„Der Fremde ist nur in der Fremde fremd“

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„Land des Lächelns“ ist eines der Stücke der Opernwerkstatt.
„Land des Lächelns“ ist eines der Stücke der Opernwerkstatt. (Foto: Musikhochschule)

Die diesjährige Opernwerkstatt der Trossinger Gesangsklassen steht unter der Überschrift „In der Fremde fremd sein“ und kommt nach intensiver szenischer und musikalischer Arbeit am Samstag, 14. April, um 19.30 im Konzertsaal der Hochschule für Musik auf die Bühne.

Unter Mitwirkung des Hochschulchors und Pianisten der Liedgestaltungsklasse erlebt das Publikum eine effektvolle Inszenierung von Szenen aus 200 Jahren Operngeschichte – von Händel, Gluck und Mozart bis Lortzing, Verdi und Lehár. Die Aufführung ist Auftakt der Semesterreihe „Kosmopoliten und Migranten – Europa und seine Musik“.

„Der Fremde ist nur in der Fremde fremd“, heißt es in dem bekannten Text von Karl Valentin. Ist Kreta ein fremder Ort, wie in Mozarts „Idomeneo“, bestimmen dort doch die Götter über das Schicksal der Menschen? Oder ist die Fremde immer dort, wo man nicht einheimisch ist, wo man auf eine fremde Kultur trifft, wie der chinesische Prinz in Wien und die Adelige Wienerin Lisa in China im „Land des Lächelns“? Wie fühlt es sich an, fremd zu sein? Wer fremd ist, ist meistens allein und hat das Gefühl nicht dazuzugehören, wie Belmonte in der „Entführung aus dem Serail“ oder Zar Peter in „Zar und Zimmermann“. Stark ist in solchen Situationen die Sehnsucht nach der Heimat wie bei den Gefangenen in „Nabucco“, was sie in ihrem berühmten Chor „Flieg, Gedanke, auf goldenen Schwingen“ äußern. Und wann ist man nicht mehr fremd? Wenn man die Rituale und Regeln der Einheimischen kennt?

Die Opernwerkstatt „In der Fremde fremd sein“ unter der künstlerische Leitung von Prof. Padmini G. Baun und Prof. Petra Wolko (Regie und szenische Gestaltung) sowie Prof. Peter Nelson (Musik) geht diesen Themen nach. Weniger um Antworten zu finden, so Prof. Wolko, als vielmehr Impulse zu setzen und anzuregen, sich mit diesem alten und gleichzeitig aktuellen Thema zu beschäftigen. Der gleichermaßen genussvolle und fesselnde wie zum Nachdenken anregende Abend wird bestritten von den Sängerinnen und Sängern der Klassen Prof. Alexandra Coku, Prof. Andreas Reibenspies und Silke Kaiser sowie des Hochschulchors und Pianisten der Liedgestaltungsklasse Prof. Peter Nelson.

Der Eintritt ist frei

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