Wie Eiskunstlaufen mit Hund

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Herlinde Groß

Zum vierten Mal ist Dogdance beim Albabtrieb zu Gast in Denkingen gewesen. Was vor acht Jahren noch als Tagesturnier begann, ist aber mittlerweile ein international anerkanntes mehrtägiges Event. Zum zweiten Mal war heuer die Disziplin „German Open“ in den Albabtrieb eingebettet gewesen. Hochkarätige Teams aus Italien, Frankreich, Schweiz und Deutschland traten in den Kategorien „Heelwork to Music“ und „Freestyle“ an.

Diese kreative Form des Hundesports als Dogdance sieht aus wie Eiskunstlauf mit Hund. Es gibt kein vorgegebenes Schema, sondern der Hundeführer kann sich frei nach den Stärken seines Hundes einen Ablauf zusammenstellen. Zu einem selbst gewählten Musikstück, erschafft man eine Choreographie aus Tempiwechsel, Richtungswechsel und Tricks, die fließend ineinander übergehen. Die Basis des ganzen ist die Fußposition (links oder rechts) auf die alles Weitere aufbaut, informierte Organisatorin Carmen Schmid.

Hunde erzählten Geschichten

Es gibt zwei Kategorien in denen gestartet werden konnte: „ Fun Freestyle“ und „Heelwork to Music“. Beim Freestyle war so ziemlich alles erlaubt, es musste aber dennoch ein Konzept sein, welches eine Geschichte oder ein bestimmtes Thema darstellte. Beim „Heelwork to Music“ – frei übersetzt: Fuß- oder Fersenarbeit zu Musik – kurz HTM, waren fast ausschließlich Fußpositionen gefragt.

Passend zur 1200-Jahr-Feier konnte als Höhepunkt gewertet werden, dass die komplette deutsche Nationalmannschaft HTM vor Ort war. Sandra Roth wurde mit ihrer Golden Retriever Hündin Boogie nicht nur Weltmeisterin im Einzel, sondern holte gemeinsam mit Uta Opel, Monika Gehrke, Carmen Schmid und Claudia Lamers den Weltmeistertitel auch in der Teamwertung.

Aus dem Freestyle Team waren Cora Czermak, Johanna Tischler und noch einmal Uta Opel vor Ort. Das Turnier in Denkingen war für die Sportler ein wichtiger Punkt in ihrer Vorbereitung zur Europameisterschaft, die im Oktober in der Schweiz stattfinden wird.

Außerdem ging es am Sonntagnachmittag noch um die Fahrkarte nach Birmingham. Der beste deutsche Starter der Klasse Freestyle 3 qualifizierte sich zum „International Freestyle“ 2019 in der englischen Stadt.

150 Teams und 30 Hunderassen am Start

Insgesamt gingen 150 Teams beim Turnier in Denkingen an den Start. 30 Hunderassen waren bei dem Turnier vertreten – vom Schäferhund bis zum Chihuahua, und alle zeigten ihr beeindruckendes Können.

Während des gesamten Turniers waren zahlreiche Hundefans und Zuschauer – es war ein Kommen und Gehen – anwesend und waren sehr begeistert über das Gebotene von Mensch und Hund, was man nicht alle Tage zu sehen bekommt, nicht nur in Denkingen.

Rübengeisterumzug

Der fünfte Albabtrieb wurde durch ein großes Rahmenprogramm mit vielen Aktionen an allen drei Tagen zusätzlich aufgewertet. Ein Großteil des Samstags gehörte dabei den Kindern.

Die Narrenzunft organisierte ein Rübengeister-Schnitzen mit anschließendem Umzug. Im hinteren Teil des Festzeltes lagerten über 200 Rüben, die die Narrenzunft zur Verfügung gestellt hatte, und warteten darauf, zu Geistern zu werden. Die Rüben wurden zunächst von einem Fachteam der Zunft maschinell ausgehöhlt. Anschließend wurde an Tischen im Hof und im Festzelt geschnitzt und ausgehöhlt. Große und kleine Augen, Mundwinkel nach oben oder nach unten mit zum Teil großen Zähnen erhielten die „Geister“.

Als alle Rüben fertig und meist mit Teelichtern beleuchtet waren, probte Zunftmeister Jürgen Thieringer im Festzelt mit Groß und Klein das Rübengeisterlied. Mit Fackeln begleitet, führten die Jungmusiker mit dem Rübengeistermarsch den langen Lindwurm von Laternen tragenden Kindern mit Eltern und Großeltern im Schlepptau an. Eine lange Strecke war zu bewältigen über die Friedhofstraße, Hauptstraße und wieder zum Ausgangspunkt.

Nun stehen die Rübengeister vor den Häusern und leuchten mit ihren freundlichen oder auch etwas gruseligen Gesichtern in die Nacht. Beim Dunkelwerden versammeln sich die Kinder in den kommenden Tagen in Gruppen und ziehen mit ihren Rübengeister von Haus zu Haus mit dem Spruch: „Guten Abend ihr lieben Leut, mir hoffed, dass es für d’Rübengeister etwas geit! Der Rübengeist der will euch sagen, was er kann, er kann tanzen und springen, kann hüpfen und singen, kann Frau sein und auch Mann, ja seht ihn euch einfach an!“. Über etwas Süßes oder auch Saures freuen sich die Kinder dann.

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