Verein besteht seit halbem Jahrhundert

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 Liebhaber von Briefmarken und Münzen wurden beim Großtauschtag in der Stadthalle fündig.
Liebhaber von Briefmarken und Münzen wurden beim Großtauschtag in der Stadthalle fündig. (Foto: Moni Marcel)
Moni Marcel

Seit 50 Jahren gibt es den Briefmarken- und Münzensammlerverein Spaichingen-Heuberg. Und so widmeten die passionierten Sammler ihren schon traditionellen Großtauschtag an Dreikönig am Sonntag in der Spaichinger Stadthalle auch der lokalen Geschichte. Der der Denkinger Post beispielsweise, die Hans-Peter Merkt in- und auswendig kennt, denn er arbeitete dort 36 Jahre.

In seiner Sammlung finden sich Briefe in Sütterlin-Schrift, der älteste stammt aus dem Jahr 1859. In akribischer Arbeit hat Merkt Absender, Empfänger und den Postweg der Schreiben ermittelt und zeigte sie nun in der Ausstellung. Aber auch zensierte Briefe aus der französischen Zone, Briefe von Kriegsgefangenen, Postkarten und Fotos der Bahnhöfe der Heubergbahn aus der Zeit, als hier noch Dampfloks rauchten. Sogar der Bahnhof von Harras-Obernheim ist zu sehen, an dem seit 1966 keine Züge mehr halten. Bahnstempel gehören zu der Sammlung, Sondermarken der Ballonpost vom Klippeneck aus dem Jahr 1961, Bilder der Landung eines Zeppelins hier oben, Feldpostkarten, colorierte Ansichten des Claretiner-Klosters oder vom Hotel „Oswald“ und den Spaichinger Kirchen. Ein Stück Stadtgeschichte eben.

Günter Grieb, der 42 Jahre Vorsitzender des Vereins war, stellte seine Plattenfehler-Sammlung und Marken aus der Hochinflationszeit vor, in der ein Brief fünf Milliarden Mark kosten konnte. Der neue Vorsitzende Erhard Eppler wiederum zeigte Briefmarken-Porträts berühmter Persönlichkeiten von Beethoven bis Adenauer. Zu bewundern waren außerdem zahlreiche Stücke aus der Vereinsgeschichte der Sammler: Sonderumschläge und -stempel, beispielsweise diejenigen, die der Verein aus Anlass des 150. Stadtrechts-Jubiläums 1978 zum damaligen Stadtfest herausgab.

Neben der Ausstellung gab es für die Sammler Gelegenheit, seltene Stücke zu kaufen oder zu tauschen, und auch für Kinder war ein Angebot vorbereitet: Sie durften sich in verschiedenen Kisten durch bunte Marken kruschteln und ihre Lieblingsstücke mit nach Hause nehmen. Allerdings war hier der Andrang sehr gering, der Altersdurchschnitt lag eher im oberen Bereich – ein Dilemma, das die Sammler aber nicht davon abhält, weiter an ihrem geliebten Hobby festzuhalten. „Es ist immer schwieriger, Leute zu finden, die mit anpacken“, sagt Kassier Hans-Peter Merkt, der mit seinen 68 Jahren zu den Jüngsten im Verein gehört. Und dennoch die Hoffnung nicht aufgibt: „Wir machen jeden Monat einen Tauschabend im Gasthaus Engel. Da kann jeder kommen.“

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