Ab Oktober sollen die Arbeiten am Schulzentrum beginnen

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 Im Oktober sollen die Rohbauarbeiten starten, im Sommer 2020 das Gebäude und die Erweiterung fertig sein, so der Plan des Archi
Im Oktober sollen die Rohbauarbeiten starten, im Sommer 2020 das Gebäude und die Erweiterung fertig sein, so der Plan des Architekturbüros. Hier eine Seitenansicht des Ganztagsgebäudes. (Foto: Architekten Kilian)
Sabine Felker

Mit einigem Murren hat der Trossinger Gemeinderat am Montagabend den Bau der Ganztagsbetreuung samt Mensa für das künftige Schulzentrum und die Erweiterung der Realschule abgesegnet. Kostensteigerungen und Kritik von Seiten des Gymnasiums haben den Räten die Entscheidung erschwert.

Architekt Tim-Felix Kilian hatte keinen leichten Stand. Der Bau des Ganztagsgebäudes, in dem auch die Mensa untergebracht sein wird, und die Erweiterung der Realschule werde 11,57 Millionen Euro brutto kosten, so der Experte. Dies sei „die magische Zahl“, beinhalte aber „keinen Puffer für die Sanierung“. Im November waren die Planer noch von 800 000 Euro weniger ausgegangen. Möglichst wenig solle im Bestandsgebäude angefasst werden, so zum Beispiel Decken nicht geöffnet werden, um „unliebsame Überraschungen“ zu vermeiden.

Mit diesem Bauabschnitt bringt die Stadt ihren Plan des Schulzentrums einen Schritt voran. Das Ganztagsgebäude sollen sich zunächst Realschule und Gymnasium teilen, später soll die Löhrschule in die Nutzung mit einsteigen. Die Realschule erhält außerdem einen Anbau, um weitere Klassen- und Lehrerarbeitszimmer zu schaffen.

„Allergrößte Bedenken“

„Anfangs haben wir über acht Millionen Euro diskutiert, jetzt liegen wir bei 11,57 Millionen Euro“, sagte Jürgen Vossler von der CDU und sprach von einem Schock. „Ich weiß nicht, wo wir landen werden. Ich habe allergrößte Bedenken.“ Auch Hilmar Fleischer (FDP) zeigte sich besorgt: „Wenn wir von Anfang an gewusst hätten, wo das endet, hätte der Gemeinderat vielleicht anders entschieden.“ Nun aber könne der Rat nur „zähneknirschend dem recht weit vorangeschrittenen Projekt zustimmen“. Gustav Betzler (Freie Wähler) und Susanne Reinhardt-Klotz (OGL) zeigten sich ebenfalls wenig begeistert, betonten aber, dass ein Stopp des Projekts zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich sei. Kämmerer Armin Weiss sagte, dass die Stadt auf Zuschüsse von etwa 3,4 Millionen Euro hoffen könne.

Zur Sitzung waren auch Udo Kohler, Rektor der Realschule, und sein Amtskollege Markus Eisele vom Gymnasium gekommen. Während Kohler sich sehr zufrieden zeigte, übte Eisele Kritik. Das Konzept sei zwar „grundsätzlich stimmig“, doch die Mensa und der Ganztagsbereich erschienen ihm als zu groß geplant. Er habe „Bauchschmerzen, dass das Gymnasium zu kurz kommt“. Der Rektor erinnerte daran, dass die Sanierung des Gymnasiums noch nicht abgeschlossen sei und unter den Investitionen ins Projekt Schulzentrum leiden könnte.

Und es wird noch teurer

Die Gemeinderäte mussten in Sachen Kosten eine weitere schlechte Nachricht schlucken: Der zweite Bauabschnitt, der Platz für die Löhrschule im Schulzentrum schaffen soll, werde ähnliche Kosten verursachen wie der aktuelle, also irgendwo bei 11,5 Millionen Euro liegen.

Das bedeutet eine erwartete Preissteigerung von etwa 3,5 Millionen Euro zu den bisherigen Planzahlen.

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