Auberlehaus-Sanierung liegt vor Zeitplan

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Schwäbische Zeitung

"Die ganze 70er-Jahre-Präsentation fliegt raus", versichert Neipp. Dazu gehören beispielsweise viele Neonröhren, die alle abmontiert werden. "Wir setzen in Zukunft auf weniger Exponate, die wir viel besser präsentieren." Dazu gehört eine ausgefeilte Lichtführung zu den Ausstellungsstücken. "Im ganzen Museum sind dann Zeitreisen zu erleben." So gibt es beispielsweise eine Zeitreise durch die Trossinger Geschichte vom Pfarrdorf zur Harmonikastadt oder eine Reise durch das Erdmittelalter vom Plateosaurier bis zum T-Rex. Besonders auf die paläontologische Ausstellung mit den Sauriermodellen scheint sich Neipp zu freuen. "Eine solche Sammlung wie hier, werden sie zwischen der Schweiz und Stuttgart kein zweites Mal finden."

Im ersten Obergeschoss möchte Neipp die berühmte Trossinger Laier und das Grab 56 in der Alamannenausstellung präsentieren.

Bis dahin hat der Förderverein aber noch eine Menge Arbeit vor sich. Die ehemalige Harmonikastube ist inzwischen ausgeräumt. "Hier hatten wir noch Spuren des großen Hagelsturms." Die Einbauvitrinen sind weg, und jetzt machen sich die Helfer des Fördervereins daran, den Fußboden freizulegen. Im großen Ausstellungsraum, in dem zur Zeit noch der große Plateosaurier steht, haben die Auberlehaus-Förderer inzwischen die ganzen Fenster im vorderen Bereich freigelegt. Neipp: "Dort waren Spanplatten davor." Frisch gestrichen ist der Ausstellungsraum inzwischen auch. Insgesamt ist es dort schon jetzt viel heller geworden.

Am Podest der Saurier beginnen die Helfer jetzt, die Platten abzunehmen. Die Saurier werden das Auberlehaus wegen der Arbeiten bald verlassen. "Hier bleibt nichts so, wie man es bisher kennt", erklärt Neipp.

In den vergangenen Tagen hat der Fördervereins-Vorsitzender mit bis zu zehn Helfern gearbeitet und schon viel bewegt. "Wir sind unserem Zeitplan schon voraus, denn alles läuft sehr gut." Bis Dezember soll dann das ganze Haus leer sein. "Im Januar oder Februar hoffen wir dann, sagen zu können, wie lang die Arbeiten noch dauern werden." Den Abschluss der Arbeiten visiert Neipp für Anfang Oktober 2010 an.

Dass die Arbeiten nicht leicht sein werden, haben Neipp und seine Helfer erst kürzlich festgestellt, als sie eine alte Wand abbrachen. "Damals hat man hier nichts geschraubt, sondern alles genagelt. Bei diesen vielen Nägeln muss man wirklich aufpassen."

Trotzdem sei der Förderverein, nachdem das Auberlehaus jetzt seit drei Jahren geschlossen ist, froh, wieder eine Aufgabe und ein Ziel zu haben. Abgesehen davon, dass der Verein pro Schließungsjahr rund 15 000 Euro allein an Eintrittsgeldern einbüßt.

Von der Stadt bekommt der Förderverein Auberlehaus für die Sanierung 20 000 Euro. Weitere 30 000 Euro wird der Verein laut Neipp selber in die Hand nehmen müssen. Nach Abschluss der Arbeiten hofft Neipp, wieder ein ähnlich wegweisendes Heimatmuseum in Trossingen zu haben, wie es das Auberlehaus in den 70er Jahren gewesen ist.

Zum Kilbemarkt ist die Wirtschaft des Auberlehauses geöffnet. Die Hippenpuppen-Näherinnen servieren "Knöpfle in der Brüh".

Von unserem RedakteurEric Zerm

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