Auf der großen weißen Leinwand hat sich jeder „verewigt“, der an diesem bunten Nachmittag mit dabei war.
Auf der großen weißen Leinwand hat sich jeder „verewigt“, der an diesem bunten Nachmittag mit dabei war. (Foto: Frank Czilwa)
Frank Czilwa
Redakteur

Eine bunte Kinderschar ist am Freitagnachmittag durch die offene Tür von Stadtjugendreferat und rumänischer Beratungsstelle am Stadtpark hin und her geströmt. Sie und ihre Eltern lernten die Einrichtungen auf buchstäblich „spielerische“ Weise kennen.

Schon um Viertel vor zwei standen die ersten Kinder und ihre Eltern vor den Türen der einstigen Stadtbücherei im Rathausanbau: Um im Rahmen des Ferienprogramms einen unterhaltsamen Nachmittag zu verbringen – aber auch um das Jugendbüro um Lisa Nottmeyer und ihr Team und die rumänische Beratungsstelle von Rodica Hermann kennen zu lernen.

Der noch relativ neue Standort des Jugendbüros mit seinen Glasfassaden sorgt schon jetzt für mehr Offenheit, hat Stadtjugendreferentin Lisa Nottmeyer festgestellt: Vor ein paar Tagen, so erzählt sie, hat ein Mädchen, das im Stadtpark gespielt hat, einfach gegen die Scheibe geklopft, und nachgefragt, ob sie eines der Spielgeräte benutzen darf.

Hälfte der Kinder sind rumänisch

Und auch die Zusammenlegung von Jugendbüro und Rodica Hermanns rumänischer Beratungsstelle scheint sich auszuzahlen: „Rund 50 / 50“ sei heute das Verhältnis von „einheimischen“ und rumänisch-stämmigen Kindern, schätzt Lisa Nottmeyer. Während die Kinder basteln, geschminkt werden oder draußen vor dem Eingang alte Straßenspiele wie „Himmel und Hölle“ oder „Gummitwist“ spielen, kommen die Eltern untereinander oder mit Lisa Nottmeyer und Rodica Hermann ins Gespräch.

Rodica Hermann springt dabei als energiegeladener Gummiball von Gruppe zu Gruppe und achtet darauf, dass jeder seinen Handabdruck und seinen Namen auf der großen weißen Leinwand hinterlässt.

Hermann sprüht vor Ideen, wie sie den nach Trossingen zugezogenen Rumänen die Integration erleichtern kann. Sie hilft ihnen beim Ausfüllen von Formularen – damit dies bald auch ohne Unterstützung klappt –, unterstützt bei der Suche nach Wohnung und Arbeit und im Dschungel der Bürokratie; sie hat einen Infozettel auf Rumänisch über die Geheimnisse der deutschen Mülltrennung geschrieben und bereitet gerade Broschüren vor, in denen auf Deutsch und Rumänisch wichtige Informationen über Kindergarten und Schule zusammengefasst werden. Sie sieht ihre Aufgabe darin, „Brücken zu bauen“, Kontakte zu knüpfen, Probleme und Missverständnisse zu lösen, vor allem aber Ideen zu sammeln und umzusetzen. Außer vom Team des Stadtjugendreferats wird sie dabei auch von der Verwaltung unterstützt: „Die Leute vom Sozialamt und Thomas Geiger vom Bürgerbüro sind ganz toll. Ich bin nicht allein“, freut sie sich.

Im Rahmen des Projekts „soziale Stadt“ erhält die Stadt Trossingen 100 000 Euro aus dem Programm „Nichtinvestive Städtebauförderung“ des Landes für die Beratungsstelle. (Wir haben berichtet.) Die Kommune selbst trägt bei den damit unterstützten Projekten rund 40 Prozent der Kosten. Neben der Beratungstätigkeit – etwa Übersetzungen – und Räumlichkeiten für Integration im künftigen neuen Jugendhaus werden auch Projekte finanziert wie der geplante „Internationale Suppentag“, bei dem Mütter nicht nur aus Deutschland, Rumänien oder Russland Spezialitäten aus ihrer Heimat kochen werden.

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