Referate handeln von Wölfen und Wurmbefall

Lesedauer: 5 Min
 Annette Wohlfahrt vom Landesschafzuchtverband bei ihrem Vortrag.
Annette Wohlfahrt vom Landesschafzuchtverband bei ihrem Vortrag. (Foto: Silvia Müller)

Mit 40 Interessierten ist die Schäferversammlung im Talheimer Gasthaus „Sonne“ gut besucht gewesen (wir berichteten). Sie haben aus fünf Fachvorträgen Informationen mit nach Hause genommen. Holger Axt vom Schafsherdengesundheitsdienst Freiburg sprach über das Thema „Parasitenmanagement und die Vermeidung von Resistenzen“.

Zunächst stellte er dar, dass Schafe – und auch Ziegen – Wurmlarven ganz besonders am frühen Morgen, mit den Tautropfen auf den Gräsern aufnehmen. Holger Axt erläuterte die vier verschiedenen Wirkstoffgruppen, die es zur Bekämpfung von Wurmbefall gibt, und verdeutlichte diese anhand von Medikamentenbezeichnungen, die verabreicht werden.

Die Tierhalter erfuhren, dass Wurmlarven imstande sind, ihre Gene zu verändern, und dass so Resistenzen entstehen könnten. Der Tierarzt schilderte, woher ein Infektionsdruck herrührt, wie er vermieden werden könne, und wie die Schaf- und Ziegenhalter einen Befall ihrer Tiere erkennen können. Teil seines Vortrags waren zudem Informationen über Untersuchungsmethoden und deren Kosten. Weiterhin informierte Holger Axt über die Blauzungen-Krankheit, das Q-Fieber, und er machte den Tierbesitzern die Bedeutung von Impfungen klar.

Annette Wohlfahrt vom Landesschafzuchtverband stellte Fakten zur Mitgliederstärke vor. In Anlehnung an die Rede ihres Vorgängers sagte sie, „wer seine Tiere nicht impfen lässt, verhält sich fahrlässig“. Ein Teil ihres Referats enthielt Informationen zu aktuellen politischen Themen und zu Förderrichtlinien. Eindeutig wurde Annette Wohlfahrt, als es um das Thema „Wölfe“ ging. Sie machte klar, dass der Wolf nicht nur anderswo, sondern auch in Baden-Württemberg eine Bedrohung für Nutztiere darstelle. Sie erläuterte, wie Schutzzäune auszusehen haben, und machte unmissverständlich klar, wie wichtig die Einhaltung der geltenden Vorgaben sei. Der Herdenschutz sei förderfähig, sagte Wohlfahrt, während im Gegenzug ein Schafhalter, der seine Tiere unzureichend sichere, für den durch einen Wolfsriss entstandenen Schaden keinen Ausgleich erhalte.

Im letzten Teil ging die Geschäftsführerin des Landesschafzuchtverbands auf die geltenden Vorgaben für die Haltung von Herdenschutzhunden ein. Sie machte zudem darauf aufmerksam, dass für Herdenschutzhunde Leinenpflicht im Umkreis von zehn Kilometern gilt, wenn ein Fall von Schweinepest nachgewiesen wurde. Ebenso verdeutlichte sie die Voraussetzungen, die Wanderschäfer erfüllen müssen, wenn eine Herde eine Straße überqueren muss.

Den letzten Vortrag hielt Bernhard Glöckler, Zuchtleiter des Landesschafzuchtverbands. Er bot eine gedankliche Reise zum Thema „Welche Rasse für meinen Betrieb“ an. Dabei verdeutlichte der Zuchtleiter, dass sich jeder (künftige) Schafhalter darüber klar werden muss, wie viel Fläche er zur Verfügung hat, wie es um die Arbeitskraft bestellt ist, welche Einrichtungen vorhanden sind und welche Kenntnis der Schafhalter für seinen Betrieb und über das Tier schon hat, beziehungsweise künftig braucht. Von 32 im Zuchtbuch von Baden-Württemberg eingetragenen Rassen stellte er die acht meist vorkommenden Rassen vor. Ob nun das Merinoschaf, das Ostfriesische Milchschaf, das Suffolk oder das Texel-Schaf, um nur einige zu nennen, zu allen Rassen erklärte Glöckler die Rassemerkmale und Eigenschaften. „Jeder Betriebsinhaber muss sich überlegen, wohin er möchte. Ist er ein Schaf-Liebhaber, ein Koppelschafhalter oder ein Wanderschäfer“, sagte Glöckler. Ziel der gedanklichen Reise Glöcklers war es, den Anwesenden klar zu machen, dass einem erfolgreichen Betrieb eine klare Konzeption zugrunde liegen muss.

Mehr zum Thema

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen