Heimatmuseum bekommt Besonderheit

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Berthold Zaczyk zeigt drei Flachsbrechen, die im Talheimer Heimatmuseum angeschaut werden können.
Berthold Zaczyk zeigt drei Flachsbrechen, die im Talheimer Heimatmuseum angeschaut werden können. (Foto: Silvia Müller)
Silvia Müller

Über eine ganz besondere Leihgabe freut sich der Arbeitskreis Heimatmuseum Talheim. Bereits im vergangenen Jahr erhielt Udo Vosseler gebundene Sütterlin Handschriften der aus der Gemeinde stammenden Brüder Bartholomäus und Mathias Haug überreicht. Sie wurden im Zeitraum von 1789 bis 1819 niedergeschrieben und enthalten Ansprachen zu allen Anlässen des Lebens sowie Gedichte. Und es gibt noch weiteres zu entdecken.

Udo Vosseler erhielt die Handschriften von einer Familie Frahne, die in Kohlberg, unweit von Esslingen, lebt.

Um die Texte lesen zu können, erhielt Vosseler einen weiteren gebundenen, gedruckten Band überreicht, in dem die Texte in die lateinische Schrift übertragen sind. Berthold Zaczyk, ein weiteres Mitglied des Arbeitskreises, ist begeistert von dieser Leihgabe. „Die beiden Fassungen können nun dazu dienen, viele andere in Sütterlin geschriebene Dokumente in die heutige Schrift zu übertragen“, erklärt er erfreut. „Und außerdem finde ich es höchst bemerkenswert, wie viele Gedanken sich die beiden Brüder um viele alltägliche Themen gemacht haben“, fügt Zacyk hinzu.

Gleich drei Flachsbrechen stehen zur Ansicht früherer Arbeitsweise im Talheimer Heimatmuseum. „Wir haben noch mehrere Exemplare, die können wir aus Platzgründen gar nicht mehr aufstellen“, verrät Zaczyk. Der Hobby-Heimatkundler geht davon aus, dass in jedem Haushalt solch eine Bank vorhanden war. Aus der vielseitig verwendbaren Pflanze wurde früher unter anderem Öl gewonnen, Leinen gesponnen, um daraus Kleidung herzustellen, aber auch Seile und Jutesäcke wurden aus den gebrochenen Flachsstängeln hergestellt.

Faltenbalg wird in Akkordeon eingebaut

In den Jahren, in denen die Firma Hohner noch in vielen Kreisgemeinden Niederlassungen unterhielt, gab es auch in Talheim ein Hohner-Werk. In dem Gebäude in der Tuttlinger Straße 38 wurden Faltenbälge hergestellt, die dann nach Trossingen transportiert wurden, um sie in Akkordeons zu verbauen.

Solch einen Faltenbalg können sich die Besucher des Talheimer Heimatmuseums ansehen. Berthold Zaczyk, dessen Schwiegermutter viele Jahrzehnte lang bei Hohner gearbeitet hat, kann die einzelnen Arbeitsschritte noch lebendig beschreiben.

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