Schwäbische Zeitung

Unterwegs in Schura zur „jährlichen Inspektionstour“ ist der Ortschaftsrat am Freitagnachmittag gewesen. Dabei sorgten die Feuerwehrzufahrt an der Kellenbachhalle für Überraschung, die Feldwege für Diskussion und der neue Aufsitz-Rasenmähers der Friedhofsverwaltung für Begeisterung.

1 Erster Halt Kellenbachschule: Hausmeister Gerd Kohler wies die Ortschafträte darauf hin, dass gegen die Absenkung des kleinen Pausenhofes noch nichts unternommen worden sei. Zudem sei die Schule inzwischen mit Defibrillatoren ausgestattet.

Je nachdem, wieviele Kinder im kommenden Schuljahr aufgrund der Ganztagesbetreuung an der Rosenschule aus Trossingen an die Schuraer Schule kommen, könnte die erste Klasse dreizügig werden, so Kohler. Wolfgang Schoch interessierte sich dafür, ob Eltern teilweise ihre Kinder nur für die Ganztagesbetreuung an der Rosenschule angemeldet hätten, damit sie nicht die Schule wechseln müssten. Ortsvorsteher Dieter Kohler, auch Hauptamtsleiter in Trossingen, konnte ihm dazu allerdings keine Auskunft geben.

Wie es an der Kellenbachschule in Sachen Vandalismus aussehe, fragte Willi Link. „Zurzeit ist es ruhig, das hat sich wohl nach Trossingen verlagert“, sagte Gerd Kohler. „Richtung Autos“, fügte der Ortsvorsteher im Hinblick auf die Serie von eingeschlagenen Autoscheiben hinzu.

2 An der Kellenbachhalle nahm der Ortschaftsrat zunächst von außen die Fensterfront auf der Südseite unter die Lupe, die erneuert werden muss. Hausmeister Kohler bat die Räte dann noch ins Halleninnere: „Da haben wir nämlich ein kleines Problem.“ Dieses Problem stellte sich als Fluchttür heraus, die sich nach innen öffnet. „Das ist gar nicht zulässig“, kam es prompt von Schoch, Gerd Kohler fügte hinzu: „Da könnten wir uns warm anziehen, wenn mal etwas passiert.“ Die Fluchttür sei zwecks kürzerer Wege im vergangenen Jahr um einige Meter verlegt und dabei falsch konzipiert worden. Die Räte waren sich einig: „Umbauen.“

Überrascht waren die Ortschaftsräte von der frisch gepflasterten Feuerwehrzufahrt zur Kellenbachhalle, die für 25 000 Euro erneuert wurde. „Wir sind alle von einer anderen Befestigung ausgegangen“, stellte Willi Link fest - nämlich einer asphaltierten. Die Zwischenräume zwischen den Gittersteinen erschwerten sowohl Gerd Kohler den Zugang mit seinem Stuhlwagen, als auch Rollstuhlfahrern. Link schlug vor, links entlang der Zufahrt das Pflaster mit Beton aufzufüllen, um das Problem zu lösen.

3 Im Mittelpunkt des Friedhofsbesuchs stand der Aufsitz-Rasenmäher auf Mulchbasis, den Schura für rund 9500 Euro angeschafft hat und der just am Freitagmorgen geliefert worden war. Friedhofsmitarbeiter Hans Meßner hatte ihn in der Aussegnungshalle zwischengeparkt, wo Wolfgang Schoch prompt eine kleine Probefahrt unternahm. Für den Schura-eigenen Rasenmäher soll noch ein 3 mal 3 Meter großer Geräteschuppen entstehen, das Material wurde bereits geliefert.

Jürgen Haller erinnerte daran, dass aus dem Haushalt eine Schneefräse gestrichen worden war, die an den Mäher montiert werden könnte. Kosten: Rund 1400 Euro netto. „Auf dem beengten Raum hier wäre das sehr sinnvoll, um im Winter die Wege zu räumen“, sagte Meßner. Der Rat kam überein, eine solche Fräse im nächsten Haushalt zu beantragen.

Meßner merkte außerdem an, dass der Gedenkstein von Moos befreit werden solle, sprach sich allerdings gegen eine aufwendige, teuere Reinigung aus, da „der Stein schnell aussieht wie vorher“. Er empfahl, das Moos mit einer Kunststoffbürste zu entfernen.

Ebenfalls müsse sich der Rat Gedanken über einen Pfeiler der Aussegnungshalle machen: „Das Fundament sackt ab, die Risse ziehen sich durch die ganze Halle“, informierte Meßner über ein gravierendes Problem, als die Räte eigentlich schon im Gehen waren, „das muss in Angriff genommen werden.“

4 In Sachen Feldweg nicht ganz einig waren sich Jürgen Haller und Wolfgang Lienhard: Der Weg östlich des Friedhofes Richtung Durchhausen sei ein „richtiger Flickenweg“, so Haller. Das hätte man direkt mitsanieren können, als das Stück Weg nahe der Espachstraße saniert wurde, fand er. Lienhardt widersprach: „Der Weg ist doch in Ordnung - das ist ein Feldweg.“ Haller konterte mit einer Anekdote und dem Fazit: „Feldwege sind Freizeitwege.“

Auch die Bäume, die sich weit in den Weg neigten, müssten zurückgestutzt werden, so Haller, denn Fahrzeuge müssten sonst auf der anderen Seite vom Weg abweichen. Wolfgang Schoch schlug eine Randbefestigung vor.

5 Im Farrenstall bedauerten die Räte, dass der Besitzer des Grundstücks nicht zum Verkauf bereit sei. Somit könne der leerstehende Ex-Jugendtreff - der baulich noch in Ordnung ist - weder verkauft noch abgerissen werden, etwa, um Parkflächen zu schaffen.

„Die Kirchengemeinde hat aber Interesse bekundet, hier etwas aufzubauen“, erzählte Dieter Kohler. Er werde sich deswegen bald mit den Verantwortlichen zusammensetzen.

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