Der Ruf nach Hauptamtlichen

Lesedauer: 4 Min
 Die Dinosaurier gehören zum Erfolg des Auberlehauses dazu.
Die Dinosaurier gehören zum Erfolg des Auberlehauses dazu. (Foto: Archiv: Seeger)
Sabine Felker

Obwohl es beim Trägerverein des Trossinger Museums Auberlehaus rund läuft, macht sich Vorsitzender Volker Neipp Sorgen um die Zukunft. Bei der Hauptversammlung am Freitagabend wies er darauf hin, dass der Verein nicht mehr alle Aufgaben im Ehrenamt übernehmen könne. Gemeinsam mit Stadtverwaltung und dem Gemeinderat müsse eine Lösung gefunden werden.

„Ab April können wir die Alarmdienste nicht mehr durch den Verein gewährleisten“, sagte Neipp. Denn immer dann, wenn die Alarmanlage, die zum Beispiel auch durch einen Falter ausgelöst werden kann, auslöst, müsse innerhalb kurzer Zeit ein Vereinsmitglied vor Ort sein. „Sonst haben wir die Polizei vor der Tür stehen“, so Neipp. „Andere Häuser mit weniger Besuchern haben gleich mehrere Angestellte“, sagte er und betonte, dass das Auberlehaus rein ehrenamtlich geführt werde. Diese Themen müssten nun mit der Verwaltung und dem Gemeinderat besprochen werden.

Doch auch intern gebe es einiges zu entscheiden: „Wir müssen uns fragen, wie wir das Haus finanziell aufstellen wollen“, so Neipp. Pro Monat würden rund 1000 Euro allein für den Gebäudeunterhalt fällig - „obwohl die Stadt schon Strom und Wasser bezahlt“. Doch der Putzdienst, das Marketing, die Umstellung der Leuchtmittel auf LED und einiges mehr hätten eine Preiserhöhung für die Eintrittskarten nötig gemacht. „Kinder haben freien Eintritt, dafür zahlen Erwachsene etwas mehr“, sagte Neipp. Die Homepage des Vereins weist für Erwachsene 7,50 Euro als Eintrittspreis aus, Studenten zahlen fünf Euro.

Ein typisches Vereinsleben gebe es im Auberlehaus nicht. „Jedes zweite Wochenende arbeiten wir samstags von 8 bis 16 Uhr im Haus - mit bis zu 28 Personen“, so der Museumsleiter. Nicht nur der Aufbau der neuen Ausstellung, die das Leben in Trossingen aus vergangenen Zeiten zeigen wird, sondern auch Zusatzaufgaben nehmen das Team in Beschlag. „Es stehen umfangreiche Arbeiten an. Die barocken Fenstersimse fallen fast raus, die Haustür muss saniert, der Boden neu verfugt werden“, zählte er auf. 2020 müsse das gesamte Haus gestrichen werden, denn die Hölzer des Fachwerks und die Fensterrahmen seien in einem schlechten Zustand, ergänzte er seine Liste.

An Ostern stehe zusätzliche, nicht geplante Arbeit für den Verein ein. „Unsere Textilsammlung, die im ehemaligen Hilfskrankenhaus untergebracht ist, muss begast werden. Wir haben dort einen Befall durch Motten“, sagte Neipp. Die Schädlinge seien wohl durch eine Kleiderspende eingeschleppt worden. Der Befall sei mittlerweile eingedämmt, aber Experten müssten nun mit speziellem Gas auch die letzten Schädlinge bekämpfen. Künftig müssten historische Kleider, die dem Museum gespendet werden, immer einen mehrstufigen Gefrier-Prozess durchlaufen, um Motten vorab den Garaus zu machen.

Einen Bericht über die Wahlen und Ehrungen finden Sie in einer der folgenden Ausgaben

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen