„Wer Pilze isst, lebt länger ...“

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ARCHIV - 18.08.2017, Thüringen, Zeulenroda: Eine Rotkappe wird in einem Wald geschnitten. (zu dpa «Zu trocken - Experten erwarte
ARCHIV - 18.08.2017, Thüringen, Zeulenroda: Eine Rotkappe wird in einem Wald geschnitten. (zu dpa „Zu trocken - Experten erwarten kaum Pilze zur Hochsaison“) (Foto: dpa / Bodo Schackow)
Helmut Grunder

In der Serie „heilsame Natur“ des Spaichinger Heilpraktikers Helmuth Gruner geht es diesmal um Pilze.

„Wer Pilze ist, lebt länger ...“ Das meint Prof. Dr. Dr. h.c. Lelley von der Universität in Bonn. Diese Art der Heilkunst wurde schon in der TCM (traditionelle chinesische Medizin) vor 4000 Jahren in China erfolgreich angewendet. Plinius der Ältere (23 – 79 n. Chr) und Hildegard von Bingen (1098 – 1179) berichteten über die therapeutische Wirkung von Pilzen. Selbst für Ötzi waren Pilze ein großer Teil des Speiseplans.

Die Heilkraft der Pilze haben wir heute als Mykotherapie zusammengefasst.

Pilze werden sowohl in der Schulmedizin wie auch in der Naturheilkunde wirkungsvoll eingesetzt. Pilze sind biologische Kraftbomben. Sie enthalten viele heilsame Substanzen wie Vitamine, Aminosäuren, Alkaloide, Adenosin und Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium, Zink, Eisen, Selen, Kupfer und Mangan. Forscher fanden heraus, dass die Polysaccharide im Immunsystem eine tumorhemmende und immunstabilisierende Wirkung haben. Auch Blutzucker senkende und entzündungshemmende Effekte wurden in aufwendigen Forschungen nachgewiesen.

Zudem machen Pilze durch ihr großen Volumen schnell und anhaltend satt und eignen sich wegen ihres niedrigen Kaloriengehalts (20 – 35 Kcal/100 g.) besonders gut zur Gewichtsreduzierung. Zudem sind Pilze fettarm, enthalten kein Cholesterin, sind natriumarm und ballaststoffreich. Also, für Vegetarier und Diabetiker bestens geeignet.

Penicillin ist eines der ältesten verwendeten Antibiotika und wurde durch seinen Entdecker, Alexander Fleming, schnell für die Medizin erkannt. Penicillin ist ein Endprodukt von Pilzen.

Pilze sind sowohl für den täglichen Speiseplan als Speisepilze, als auch Heilpilze als Konzentrate oder Extrakte zur Erhaltung der Gesundheit, zur Unterstützung des Immunsystems und Behandlung von chronischen sowie bösartigen Erkrankungen geeignet.

Die Mykotherapie ist, laut Prof. Dr. Linus Pauling (zweifacher Nobelpreisträger), pure orthomolekulare Medizin. Dies zeigt ein Blick auf die Inhaltsstoffe der Medizinalpilze. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit sind nachfolgend nur einige der wichtigen Hauptnährstoffe erwähnt: Vitamine A, B1, B2, B3, B5, B9, Vitamin D, Natrium, Kalium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Zink, Germanium, Kupfer, Selen und Andere.

Die Mykotherapie dient hauptsächlich der Anregung, Unterstützung und Aktivierung der körpereigenen Abwehr. In den letzten Jahren wurde durch Forschung wissenschaftlich nachgewiesen, dass Pilze neben einer Vielzahl essenzieller Nährstoffe vorallem bioaktive sekundäre Inhaltsstoffe enthalten, die sie zur Vorbeugung und Therapie von Gesundheitsstörungen prädestinieren.

Es haben sich einige, in Erfahrungsheilkunde bekannte, Eigenschaften auch in wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt. Solche sind die Wirkung gegen Bronchitis, Asthma oder Hyperlipidämie., ebenso wie die Wirkung gegen einige Krebsarten, Diabetes, Arteriosklerose, Magengeschwüre oder Nervosität.

Heute werden die besten Pilzstämme nach wissenschaftlichen Grundlagen kultiviert und biologisch angebaut um eine stets gleichbleibende Qualität garantieren zu können. Es werden unter anspruchsvollen modernsten und biologischen Maßnahmen Konzentrate und Extrakte hergestellt, um die wertvollen Inhaltsstoffe (z.B. bei den Extrakten) kontrolliert zu isolieren.

Sein umfangreiches Wissen hat Prof. Dr. Dr. h.c. Lelle in seinem Buch „Die Heilkraft der Pilze“ dargelegt.

Bio-Extrakt des Brasil-Egerlings : Dies ist der jüngste in Brasilien entdeckte Heilpilz. Er hat eine stark immunstimulierende Wirkung und aktiviert unter anderem die T-Zellen, regt die Abwehr an und erhöht die Zellaktivierung der natürlichen Killerzellen.

Er wird deshalb als Ergänzung in der Chemo- und Strahlentherapie sowie in der Krebsnachsorge eingesetzt. Außerdem stimuliert er die Leberfunktion und zeigt bei erhöhten Blutzuckerwerten eine gute Wirkung durch verlangsamte Zuckeraufnahme über den Darm.

Ein Extrakt aus dem chinesischen Raupenpilz gibt körperliche und seelische Kraft. Er ist daher ein richtiger Power-Pilz. Er steigert die Leistungsfähigkeit und Ausdauer, ist gut für Sportler und Manager, wird bei Erschöpfung und sexueller Schwäche eingesetzt (gilt somit auch als „Potenzpilz“).

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