ARCHIV - Zwei Ma§nner aºben am 14.10.2009 im Kapellenraum des Bundesausbildungszentrums der Bestatter in Maºnnerstadt (Unterfran
ARCHIV - Zwei Ma§nner aºben am 14.10.2009 im Kapellenraum des Bundesausbildungszentrums der Bestatter in Maºnnerstadt (Unterfranken) die korrekte Platzierung eines Sarges. Ein Stuttgarter Beerdigungsinstitut will mit der Ausgabe von Genussrechten sein (Foto: Daniel Karmann)
Schwäbische Zeitung
Crossmedia Volontärin

Am Ende des Lebens steht der Tod. Und der ist nicht umsonst. 5000 Euro muss man durchschnittlich für eine simple Urnenbestattung einrechnen, sagt die in Spaichingen ansässige Bestatterin Ursula Koch. Nicht jeder hat so viel Geld zur Verfügung.

Stirbt ein Mensch, muss er bestattet werden, und das kostet Geld. Die Kosten für eine Bestattung setzen sich zusammen aus den Friedhofsgebühren, die die Gemeinden als Friedhofsträger erheben (siehe Kasten) und den Leistungen des Bestatters. Zu diesen Kosten können Ausgaben, wie für den Floristen oder die Schaltung einer Traueranzeige, hinzu kommen.

Rund die Hälfte der gesamten Bestattungskosten entfalle auf die Leistungen des Bestatters, rechnet Bestatterin Ursula Koch vor. „Wir sind in aller erster Linie Dienstleister“, sagt Ursula Koch, „wir verkaufen nicht nur einen Sarg.“ Zu ihren Aufgaben gehöre die Angehörigen im Gespräch aufzufangen, die Todesbescheinigung ausstellen zu lassen, den Leichnam herzurichten und ihn vom Todesort zum Beisetzungsort zu überführen, die Termine mit dem Pfarrer und der Stadt abzuklären, die Rente abzumelden und auch Traueranzeigen aufzugeben, Trauerkarten zu drucken, Blumen zu bestellen und den festlichen Rahmen der Bestattung zu gestalten.

Zahlungspflichtig sind in Deutschland die Erben. Können diese für den Betrag nicht aufkommen, müssen diejenigen zahlen, die dem Verstorbenen gegenüber zu Unterhalt verpflichtet waren.

Da zuallererst einmal ein trauernder Angehöriger vor ihr stünde, sei die Thematisierung der Kostenfrage keine einfache Sache – sowohl für den Angehörigen als auch für sie selbst, sagt Koch. Sie könne die Kostenfrage zwar durchaus vertreten, „denn ich muss auf Qualität achten, sonst würde ich meinen Beruf aufgeben“. Sie scheue sich aber, diese Frage gleich beim ersten Gespräch zu stellen, da das erfahrungsgemäß sehr emotional verlaufe.

Manchmal wäre es ihr lieber, die Angehörigen würden direkt nach den Kosten fragen, einen Kostenvoranschlag verlangen. „Wenn jemand auf das Geld achten muss, ist es mir lieber, die Person sagt es gleich.“ Dann könne sie ihre Kosten dementsprechend anpassen. „Dann wird es nicht der Sarg aus Eiche oder Kirschbaum.“

Auch andere Wege gebe es, um sich auf die Kosten einer Bestattung vorzubereiten. „Eine Bezahlung über Treuhand sichert die Beerdigung, wie man es sich wünscht“, sagt Koch. Man zahle das Geld zu Lebzeiten auf ein Treuhandkonto ein. „Wir wissen ja alle nicht, ob wir bis zum Ende zu Hause leben oder ob wir in ein Pflegeheim müssen,“ sagt Koch.

Vorsorge treffen

Dort schwinde das Ersparte oftmals schnell, und für die Bestattung bliebe dann nichts mehr übrig, zumal die Kosten in einem knappen Zeitraum, innerhalb von vier bis sechs Wochen, fällig werden. Zusätzlich rät Koch per Vorsorgevertrag über die Art und Weise der eigenen Bestattung zu bestimmen. „Ja, ich würde jedem dazu raten, sich vorher Gedanken zu machen“, sagt Koch. Damit würden Angehörige im Fall des Todes entlastet. Bei vielen ihrer Kunden sei dies bereits angekommen. Die Zahl der Vorsorgeverträge nehme immer mehr zu, berichtet Koch.

Oftmals würden Kunden ihre Preise mit denen von Anbietern im Internet vergleichen. Doch diese Preise seien fern der Realität, sagt Koch. Dort werde nicht annähernd alles einberechnet, was bei der Bestattung anfällt.

„Vertrauen vor billig“

In Spaichingen und der Region habe die Bestattung und die anschließende Grabpflege noch einen hohen Stellenwert, sagt Koch. Die Urnen- und die Erdbestattung seien die vorwiegenden Bestattungsarten und für deren würdevolle Ausführung würden die Menschen auch bezahlen. „Vertrauen geht hier vor billig“, sagt Koch.

Die Preise in den Gemeinden

Ist der Bestatter bezahlt, fallen noch die Friedhofsgebühren bei einer Bestattung an. Jede Gemeinde legt die Höhe der Gebühren als Friedhofsträger selbst fest.

Die Friedhofsgebühren setzen sich zusammen aus Beisetzungs- und Grabnutzungsgebühren. Jeder Friedhofsträger legt die Höhe für die Gebühren selbst fest. Die letztendlichen Kosten hängen immer von der Art der Beisetzung, traditionell in Urne oder Sarg, und von der Grabart ab. Die traditionellen Grabarten in Deutschland sind Wahlgräber und Reihengräber.

Wir haben die Gebühren der Gemeinden dieser Region zusammengetragen und uns dabei auf die traditionellen Arten beschränkt.

Aixheim

Gebühr bei Beisetzung in Sarg: 435Euro. Beisetzung von Aschen: 110 Euro. Nutzungsgebühr eines Reihengrabs (Sarg): 400 Euro. Nutzungsgebühr eines Urnenreihengrabs: 200 Euro.

Aldingen

Gebühr bei Beisetzung in Sarg: 435Euro. Beisetzung von Aschen: 110 Euro. Nutzungsgebühr eines Reihengrabs (Sarg): 400 Euro. Nutzungsgebühr eines Urnenreihengrabs: 200 Euro.

Denkingen

Gebühr bei Beisetzung in Sarg: 580Euro. Beisetzung von Aschen: 350 Euro. Nutzungsgebühr eines Reihengrabs (Sarg): 500 Euro. Nutzungsgebühr eines Urnenreihengrabs: 400 Euro.

Frittlingen

Gebühr bei Beisetzung in Sarg: 510Euro; von Aschen: 320 Euro. Nutzungsgebühr einer Einzel-Grabkammer: 960 Euro. Nutzungsgebühr eines Urnenreihengrabs: 400 Euro.

Hausen

Gebühr bei Beisetzung in Sarg: 262Euro. Beisetzung von Aschen: 120 Euro. Nutzungsgebühr einer Grabkammer (Sarg): 1400 Euro. Nutzungsgebühr eines Urnenreihengrabs: 850 Euro.

Balgheim

Gebühren für Sargbestattungen im Reihengrab: 410 Euro. Beisetzung von Urnen in Grabkammer: 180Euro/ in Erdgrab: 70 Euro/ in Stele: 30Euro. Grabnutzungsgebühr des Allg. Friedhofsbereichs für Reihengrab (Grabkammer): 1120 Euro. Nutzungsgebühr des Allg. Friedhofsbereichs für Aschen in Urnennischen: 600 Euro.

Dürbheim

Gebühr für Beisetzung in Reihengrab (Sarg): 400 Euro. Beisetzung von Aschen in einem neuen Grab mit Bestattungszeremonie: 180 Euro. Nutzungsgebühr eines Reihengrabs (Sarg): 800 Euro. Nutzungsgebühr eines Urnenreihengrabs: 600 Euro.

Gosheim

Gebühr für Beisetzung in Reihengrab (Sarg): 450 Euro. Beisetzung von Aschen: 150 Euro. Nutzungsgebühr eines Reihengrabs (Sarg): 800 Euro. Nutzungsgebühr eines Urnengrabs: 400 Euro.

Wehingen

Gebühr für Beisetzung in Reihengrab (Sarg): 300 Euro. Beisetzung von Aschen: 100 Euro. Nutzungsgebühr eines Reihengrabs (Sarg): 800 Euro. Nutzungsgebühr eines Urnengrabs: 400 Euro

Deilingen

Gebühr für Beisetzung in Reihengrab (Sarg): 450 Euro. Beisetzung von Aschen: 250 Euro. Nutzungsgebühr eines Reihengrabs (Sarg): 800 Euro. Nutzungsgebühr eines Urnenreihengrabs: 400 Euro.

Böttingen

Gebühr bei Beisetzung in Sarg: 345Euro, zuzüglich 112 Euro für die Überlassung der Grabstätte auf die Dauer von 15 Jahren. Beisetzung von Aschen: 325 Euro, zuzüglich 40Euro für das 15-jährige Nutzungsrecht. Die Kosten für die Grundplatte und Namensplatte der Urnengrabstätte betragen derzeit 428,50 Euro.

Bubsheim

keine Zahlen bekommen

Reichenbach

Gebühr bei Beisetzung in Sarg: 370Euro. Beisetzung von Aschen: 140 Euro. Nutzungsgebühr eines Reihengrabs (Sarg): 530 Euro. Nutzungsgebühr eines Urnenreihengrabs: 180 Euro.

Egesheim

Gebühr bei Beisetzung in Sarg: 450Euro. Beisetzung von Aschen: 225 Euro. Nutzungsgebühr eines Reihengrabs (Sarg): 450 Euro. Nutzungsgebühr eines Urnenreihengrabs: 225 Euro.

Königsheim

Gebühr bei Beisetzung in Sarg: 850Euro. Beisetzung von Aschen: 400 Euro. Nutzungsgebühr eines Reihengrabs (Sarg): 400 Euro. Nutzungsgebühr eines Urnengrabs: 150 Euro.

Mahlstetten

Gebühr bei Beisetzung in Sarg: 715Euro. Beisetzung von Urnen: 458 Euro. Nutzungsgebühr eines Urnenreihengrabs: 148 Euro.

Spaichingen

Nutzungsgebühr Reihengrab (Sarg): 309 Euro. Beisetzung von Aschen in Urnengräbern, Urnengemeinschaftsgräbern und Urnenhaingräbern sowie Beilegung in einem Reihen- oder Wahlgrab: 127 Euro. Nutzungsgebühr eines Einzel-Wahlgrabs ohne besondere Gestaltungsvorschriften (Sarg): 766 Euro. Nutzungsgebühr eines Bestattungsplatzes in einem Urnengemeinschaftsgrab bei 15 Jahren Ruhezeit: 541 Euro.

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