350 fanatische Fans - 1 Polizeiauto: So eskalierte WM-Siegesfeier russischer Fans

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Eine Rauchbombe, so der Verdacht der Umstehenden, soll für den dichten Qualm gesorgt haben.
Eine Rauchbombe, so der Verdacht der Umstehenden, soll für den dichten Qualm gesorgt haben. (Foto: privat)
Redaktionsleiterin

Am Sonntagabend hat auf der Trossinger Hauptstraße Ausnahmezustand geherrscht. Unter den jubelnden Russlandfans waren einige, die jedes Maß verloren. Zeugen berichten von Schüssen aus einer Schreckschusspistole, ein Video zeigt dichten, meterhohen Rauch am oberen Kreisverkehr. Die Strategie der Polizei, mit einem Wagen vor Ort zu sein, schien nicht aufgegangen zu sein.

„Das ist doch der blanke Wahnsinn“, sagt eine Trossingerin. Sie war vor Ort, als am oberen Kreisverkehr auf Höhe der Stadtwerke Entro mehrere Russlandfans für Chaos sorgten. Ein Video, das der Redaktion vorliegt, zeigt dichten Rauch, der den Kreisverkehr fast komplett einhüllt. Johlende Fans, die auf Autos stehen, Fahnen schwenken und zwischen den Autos, die laut hupend über die Straße fahren, hindurchlaufen.

Zwei andere Zeugen berichten von einem Mann, der mit einer Schreckschusspistole mehrfach in die Luft geschossen haben soll.

Wie eine Sprecherin der Polizei Tuttlingen mitteilt, war der Polizeiposten Trossingen an diesem Abend mit einem Streifenwagen vor Ort. Die Beamten hätten, so das Protokoll, die Teilnehmerzahl des Corsos auf 350 Personen geschätzt. Der Verkehr sei - wie bei Corsi üblich - nicht mehr flüssig geflossen, Personen seien auf der Straße gelaufen. Zwar haben die Beamten laut des Einsatzprotokolls „etliche Ermahnungen und Verwarnungen“ ausgesprochen, doch die vermeintlichen Rauchbomben und die Schüsse der Schreckschusspistole werden im Bericht nicht erwähnt. Die Polizeisprecherin konnten am Montag keine weiteren Auskünfte geben.

350 Teilnehmer, ein Polizeiauto

Dass die Polizei im Einsatz war, das bestätigen Augenzeugen im Gespräch mit der Trossinger Zeitung. Sie sahen die Beamten aber etwa auf Mitte der Hauptstraße, nicht beim oberer Kreisverkehr. Notrufe, so die Polizeisprecherin, seien keine eingegangen.

Bürgermeister Clemens Maier bedauert es, wenn aus der Freude über Fußball „so etwas entsteht“. „Ich erwarte, dass es auch nach den nächsten Spielen der russischen Mannschaft friedlich bleibt und die Polizei die Situation im Griff hat.“

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