„Das ist eine literarische Schatzsuche“

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 Ob die eigene Geschichte bei der Jury gut ankommt? Vorab können zumindest die Freunde eine erste Einschätzung geben. Wer unter
Ob die eigene Geschichte bei der Jury gut ankommt? Vorab können zumindest die Freunde eine erste Einschätzung geben. Wer unter 14 Jahre alt ist, darf beim Wettbewerb als Team antreten. (Foto: Archiv: DPA/Anspach)
Redaktionsleiterin
Sabine Felker

Noch bis 30. April können Kinder und Jugendliche ihre Texte zum Thema „anders“ beim Wettbewerb „Trossingen schreibt“ einreichen. Unsere Redakteurin Sabine Felker hat sich mit ORranisatorin Anne Magdalena Wejwer über literarische Selbsteinschätzung und das Hochgefühl, wenn der eigene Text vor Publikum vorgelesen wird, unterhalten.

Einen Text zu schreiben ist das eine, sich der Beurteilung einer Jury zu stellen, das andere. Welche Tipps haben Sie für Nachwuchsschreiber, die noch von Selbstzweifeln geplagt werden?

Es kann auch passieren, dass ein Text bei einem Wettbewerb überhaupt keinen Erfolg hat und bei einem anderen Wettbewerb dafür richtig abräumt – das ist mir schon häufiger passiert. Das ist ja auch der Grund, warum in Schreibwerkstätten so viel diskutiert wird oder warum es die überhaupt gibt.

Zum einen kommt das mit der Erfahrung. Das man irgendwann einfach ein Bauchgefühl dafür entwickelt

– was nicht heißt, dass Jurymitglieder dieses Bauchgefühl teilen. Was man machen kann, ist, den Text sich selbst mal laut vorzulesen. Oder seinem Spiegelbild. Manchmal fallen einem da noch Sachen auf. Und dann finde ich es schon okay, wenn man den Text auch anderen vorliest, z.B. seinen Freunden und die fragt: „Versteht ihr, was ich damit sagen wollte?“ Die Außenperspektive oft hilfreich.

Deswegen würde ich allen sagen, die sich noch nicht sicher sind: Traut euch einfach. Riskiert es. Ihr könnt nichts verlieren, sondern nur gewinnen. Und wenn es dieses Mal noch nicht für einen Preis reicht, dann vielleicht trotzdem für eine tolle Erfahrung.

Manchmal muss man seine Zweifel auch einfach in die Schublade stecken und den Text einfach abschicken. Das ist mir auch schon passiert, dass ich Texte hatte, wo ich dachte „Das wird sowieso nichts.“ Und dann ist es doch was geworden.

Wie fühlt es sich an, wenn der eigene Text vor Publikum vorgelesen wird?

Das ist was ganz Besonderes. Und auch nochmal was anderes, als wenn der Deutschlehrer im Unterricht einen Text vorliest. Man hat dann schon ein bisschen Gänsehaut, auch, weil im Publikum ja viele Leute sitzen und da zuhören. Wenn es dann eine lustige Stelle gibt und man selber weiß das schon (weil man sie ja geschrieben hat), aber das Publikum weiß es noch nicht. Und dann freut man sich schon auf diese Stelle und dann wird die vorgelesen und das Publikum lacht tatsächlich, dann ist das wirklich ein großartiges Gefühl!

Ich finde diesen Wettbewerb total spannend.

Was reizt Sie daran, diesen Wettbewerb zu organisieren?

Eigentlich ist es eine literarische Schatzsuche. Trossingen und Umgebung sind in diesem Fall das Meer. Und ich habe das Gefühl, dass sich da viele tolle Geschichten und Gedichte tummeln, die in den Kindern und Jugendlichen verborgen sind, in Tagebüchern, Laptops, Notizheften oder Schreibtischschubladen. Und der Wettbewerb soll diese ganzen Schätze sichtbar machen. Das ist das, was mir an diesem Wettbewerb so viel Spaß macht. Texte entdecken. Texte finden. Texte lesen. Wir haben letztes Jahr einige tolle Texte gefunden. Und ich glaube einfach, da geht noch was.

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