Die DBA Deutsche Bauwert kauft das Lyautey-Areal in Villingen.
Die DBA Deutsche Bauwert kauft das Lyautey-Areal in Villingen. (Foto: Archiv: Marc Eich / sbo)
Marc Eich

Vor über einem Jahr wurde das Bieterverfahren gestartet, nun ist ein entscheidender Schritt bei der Konversion des Kasernenareals Lyautey getan: Die DBA Deutsche Bauwert kauft das Lyautey-Areal. Derweil gibt es bei der weiteren Bebauung eine Überraschung.

Die Freude bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) ist groß, als die frohe Nachricht mitgeteilt wurde. „Der Kaufvertrag ist in trockenen Tüchern“, berichtet ein zufriedener Markus Kästle, Bima-Abteilungsleiter Verkauf in Freiburg.

Damit geht die rund einjährige Suche nach einem Investor erfolgreich zu Ende, die sich aufgrund des Abstimmungsbedarfs hinsichtlich des Bebauungsplans verzögert hatte. „Schließlich wollte der Investor wissen, was sich auf dem Gelände letztendlich realisieren lässt“, berichtet Kästle.

Nachdem der Bebauungsplan Ende Juli vom Gemeinderat auf den Weg gebracht wurde, gab es auch hinsichtlich des Verkaufs keine Hürden mehr. „Der Vertrag wurde am 30. Juli unterschrieben“, so der Abteilungsleiter Verkauf. Man hätte alle Details klären können, „in diesem Zusammenhang möchten wir auch die Zusammenarbeit mit der Stadt loben – die Verantwortlichen haben toll mitgezogen“.

Zwar bedarf der Vertrag noch der Genehmigung des Finanzministeriums, das sei laut Kästle aber „Formsache“ und müsste“zeitnah“ erledigt sein. Man sei „rundum glücklich“ und das Areal könne nun endlich „aus dem Dornröschenschlaf erwachen“.

Erfahrungsschatz bei Sanierung denkmalgeschützter Objekte

Das Lyautey-Gelände letztendlich wach geküsst hat die DBA Deutsche Bauwert aus Baden-Baden. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Konversionsflächen und kann auf einen großen Erfahrungsschatz bei Sanierungen von denkmalgeschützten Gebäuden zurückgreifen. DBA-Vorstand Uwe Birk freut sich auf die Herausforderung. „Wir haben das Areal schon länger beobachtet“, erklärt er. Der Fokus der noch nicht vollständig ausgereiften Pläne liege auf Wohnbebauung – teilweise gepaart mit Gewerbeflächen. „Ein Teil der Wohnungen wird auch im geförderten oder preisgedämpften Bereich angeboten“, so Birk.

Derzeit sei man dabei, alles zu vermessen und die Gebäude „zu Ende zu entwickeln“, um dann in einigen Wochen die Planungen vorstellen zu können. Der Vorstand betont derweil, dass man als „typischer Mittelständler“ vor allem mit regionalen Handwerksbetrieben zusammenarbeiten wird. Birk: „Wir stecken viel Herzblut und Engagement in das Projekt.“

Richter kommt nicht zum Zug

Klar ist damit auch: Die Richter Immobiliengruppe, die eine Teilfläche des Lyautey-Areals bereits vor Jahren gekauft hatte und der auch Technologie- und Innovationspark gehört, kommt nicht zum Zug. „Wir hatten mehrmals ein Angebot abgegeben“, berichtet Patrick Rößler, Projektentwickler bei Richter. Und: Auch die von Werner Wohnbau geplanten Reihenhäuser werden wohl nicht realisiert. Und das, obwohl das Unternehmen auf seiner Internetseite schreibt, dass bereits 99 Prozent der Objekte auf dem Gelände reserviert seien. „Es hat zwei Jahre lang nicht funktioniert, einen Notartermin zu vereinbaren“, berichtet er zu den Gründen. Die Immobiliengruppe werde die 13 700 Quadratmeter große Fläche auf dem Lyautey-Areal, die sich im Norden befindet, voraussichtlich selber bebauen.

Man sei bereits eine Partnerschaft mit dem Bauunternehmen Ten Brinke eingegangen, das im Auftrag der Richtergruppe dann Wohnbebauung realisieren soll. „Konkrete Pläne liegen aber noch nicht vor – wir müssen zunächst die Erschließungsstraße bauen“, betont Rößler, der hofft, dass die Arbeiten hierfür noch in diesem Jahr starten können.

Im Zusammenhang mit der Bebauung sei man auch schon seit längerem im Kontakt mit der Deutschen Bauwert. So seien bereits Gespräche hinsichtlich eines Flächentausches geführt worden, um bezüglich der Pläne für Optimierungen zu sorgen.

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