Baptistische Kirchengemeinde hilft Quechua-Indianern

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 Dr. Klaus-Dieter John hat gemeinsam mit seiner Frau das gesamte Leben auf die Hilfe in Peru ausgerichtet.
Dr. Klaus-Dieter John hat gemeinsam mit seiner Frau das gesamte Leben auf die Hilfe in Peru ausgerichtet. (Foto: Addicks)
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Beste Betreuung für Quechua-Indianer: In der vollbesetzten Immanuelkirche hat Dr. Klaus-Dieter John am Sonntagvormittag über die enormen Fortschritte des von ihm gegründeten medizinischen und religiösen Zentrums „Diospi Suyana“ in Peru berichtet.

Vom Bäckerssohn in Wiesbaden zum Missionar und Generaldirektor einer Klinik nach europäischen Standards: Sicher kein leichter Weg, den John und seine Frau Martina, selbst Kinderärztin, beschreiten. Viele tausend Male hat John schon darüber berichtet, per gekonnt gestalteter Powerpoint-Präsentation die entsprechenden Bilder und Grafiken dazu geliefert. Doch bei dem versierten Fundraiser schleicht sich keine Routine ein. Immer wieder erwähnte er in der 65 Minuten währenden, freien Rede Trossingen – zuletzt war er vor elf Jahren hier –, brachte die gebannt lauschende Gemeinde mal zum Lachen, dann wieder dazu, das Tempotaschentuch zu zücken. Und dazu, verblüfft zu staunen, wenn John die schier unglaublichen Zufälle erwähnte, die ihm die vielen Millionen Geld- und Sachspenden einbrachten, ohne die es das 2005 eröffnete Krankenhaus, die große Kirche mit den Glasfenstern aus Deutschland, die angegliederte Christliche Schule für über 600 Kinder, die Kinderclubs und das Medienzentrum nicht gäbe. Von dort aus werden seit über drei Jahren Sendungen ausgestrahlt; „Zu den Themen Gesundheit, Familie und Glaube“, wie in dem Flyer des in Darmstadt beheimateten Vereins mit eigener Stiftung zu lesen ist.

Zwei Bücher Johns sind bereits veröffentlicht und in mehrere Sprachen übersetzt, das dritte ist geschrieben, wie er fast beiläufig erwähnte. Gegen eine Spende konnte man die zwei Exemplare erhalten: „Ich habe Gott gesehen“ und „Gott hat uns gesehen“ lauten die Titel, die im Brunnenverlag erschienen sind.

Denn John ist überzeugt: Sein Vertrauen auf Gott macht Unmögliches möglich. Mit dieser Überzeugung gelang es ihm, Fachleute aus Deutschland und der ganzen Welt dazu zu bewegen, ihre bisherige Existenz aufzugeben und in Curahuasi, zwischen Cusco und Abancay, auf 2 650 Metern Höhe „so in etwa wie die Zugspitze“ zu arbeiten. Ohne Gehalt, finanziert nur durch Förderkreise.

Mit seiner charismatischen Art schaffte John es, peruanische Präsidenten und einen Ministerpräsidenten in den Andenort zu holen. Er weiß, wie wichtig es ist, im Gespräch zu sein, wenn man Geld braucht. Erst vor einem Monat waren die Johns bei Johannes B. Kerner in der Spendengala „Ein Herz für Kinder“. John freut sich nicht nur über dicke Schecks, auch für die 500 Euro aus Aktivitäten der Trossinger baptistischen Pfadfinder, die ihm Philipp Steuer überreichte, zeigt er sich sehr dankbar.

Einige Bilder zeigten, wem das Geld zugutekommt: Einem kleinen Jungen, der dank einer Beinprothese endlich gehen kann, einer Frau, die fast keine Zähne mehr hatte, und nun wieder normal essen kann. Nur vier Soles, etwas über einen Euro, müssen die Patienten für die erste Konsultation bezahlten.

Gemeindeleiterin Jeanette Zilz schickte Spendenkörbe durch den Saal und dankte John, der seit dem letzten Besuch hier abgenommen habe, mit einem Weckglas hausgemachter Suppe.

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