Die „Nacht der Schmuggler“

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 Die Lichter der Taschenlampen huschten durch die Neumondnacht Landschaftsschutzgebiet „Halde“ bei Mühlhausen.
Die Lichter der Taschenlampen huschten durch die Neumondnacht Landschaftsschutzgebiet „Halde“ bei Mühlhausen. (Foto: Matthias Hoppmann)
Schwäbische Zeitung

Manch ein Spaziergänger wird sich wohl sehr gewundert haben, als er am späten Abend des 1. Augusts das Landschaftsschutzgebiet „Halde“ bei Mühlhausen durchschritt: An zwei Stellen durchschneidet ein langes schwarz-gelbes Absperrband die Natur. Mehrere Stellen, an denen es rot, weiß, blau, grün oder gelb blinkt. Hintergrund ist das Trossinger Kinderferienprogramm.

Ein knappes Dutzend schwarz gekleideter Gestalten huscht durch das Dunkel der Neumondnacht, immer auf der Hut vor den unzähligen kleinen Erdhügeln, die hier schnell zur Stolperfalle werden können. Hier und da blitzt eine Taschenlampe auf und dann ertönt Kindergeschrei. Was hat das zu bedeuten?

Einige Meter entfernt an einem Feldweg bis hin zur Straße steht eine Reihe Wegweiser. „Kinderferienprogramm: Nacht der Schmuggler“ und ein Pfeil, der die Richtung weist. Das ist wohl die Auflösung des Rätsels. Das Spielprinzip: Die Gruppe der „Schmuggler“ muss ihre Ware vom Startpunkt ins Zielgebiet bringen, ohne dabei erwischt zu werden. Jeder erfolgreiche Schmuggel gibt einen Punkt, jede von den „Polizisten“ abgenommene Ware gibt für diese Gruppe einen Punkt.

Beides ist gar nicht so einfach, wenn weder ein Mond, noch die meist ausgeschalteten Taschenlampen das Spielfeld erhellen können. Spannend und geheimnisvoll auch, wenn außer Flüstern und einem leisen Rascheln kaum etwas zu hören ist, und nur der Ruf eines Waldkauzes die Szene beschallt. Plötzlich ein Panik erfülltes Geschrei und die Gruppe der „Schmuggler“ rennt über das Spielfeld. Was ist da los?

Die Kinder berichten von einem Knurren hinter einem Busch und einem vorab verloren gegangenen Blinklicht, das nun über ihre Köpfe flog. Dieses Rätsel ist zunächst nicht lösbar.

Des Rätsels Lösung

Als dann aber im weiteren Verlauf des Spiels die Kinder aufgeregt berichten, die Kiste mit der Schmuggelware sei plötzlich verschwunden, machen sich beide Teams mit ihren Taschenlampen kollektiv auf die Suche – und werden fündig: Nicht nur die Kiste taucht auf. Auch ein junger Mann mit seinen beiden Neffen aus dem nahen Weigheim grinsen übers ganze Gesicht, als sie im Schein der Taschenlampe unter einem Busch entdeckt werden.

Wie sich herausstellt, haben die Drei beim abendlichen Gassi gehen die Wegweiser entdeckt und beschlossen, auf ihre Art in das Spielgeschehen einzugreifen. Die zwei Kinder erklärten sich gerne bereit, beim Spiel mitzumachen, und so kam es, dass nun in der zweiten Hälfte des Spiels, als die Teams ihre Rollen tauschten, die Anzahl der Spieler unverhofft zugenommen hatte.

Nachts um halb eins ist das Spektakel vorbei, die Kinder glücklich und gar nicht müde. „Das Spiel muss bis nachts um zwei gehen!“, bitten sie Organisator und Spielleiter Matthias Hoppmann. Mal sehen, wenn die Eltern da mitspielen ...

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