Und fünf, sechs, sieben, acht: Beim Rollator-Sicherheitstraining des DRK Spaichingen wird die Gehhilfe zum Tanzpartner.
Und fünf, sechs, sieben, acht: Beim Rollator-Sicherheitstraining des DRK Spaichingen wird die Gehhilfe zum Tanzpartner. (Foto: Caroline Messick)
Crossmediale Volontärin

Weitere Infos zum Kurs unter www.drk-tut.de

Kräftigt die Beine und hält fit im Kopf – laut Margot Scheffler ist Tanzen das beste, was man für seine körperliche und geistige Fitness machen kann; und zwar bis ins hohe Alter. In unserer Serie „Fit im Alter“ geht es dieses Mal um einen Tanzkurs der besonderen Art.

Seit zwei Jahren leitet die pensionierte Altenpflegerin Scheffler den Rollator-Tanzkurs im Matthias-May-Haus des DRK Spaichingen. Alle 14 Tage versammeln sich hier bis zu acht Frauen, um am und mit dem Rollator fit zu werden. Der hat einige Tücken in der Bedienung, wie Scheffler weiß. Und die können sich auf Rollatorennutzer jeden Alters negativ auswirken: „Manche Leute laufen oft fahrlässig mit dem Rollator. Wenn sie den wie eine Schubkarre schieben, sind sie sturzgefährdet“, so die Kursleiterin. Als Indiz für falsche Handhabung verweist die ausgebildete Übungsleiterin für Seniorengymnastik auf einen krummen Rücken, Arme, die immer länger werden, und einen unsicheren Gang.

Sicherheitstraining ist das A und O

Und genau da schafft Scheffler mit ihrem Kursangebot Abhilfe. Anderthalb Stunden lang trainiert sie mit bis zu acht Frauen, die Füße beim Gehen richtig abzurollen, eine gerade Haltung zu bewahren und die Beine zu kräftigen. Der Rollator wird zum Tanzpartner. Egal ob Cha cha cha, Walzer oder Rumba: Das Sicherheitstraining lässt sich auf jeden Takt bewältigen. Nach vorn und zur Seite bewegen, Rückschritte zur Stabilisierung und Übungen zur Gewichtsverlagerung baut Scheffler in ihre Choreografien ein.

In der Ausführung spielt Scheffler aber nicht den Punkterichter – auf Perfektion kommt es ihr nicht an: „Es ist wichtig, dass sie die Übungen ordentlich ausführen. Wenn sie dabei aus dem Takt geraten, ist das nicht so schlimm.“ Neben den Gehhilfen, die jeder Teilnehmer in der Regel selbst mitbringt, kommen aber auch Ringe oder Tücher zum Einsatz. Bei diesen Übungen soll das Koordinationsvermögen angesprochen und die Griffkraft trainiert werden.

Zeit zum Verschnaufen

Entspannung und Zeit für einen Plausch bleibt auch. Dann tauschen sich die Damen über die Melodien der Lieder aus und erzählen sich Neuigkeiten. „Es freut mich, wenn die Damen nochmal rauskommen, beisammen sind, sich austauschen, und manchmal auch gemeinsam trauern können, wenn jemand verstorben ist“, so Scheffler. Schade findet sie, dass der Kurs insgesamt nicht so gut nachgefragt wird. „Ich glaube, manche genieren sich dafür, dass sie am Rollator gehen, und wollen damit nicht so in die Öffentlichkeit. Dabei ist der Umgang mit dem Rollator und seinen Funktionen nicht einfach“, so Scheffler. Sie will den Betroffenen, egal welchen Alters, eine positivere Einstellung zum Rollator vermitteln – sowohl langjährigen Rollator-Nutzern als auch Einsteigern.

Termine

Der Kreisverband Tuttlingen bietet aktuell alle zwei Wochen in Fridingen (Seniorenzentrum „Krone“, dienstags von 9 bis 10.30 Uhr, Leiterin: Elke Mattes), Kolbingen (Wachtfelsschule, dienstags von 10 bis 11.30 Uhr, Leiterin: Elke Mattes) und Spaichingen (Matthias-May-Haus, montags von 14.30 bis 16 Uhr, Leiterin: Margot Scheffler) Rollator-Kurse an. Die Teilnahme kostet jeweils pro Kurseinheit drei Euro und wird vor Ort kassiert. Es werden teilweise Fahrdienste angeboten. Für diejenigen, die keinen eigenen Rollator haben, gibt es vor Ort zum Teil Ersatzrollatoren. Neueinsteiger jeden Alters heißt der Kreisverband herzlich willkommen.

Weitere Infos zum Kurs unter www.drk-tut.de

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