Zuhörer erleben Sternstunde der Kirchenmusik

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Chorleiter Wolfgang Weible führte sein Altensteiger Vokalensemble beim Chorkonzert auf dem Dreifaltigkeitsberg mit Bravour durc (Foto: Gisela Spreng)

Das ist wieder einmal eine der Preziosen der musica sacra gewesen, eine Sternstunde der Kirchenmusik. Das Altensteiger Vokalensemble sang am Samstagabend in der Wallfahrtskirche auf dem Dreifaltigkeitsberg. Trotz kühler Temperatur in der Bergkirche konnte es einem so richtig warm ums Herz werden. Die 14 Sängerinnen und acht Sänger führten ihre Zuhörer mit gepflegtem, einfühlsamem und äußerst homogenem Chorgesang durch über drei Jahrhunderte der Motettenkunst.

Mit einem eindrucksvollen Lobgesang „Lobe den Herrn, meine Seele“ erhob der Chor seine Stimme zur Eröffnung. Glasklar und ungemein intonationssicher füllten die schönen Stimmen mühelos den ganzen Kirchenraum. Dadurch, dass das Gotteshaus nicht voll war, kam unter der Kirchenkuppel eine leichte Überakustik zustande, die wie ein elektronischer Verstärker wirkte. So konnte der relativ kleine Chor ein gewaltiges Klangvolumen entwickeln. Die drei Motetten von Hans Leo Hassler, Andreas Hammerschmidt und Heinrich Schütz mit bewegten Tempowechseln, raffinierten Fugen und schönen Echoeffekten beim doppelchörigen Schütz wurden zum echten Hörgenuss. Chorleiter Wolfgang Weible schien sein Ensemble mit leichter Hand eher zu animieren als zu dirigieren. Trotzdem oder gerade deshalb schöpfte er die gesamte Dynamik der Werke aus, die deren Komponisten hineingelegt hatten.

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