktionen für Eisenbahner in Holland aufzählen, „aber so etwas wie hier in Trossingen gibt es bei uns nicht.“

Die drei lieben das Eisenbahnland in Deutschland – als wäre es ein Paradies. „Uns gefallen die deutschen Züge sehr", sagt Adriaan Rensen. Der Begeisterung tun auch die auftretenden Verspätungen der Bahn keinen Abbruch. „Wir sind im Urlaub und haben Zeit“, ist sich die Familie einig und schmunzelt.

Nach so viel Reisen kann die Familie beim Freundeskreis Trossinger Eisenbahn bei Kaffee und Kuchen entschleunigen. Und über die Modellbahn sprechen. Vater Adriaan ist bald Rentner. „Ich werde mir aus dem aktuellen Bestand eine neue Anlage bauen“, freut er sich schon. Sohn Maikel beginnt, die Höllentalbahn zu bauen. Alle lieben sie nicht nur die Berge, sondern auch die kleinen, liebevollen Details auf ihrer Anlage.

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