Der neue Lehnsherr kommt aus Schura

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 Sonnenhänsele-Chef Christian Bilger (von links), Abstauber Peter Morlok und Ingo Hohner mit rauchendem Schornstein.
Sonnenhänsele-Chef Christian Bilger (von links), Abstauber Peter Morlok und Ingo Hohner mit rauchendem Schornstein. (Foto: Silvia Müller)
Silvia Müller

Ingo Hohner ist der Lehnsherr der Trossinger Sonnenhänsele Fasnet 2019. Mit dem für die Narrenzunft üblichen Zeremoniell ist er am Samstag in sein Amt eingesetzt worden.

„Ich fühle mich geehrt reihe mich gerne in die Reihe meiner namhaften Vorgänger ein“, kommentierte Ingo Hohner seine Wahl. Zu Fuß, musikalisch begleitet von der Formation Orient Express, kam die Abordnung der Sonnenhänsele von der Kellenbachhalle Schura her zum Haus des neuen Lehnsherrn.

Christian Bilger, der Vorsitzende der Sonnenhänsele, hatte allerlei Anekdoten aus dem Leben Hohners in Erfahrung gebracht und gab diese zum Besten. Bilger beschrieb auch den beruflichen Werdegang des Lehnsherrn vom Schornsteinfeger über den Gebäude- und Energieberater bis hin zum Bezirksschornsteinfeger. Als solcher wurde er auch mit den närrischen Insignien seiner Macht ausgestattet. Einem Ofenrohr und einer Leiter, die dem Schornsteinfegermeister auf den Rücken geschnallt wurden, und einer Regenhaube, die er als Hut aufgesetzt bekam. Als aus dem Ofenrohr dann auch noch roter Rauch, erzeugt von einer Rauchpatrone quoll, war das Gelächter der umstehenden Zuschauer groß.

Jürgen Vosseler, der Lehnsherr des vergangenen Jahres, überreichte seinem Nachfolger einen Orden in Form einer Ofenklappe. „Ich glaube, noch nie hat ein Lehnsherr einen größeren Orden erhalten“, sagte Vosseler. Ingo Hohner nahm es mit dem nötigen Humor.

Mitleid hatte er allerdings mit dem Huhn, das ihm überreicht wurde. Diesen Brauch gibt es schon seit der Zeit, als Pächter noch im Lehen Flächen bewirtschafteten und zur Fasnet zusätzlich zur üblichen Abgabe ihrem Herren eine Henne abgeben mussten. „Das arme Tier ist ja völlig verstört“, sagte Ingo Hohner, nahm die Henne schützend auf den Arm und kraulte sie. Als sie wieder in ihre Kiste zurückgesetzt wurde, entdeckte er, dass ihm das Huhn sogar schon ein Ei gelegt hatte.

Christian Bilger streifte in seiner Rede auch die Freizeitaktivitäten Hohners. So erfuhr die Gesellschaft, dass er Saft, Most und Schnaps aus selbst gesammelten Obst herstellt. Genauso kamen auch das eigene Backhäusle und die intensive Vorratshaltung, die Hohner eigen ist, zur Sprache. Sein Engagement in der Kommunalpolitik wurde ebenso erwähnt wie seine Tätigkeit als Museumsführer im Auberlehaus. Weiterhin sei der Lehnsherr gerne mit den Talheimer Motorradfreunden unterwegs. Auch von diesen Ausfahrten waren einige Anekdoten zu hören. „Als Kaminfeger bist du schwarz vom Scheitel bis zu Sohle. Drum walten nun unsere Abstauber ihres Amtes“, sagte Christian Bilger nach den Ausführungen.

Nachdem auch das vollbracht war, lud der Lehnsherr seine Festgäste zu einem zünftigen Fest in seine Firmenhalle ein. Der Orient Express und Klaus Butschle mit seinem Akkordeon sorgten für Musik.

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