Die Nacht, schon immer ein Bild wert

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Zahlreiche Interpretationen gab es zu bestaunen.
Zahlreiche Interpretationen gab es zu bestaunen. (Foto: Siegrid Bruch)
Siegrid Bruch

Vollbesetztes Haus bei der Vernissage „Nacht“ der Malschule Astrid Kruse: Ein interessanter Vortrag über das Geheimnisvolle an der Nacht mit Beispielen bekannter Maler, ein schöner Stop-Motion-Film und eine umfangreiche Ausstellung mit Bildern der Malschüler zum Thema „Nacht“ gestalteten den Samstagabend in der Musikschule.

Neben den künstlerischen Bildern zum Thema „Nacht“ hatten die Malschüler 687 Figuren für den Film ausgeschnitten, einige davon waren auch von ihnen zu Papier gebracht worden. Die unbewegten Motive wurden aneinandergereiht für einen Stop-Motion-Film und so die Illusion in Bewegung gesetzt: mit Faultieren und Chamäleons, mit Zebras und Schimpansen, Nashörnern und Nilpferden und vor allem mit Tuju, dem kleinen Elefanten, der mit all seinen Freunden Geburtstag feiert. Die Herausforderung für die Malschüler war dabei, dass die Entwürfe ohne Schattierungen und Zwischentöne funktionieren sollten. Der kontrastreiche Film, in dem sich scherenschnittartig Hell und Dunkel, Tag und Nacht durch grafische Möglichkeiten zusammenfanden, wurde von den Besuchern mit großem Beifall bedacht.

Die Erkenntnis, dass die Nacht schon immer bedeutend und immer ein Bild wert war, zog sich durch den Vortrag „Die Nacht in der Kunst“ von Astrid Kruse. Es seien Bilder von bedeutenden Malern, die mit der inneren Nacht zu tun haben, der Nacht als dunklen, bösen Ort, der Nacht der dramatischen Ereignisse, der man sich zu entziehen versucht, aber auch der überwundenen Nacht. Es gebe viele Künstler, die sich der Dunkelheit, den nächtlichen Szenen verschrieben haben, einer davon zum Beispiel Rembrandt. Bei einem anderen, zum Beispiel beim Großstadt Triptychon von Otto Dix, finde man die verdrängte Nacht, die zum Tag wird – hell und grell. Und beim Bild „Die Nachtschwärmer“ von Edward Hopper sehe man die nüchterne, entzauberte Atmosphäre der Nacht.

Der Chor der Musikschule umrahmte musikalisch die Vernissage passend mit „Neigen sich die Stunden ...“, „Im Park“ und der Jazzversion von „Der Mond ist aufgegangen“.

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