Beethoven diskutiert mit Rapper Bushido

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 Die Schüler des 11er-Musikkurses haben an einem Beethoven-Projekt des SWR teilgenommen.
Die Schüler des 11er-Musikkurses haben an einem Beethoven-Projekt des SWR teilgenommen. (Foto: Gymnasium)
Schwäbische Zeitung

Ludwig van Beethoven ins Jahr 2020 holen – das war die Idee des Musikkurses der Jahrgangsstufe 1 am Gymnasium Trossingen unter Leitung von Lehrerin Tanja Staudenmaier. Im Rahmen eines Radio-Projektes des SWR wurden von den Schülern Dialoge zwischen Beethoven und Menschen von heute – Musikern wie auch die Politprominenz – verfasst.

Diese konnten die Schüler unter fachkundiger Anleitung im SWR-Studio in Tübingen einsprechen. „Stellt euch vor, ihr werft mit eurem Sprechen einen Tennisball ins Publikum – ihr wollt es erreichen“, so der Ratschlag von SWR2-Moderatorin Anette Sidhu-Ingenhoff, bevor es für die Schüler ans erste Einsprechen der Dialoge ging. Zuerst als Übung, dann – nachdem wichtige, hervorzuhebende Textstellen markiert und unterstrichen worden waren – wurde es ernst: Die Schüler durften in ihre Rolle schlüpfen und sich mit Begeisterung am Sprechen probieren.

„Es ist interessant, wie hier gearbeitet wird“, sagte Moreno Quartarone, der fasziniert von der Technik eines richtigen Sprechers war, der für die Rolle als Donald Trump einsprang – ausdrucksstark, betont, mit Pausen und sogar mit Gestik und Mimik muss man da herangehen. Versprecher waren dagegen eher weniger tragisch. „Da macht man kurz eine Pause und spricht weiter – später wird es dann zurechtgeschnitten“, erzählte Johannes Hohner, der diesen Tag im Studio als „besonderes und einmaliges Erlebnis“ in Erinnerung behalten wird.

Die verschiedenen Dialoge wurden anschließend im Schnitt bearbeitet und dann mit Musikstücken unterlegt, die die Schüler für ihre Dialoge ausgewählt hatten. Hier werden Beethovens Stücke wie „Für Elise“ neuzeitlichen Werken von Künstlern wie Bushido oder Apache gegenübergestellt und Beethoven selbst damit konfrontiert, teils auch mit Cover-Versionen seiner eigenen Stücke. So auch die Idee von Musiklehrerin Tanja Staudenmaier, nämlich „zu zeigen, wie sich Beethoven darüber wundert, was mit seiner und der Musik im Allgemeinen passiert ist.“

Doch negativ soll das nicht zwingend sein, denn auch in den Texten der Schüler ist Ludwig van Beethoven – wie zu seiner Zeit – offen für Neues und für die Meinungsäußerung, aber auch kritisch. Und er ist und bleibt „eine Musiklegende“, denn er hat „Stücke geschrieben, die bis heute bekannt sind und die man nicht vergessen hat“, meinte Levi Berlinski – so auch die Botschaft des Projekts: „Den Menschen zeigen, dass Beethoven noch immer beliebt und berühmt ist und noch heute Relevanz hat.“

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