Bei der Erweiterung der Mülldeponie horchen die Talheimer auf

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 Der Wiedenmann Palettenservice war einer der Stationen von Landrat Stefan Bär (links), neben ihm Inhaber Philipp Kranich und Mi
Der Wiedenmann Palettenservice war einer der Stationen von Landrat Stefan Bär (links), neben ihm Inhaber Philipp Kranich und Michael Kipp. (Foto: Silvia Müller)
Silvia Müller

Auf seiner Reise durch den Landkreis hat Landrat Stefan Bär Talheim besucht. Bürgermeister Martin Hall und einige Gemeinderäte führten ihn durch die Gemeinde. Das Sägewerk Irion, der Wiedenmann Palettenservice und das Pferdeparadies Haug waren die Stationen der Betriebsbesichtigungen.

Im Sägewerk erfuhr der Landrat von den Inhabern Martina Kranich-Schrenk, dass das angelieferte Holz aus den Wäldern der Umgebung kommt und zu einhundert Prozent verarbeitet werde. Die bei der Verarbeitung der Bretter entstehenden Reste werden zu sogenannten Schwartenbündeln zusammengefasst oder zu Hackschnitzeln verarbeitet. Das Aufkommen an Sägemehl wird von Pferdehaltern als Einstreu für ihre Tiere genutzt oder der Pelletherstellung zugeführt. Nach dem Geschäftserfolg gefragt, sagte Martina Kranich-Schrenk, dass sie als kleiner Betrieb flexibel und schnell auf die Bedürfnisse von Kunden reagieren könne und dass genau das den guten Geschäftserfolg begründe. „Die Säge besteht seit 1911 und mit Philipp Kranich sind wir in der vierten Generation“, sagte sie.

Besonderes Interesse erweckte die neu erbaute Firmenhalle des Wiedenmann Palettenservice, den Inhaber Philipp Kranich vorstellte. In diesem Betrieb werden vorwiegend Euro-Paletten angekauft, repariert und wieder veräußert. Der Landrat sah einem Mitarbeiter bei der Arbeit zu und stellte fest, dass für diese Tätigkeit immer noch ein hohes Maß an Handarbeit gefragt sei. „Wir sind der einzige Reparaturbetrieb für Euro-Paletten im Kreis Tuttlingen und von E-PAL zertifiziert“, erklärte Philipp Kranich.

Die zweite Station war das Pferdeparadies Haug, wo Inhaber Hartmut Haug Landrat, Bürgermeister und Gemeinderäte erwartete. „Wie ich höre, ist das der am schnellsten wachsende Betrieb in Talheim“, begrüßte Stefan Bär den Reiterhof-Besitzer. Der stellte seine neuesten Pläne vor, den Bau einer HIT-Aktivstallanlage für Ponys, sowie eine weitere Reithalle. Neugierig ließ sich der Landrat diese Art der Unterbringung erklären. Stefan Bär erfuhr von Hartmut Haug, dass zwischenzeitlich 100 Pferdebesitzer ihre Tiere hier eingestellt haben und dass diese überwiegend in der Aktivstallanlage leben. Er stellte weiter seinen Reitschulbetrieb vor. Hier können Kinder ab dem vierten Lebensjahr Reitunterricht nehmen. Zunächst auf Ponys, später auf Großpferden.

Die Begegnung des Landrats mit der Bevölkerung fand in der Festhalle statt. Stefan Bär nutzte die Gelegenheit, sich die Halle nach ihrer Sanierung und Erweiterung anzusehen, bevor er den Gästen die Aufgaben darstellte, die vom Landratsamt und seinen Mitarbeitern wahrgenommen werden: Wofür werden die Mittel aus der Kreisumlage verwendet, wie teilen sich die Sozialabgaben auf, wie kann die Ärztesituation verbessert werden und wie wird der öffentliche Personennahverkehr in der Zukunft konzipiert? Die Pläne des dreispurigen Ausbaus der B523 beschäftigten einen Zuhörer. Er fragte, ob es nicht sinnvoller sei, das Tempo auf dem Streckenabschnitt auf 80 Stundenkilometer zu begrenzen, anstatt das Rasen zu fördern.

Beim Thema „Erweiterung der Mülldeponie“ horchten die Talheimer auf. Bär erläuterte, dass aktuell die Kapazitätsgrenze der Deponie erreicht sei und dass sie daher erweitert werde. Er stellte jedoch klar, dass sie lediglich hinsichtlich der Fläche vergrößert werde. „Wir haben die Deponieklasse 2 und das wird so bleiben“, sagte Stefan Bär. Was praktisch bedeutet, dass kein anderer Müll abgeladen wird als bisher. Die Frage, ob künftig dort Sondermüll abgeladen werde, verneinte Bär ganz klar. Eine geschlossene Halle anstatt der bisherigen Umschlaghalle, die mehr ein Unterstand ist, steht ganz oben auf der Wunschliste des Landrats. Bürgermeister Martin Hall gab dem Landrat mit, dass er sich einen Ausbau der Kreisstraße nach Eßlingen wünsche sowie einen Radweg, der neben der Kreisstraße verläuft. wünscht.

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