Zum Friedensdienst nach Uruguay

Lesedauer: 5 Min

Da geht’s hin: Die Spaichingerin Annalena Grimm absolviert einen freiwilligen ökumenischen Friedensdienst in Uruguay.
Da geht’s hin: Die Spaichingerin Annalena Grimm absolviert einen freiwilligen ökumenischen Friedensdienst in Uruguay. (Foto: Michael Hochheuser)

Wer mehr über den freiwilligen ökumenischen Friedensdienst von Annalena Grimm wissen oder sie unterstützen will, kann ihr eine E-Mail schicken (al.grimm@

web.de) oder sich im Internet bei www.freiwillige-vor.org informieren.

Am 13. August beginnt für Annalena Grimm ein großes Abenteuer: Dann startet in Frankfurt ihr Flieger nach Uruguay. Die Spaichinger Abiturientin absolviert dort einen zwölfmonatigen freiwilligen ökumenischen Friedensdienst in einem Vorkindergarten. Zur Teilfinanzierung des von der evangelischen Landeskirche in Baden initiierten Projekts baut die 18-Jährige derzeit einen Unterstützerkreis auf.

Über Uruguay wissen die meisten nur, dass das kleine Land gute Fußballspieler besitzt und als „Schweiz Südamerikas“ gilt. Annalena Grimm weiß inzwischen mehr: „Es gibt vier Kühe pro Einwohner“, hat sie erfahren. „Und die Menschen dort trinken viel Mate-Tee – das ist das Nationalgetränk.“

„Interkulturelles Lernen“

Das hat die junge Frau, die vor kurzem ihr Abitur am Spaichinger Gymnasium mit einem Notenschnitt von 1,1 gebaut hat, bei gleich drei Vorbereitungsseminaren im Raum Karlsruhe gelernt. Weitere Themen dort waren unter anderem „Frieden“ und „Eine Welt“.

„Mit der Entsendung von Freiwilligen will die Evangelische Landeskirche einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten und das soziale und interkulturelle Lernen der jungen Menschen fördern“, sagt Landesjugendreferentin Milena Hartmann.

Das passte genau zum Denkansatz Annalena Grimms: „Ich wollte schon immer für ein Jahr ins Ausland, mal weg von Spaichingen und die Welt sehen.“ Außerhalb Europas sei sie bislang nicht gewesen. Und etwas Soziales sollte es sein, am liebsten in Lateinamerika. Spanisch war ein Abiturfach der 18-Jährigen, die eventuell etwas mit Sprachen studieren will.

Im Internet stieß sie auf den Friedensdienst. Der bietet jungen Menschen die Chance, sich ein Jahr freiwillig und unentgeltlich in sozialen Projekten zu engagieren und sich mit anderen Lebenswelten auseinanderzusetzen. Annalena Grimm wird in einem Kindergarten der Stadt Mercedes mit knapp 50 000 Einwohnern Babys und Kinder bis zum Alter von vier Jahren betreuen – „sie füttern, wickeln, mit ihnen spielen“.

Erfahrung habe sie als Betreuerin bei Kinderfreizeiten der evangelischen Kirchengemeinde Spaichingen sammeln können. Jedes zweite Wochenende werde sie kirchliche Kinder- und Jugendgruppen begleiten und Deutschunterricht geben.

Ihr Aufenthalt startet mit einem mehrwöchigen Einführungsseminar in Buenos Aires mit weiteren 70 Freiwilligen aus ganz Deutschland. „Danach werden wir auf die Einsatzländer verteilt.“ Mit einer anderen Freiwilligen aus Deutschland wird die Spaichingerin in einer Wohnung im örtlichen Gemeindehaus leben. Touren in nahe Länder wie Paraguay sind geplant, „in Uruguays Hauptstadt Montevideo fahre ich in jedem Fall“.

Ein Teil der Kosten für den Friedensdienst übernimmt die Landeskirche, zudem sollte sie, so die Vorgabe der Kirche, einen Unterstützerkreis aufbauen, den die Abiturientin regelmäßig mit Berichten über ihren Aufenthalt versorgen will: Insgesamt sind 1800 Euro aufzubringen.

„Ich habe im Gemeindeblatt einen Text veröffentlicht, beim Kinderflohmarkt Kuchen verkauft, und es gibt einen Flyer.“ Zudem sei sie auf den Rotary Club Tuttlingen zugegangen, der 500 Euro beisteuere, und auf Firmen, „aber von denen kamen nur Absagen“.

Auf Krisen vorbereitet

Doch das trübt die Vorfreude Annalena Grimms nicht: „Langsam merke ich, dass es Ernst wird“, sagt sie. In diesen Tagen stehen die notwendigen Impfungen an, Koffer packen – und dann kann es losgehen. „Ein bisschen nervös bin ich schon“, sagt sie. „Aber durch die Seminare fühle ich mich gut vorbereitet – das nimmt einem viel Unsicherheit.“

Schließlich hat die Spaichingerin dort auch gelernt, mit Krisensituationen umzugehen – „etwa, wenn ich mit meinem Chef nicht klar käme, oder wenn ich überfallen würde.“

Wer mehr über den freiwilligen ökumenischen Friedensdienst von Annalena Grimm wissen oder sie unterstützen will, kann ihr eine E-Mail schicken (al.grimm@

web.de) oder sich im Internet bei www.freiwillige-vor.org informieren.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen