Der Domino-Effekt zieht hundert Spieler mit

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Manfred Menzel war ebenso mit von der Partie wie 99 andere Musiker. (Foto: Helga Schattschneider)
Helga Schattschneider

Der „Domino Day an Tasten“ ist am Sonntagnachmittag im Klavierhaus Hermann zu einem Konzert der Superlative geworden. Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltungen im 25. Jahr hatten Petra und Anton Hermann einhundert Tastenjäger eingeladen, nacheinander und gemeinsam zu musizieren.

So saßen Anfänger neben Professoren und Komponisten, Kinder neben älteren Menschen und hatten alle nur eine Vorgabe: Jeder spielte auf Klavier, Flügel oder Akkordeon eine Minute lang Musik nach eigener Wahl. Hieraus entstand eine unglaubliche Vielfalt, die zugleich Raum für interessante Begegnungen boten.

Der jüngste Teilnehmer war gerade mal sechs Jahre alt, der älteste 83 Jahre. „Spielmacher“ war Steffen Wißmann, der mit Stoppuhr und Triangel für den zeitgerechten Wechsel sorgte - so entstand der Domino-Effekt.

Das Ziel, großen und kleinen Musikfreunden die Scheu vor einem öffentlichen Auftritt zu nehmen und zu verdeutlichen, wie viel Spaß das eigene Musizieren bereitet, wurde mit Leichtigkeit erreicht. In drangvoller Enge genossen Teilnehmer und Zuhörer das ungewöhnliche Event, das als einmalig in der ganzen Branche gelten darf.

Opa und Enkel waren ebenso dabei wie ein geistig behinderter Spieler, der weder schreiben noch lesen kann, in der Musik jedoch Erfüllung findet. Die Teilnehmer kamen aus der ganzen Region von Donaueschingen über Balingen bis Mägerkingen, von Tuttlingen über Schiltach bis in den Raum Offenburg reichte die Strahlkraft des außergewöhnlichen Dominokonzerts.

Obwohl einhundert Teilnehmer ihre eigene Musikwahl treffen durften, gab es kaum Wiederholungen. Die Vielfalt reichte von Walzer und Volkslied bis Blues und Jazz, von Evergreen zu Klassik und Eigenkomposition, von mutigen Versuchen bis zu exzellenten Darbietungen. Dabei verteilten sich die Spieler über drei Stockwerke von der unteren Etage am Eingang bis in den Kulturspeicher.

Den Abschluss krönte „Bruder Jakob“. Unter der Leitung von Musikschulleiter Achim Robold intonierten die einhundert Musizierenden den Kanon so trefflich, als hätten sie vorher geübt.

Die mehr als zweistündige Veranstaltung wurde in Bild und Ton mitgeschnitten. Alle Teilnehmer erhielten eine Plakette und dürfen sich auf eine Aufzeichnung des eigenen Auftritts freuen. (sz)

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